Dienstag, 2. Dezember 2014

Wenn Stress auf den Magen schlägt

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen)  – Eine Prüfung, der Termin mit dem Chef oder sogar hektische Weihnachtsvorbereitungen: Anspannung und Stress können manchmal buchstäblich auf den Magen schlagen. Die Folgen sind Magenschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl. Die Apothekerkammer Niedersachsen erklärt, wie es zu diesen Problemen kommt, was man selbst dagegen tun kann und wann ein Arzt hinzugezogen werden sollte.

Magen reagiert auf Stresshormone

Die unangenehmen Magenschmerzen werden unter anderem durch Anspannung und Nervosität ausgelöst, da es durch Stress zu Änderungen in der Hormonproduktion kommt, die auch den Magen beeinflussen. Das Zwischenhirn meldet Stress an die Nebennieren, die dann Adrenalin ausschütten. Einige Minuten später wird zusätzlich Cortisol ausgestoßen. Diese Hormonkombination setzt den Körper in Alarmbereitschaft. Atmungs- und Herzfrequenz steigen, die Muskulatur wird stärker durchblutet. Das Blut, das unter anderem die Muskeln benötigen, wird aus dem Magen-Darm-Trakt abgezogen. Die Nahrung kann nicht weiter verdaut werden, es entsteht Übelkeit, da der Körper sich der Nahrung schnellstmöglich entledigen will. Langanhaltender Stress führt deshalb zu einer dauerhaft schlechten Durchblutung des Magen-Darm-Trakts, ständige Beschwerden oder Folgeerkrankungen sind keine Seltenheit. Durch die unzureichende Durchblutung bildet die Magenschleimhaut weniger Schleim aus und wird so anfällig für Angriffe der Magensäure. Genauso stressig für den Magen sind Nikotin und Alkohol, da sie die Produktion der Magensäure und anderer Verdauungsenzyme erhöhen. Außerdem kann übermäßiger Kaffeekonsum bei einigen Menschen Magenschmerzen oder Sodbrennen hervorrufen.

Infektion mit Bakterien

Ein weiterer Grund für Magenschmerzen kann eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori sein, das durch Speichel oder befallene Nahrungsmittel übertragen wird. Eine Infektion geht nicht immer mit einer Gastritis einher. Der Nachweis für den Keim ist mit einem Atem-, Blut- oder Stuhltest möglich. Die von einem Arzt begleitete Behandlung erfolgt mit einer Kombination aus Antibiotika und Protonenpumpenhemmern.

Guter Rat und schnelle Hilfe

Wer auf Stress empfindlich reagiert, sollte versuchen, seine Lebensumstände zu ändern. Zum Beispiel sollte in ruhiger Atmosphäre gegessen und der Kaffee-, Zigaretten- und Alkoholkonsum reduziert werden. Vor absehbaren Stresssituationen sind leichte, fettarme Mahlzeiten zu empfehlen, z.B. geschmortes oder gedünstetes Gemüse. Außerdem sollten Betroffene darauf achten, die Nahrung immer gut durchzukauen, da so der Verdauungsprozess erleichtert wird. Durch Entspannungsübungen und ausgleichenden Sport kann das Stressniveau insgesamt gesenkt werden. Pausen während der Arbeitszeit, Spaziergänge an der frischen Luft und kleine mentale Auszeiten reduzieren Anspannung und Stress.

Wenn sich der „Magenstress“ als Sodbrennen äußert, können kurzfristig frei verkäufliche Medikamente Abhilfe schaffen. H2-Antihistaminika und Protonenpumpenhemmer sorgen dafür, dass der Magen weniger Säure produziert. Anders wirken dagegen Antacida; sie binden und neutralisieren die Säure, hemmen aber nicht die Produktion der Magensäure. Dadurch wirken die Antacida schneller, aber nicht so langanhaltend wie H2-Antihistaminika oder gar Protonenpumpenhemmer.

Eine Beratung durch den Apotheker hilft, das optimale Präparat gegen das Magenleiden zu finden. Im Gespräch mit dem Patienten kann ferner herausgearbeitet werden, ob ein Arztbesuch notwendig ist, was beispielsweise bei sehr plötzlich auftretenden Beschwerden oder Blut im Stuhl der Fall wäre. Auch wenn das Problem schon mehr als vier Wochen besteht, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 12. November 2014

Der Apotheker als Begleiter


Was Pharmazeuten in der Palliativversorgung leisten

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Symptome bekämpfen, Schmerzen lindern und einen würdigen letzten Lebensabschnitt ermöglichen, das sind die Ziele der palliativmedizinischen Betreuung. Sobald keine Chance auf Heilung besteht, zielt die Behandlung von Palliativpatienten darauf, die Lebensqualität der Schwerstkranken und Sterbenden zu bewahren. Dem Patienten und seinen Angehörigen steht dann ein Palliativ-Team zur Seite, um eine umfassende ambulante oder stationäre Versorgung zu gewährleisten. Eine bedeutende Rolle spielt in diesem Team der Stammapotheker.
Palliativpatienten, das sind Schwerstkranke und Sterbende, bei denen das Therapieziel nicht mehr die Heilung ihrer Krankheit, sondern die Linderung belastender Symptome wie Atemnot, Ängste und Krämpfe ist. Betroffene, egal ob Kinder oder ältere Menschen, sind auf eine intensive medizinische, pharmazeutische, soziale und psychologische Versorgung angewiesen. Ein Team aus speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegekräften vernetzt sich mit Apotheken, Hospizen, Psychologen, Ehrenamtlichen, Kranken- und Sanitätshäusern, um eine umfassende Begleitung des Palliativpatienten, seiner Familie und den Freunden zu ermöglichen.
Apotheker haben in der Palliativbetreuung eine wichtige Rolle: Sie organisieren kurzfristig und sehr flexibel die Versorgung des Patienten mit Medikamenten, Hilfsmitteln und Pflegepräparaten, sie stellen Individualrezepturen her und kontrollieren die Einhaltung der Vorschriften zur Lagerung von Betäubungsmitteln wie zum Beispiel Morphin in Einrichtungen der Palliativversorgung. Durch ihre hohe Expertise bei der Versorgung mit Medikamenten tragen Apotheker, die sich in der Palliativmedizin intensiv fortgebildet haben dazu bei, die Arzneimitteltherapie an den sich immer wieder ändernden Zustand des Patienten und nach Anweisung des Arztes anzupassen.Dabei ist schnelles und professionelles Vorgehen ebenso gefragt wie Empathie und Sensibilität. Grundlage ist eine stabile und am Patienten orientierte Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apothekern und Pflegepersonal. Zusätzlich zu der Arzneimittelversorgung ist der Apotheker für viele Patienten und deren Angehörigen Ansprechpartner für größere und kleinere Probleme des Alltags. So muss erörtert werden, ob bestimmte Arzneimittel über Sonden verabreicht werden können oder ob sich andere Arzneiformen zur Behandlung anbieten. Das Apothekenpersonal wird dabei oftmals zum wichtigen Wegweiser, Vermittler und Vertrauten für Schwerstkranke und deren Angehörige.
Apotheken decken alle Dienstleistungen für eine palliativpharmazeutische Behandlung ab und können die Versorgung jederzeit bereitstellen. In der Praxis ist es sehr hilfreich, wenn bereits seit Jahren ein persönliches und enges Verhältnis zwischen Patienten, deren Familien und der Stammapotheke besteht. Dadurch besitzen Apotheker einen tieferen Einblick in den Alltag der Betroffenen, den Angehörigen fällt es leichter Fragen zur Behandlung zu stellen und die Patienten fühlen sich von der vertrauten Person oft besser betreut. Wenn sich Schwerstkranke und Sterbende darauf verlassen können, dass stets ausreichend Arzneimittel vorhanden sind, um die Symptome zu kontrollieren und eventuelle Krisen meistern zu können, sind sie zumindest von dieser Sorge befreit und auch Angehörige können Ängste und Verunsicherungen abbauen. „Das verbessert die Lebensqualität und ermöglicht den Patienten, die letzte Lebensphase in der vertrauten häuslichen Umgebung erleben zu können“, stellt die Apothekerkammer Niedersachsen fest.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 11. November 2014

Richtiges Medikationsmanagement


Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Es klingt banal, doch wenn Arzneimittel wirken sollen, müssen Patienten sie nach Vorschrift einnehmen. Um dies sicherzustellen, sind ein verantwortungsvoller Umgang sowie eine solide Planung unerlässlich, so Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Medikationsmanagement wirft Fragen auf
Obwohl häufig in den Medien und von Politikern thematisiert, ist der Begriff Medikationsmanagement für viele Patienten noch immer erklärungsbedürftig. Grundsätzlich betrifft Medikationsmanagement diejenigen, die mehrere Arzneien einnehmen müssen: Eine sorgfältige Überwachung der pünktlichen Einnahme sowie die Verträglichkeit für den Patienten und die Vereinbarkeit der Medikamente untereinander gilt es dabei sicherzustellen.
Medikamente werden schlicht nicht eingenommen
Der Knackpunkt: Viele Patienten nehmen ihre Medikamente nicht oder nicht der Vorschrift entsprechend ein. Warum ist das so? Zeitmangel, Vergesslichkeit oder eine Phase ohne Beschwerden, das sind oft angeführte Gründe der Patienten. Ebenso bedenklich ist es, dass Kranke der Medikamenteneinnahme skeptisch gegenüberstehen oder diese für unwichtig halten. „Manche wissen auch gar nicht mehr, für welche Beschwerden sie welches Präparat erhalten haben und verwechseln die Arzneien“, weiß Erika Fink aus ihrer langjährigen Erfahrung als Apothekerin. Hier ist die Beratungskompetenz der Apotheker gefragt, um die Patienten zum Durchhalten ihrer Therapie zu ermutigen.
Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apothekern und Patienten
Nachlässigkeiten bei der Einnahme ließen sich durch einen regelmäßig durchgeführten Medikationscheck zuverlässig aufdecken und beseitigen. „Damit wäre ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität geleistet“, gibt Erika Fink zu bedenken. Dabei ist es sinnvoll, Apotheker mit dieser Aufgabe zu betrauen, sind sie die erfahrenen Fachleute für Arzneimittel und deren Wirkungen. Die Abstimmung mit dem Arzt ist für ein erfolgreiches Medikationsmanagement unerlässlich. Damit der Apotheker beurteilen kann, warum bestimmte Arzneimittel gleichzeitig, eventuell in einer vom Standard abweichenden Dosierung eingenommen werden sollen, muss die Diagnose auch für ihn transparent sein. Diese kennt in der Regel jedoch nur der behandelnde Arzt.
Individuelle Dosierung für die Erkrankten
Arzt und Apotheker sollten sich über die Anwendungen und Dosierungen von Medikamenten abstimmen, wenn für einen Patienten ein Medikationsmanagement angezeigt ist. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die Zeit kostet und nicht nebenbei erledigt werden kann.
Krankenkassen interessieren sich in der letzten Zeit sehr für diese Form der Patientenbetreuung, erwarten sie doch, dass durch die intensive Betreuung zum Beispiel Krankenhausaufenthalte chronisch kranker Patienten deutlich abnehmen können. Nicht oder falsch eingenommene Arzneimittel führen in vielen Fällen zur Einweisung in ein Krankenhaus, die mit hohen und unnötigen Kosten für die Krankenkassen verbunden ist. Wenn durch ein Medikationsmanagement mithilfe von Arzt und Apotheker die Arzneitherapie optimiert wird, wirkt sich dies für Krankenkassen und Patienten positiv aus.
Derzeit laufen in zwei Bundesländern Modellversuche zum Medikationsmanagement. Zwar zählt Hessen nicht zu den Modellregionen, davon ungeachtet können Patienten jederzeit in der Apotheke erfragen, ob sich die Medikamente, die sie einnehmen, miteinander vertragen und ob die Dosierung sinnvoll ist. Allein das richtigzustellen, kann schon viel zur Gesundheit und Lebensqualität beitragen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Durchwachte Nächte sind keine Bagatelle


Schlafstörungen: Ursachen jetzt erkennen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen)Jeder kennt das Gefühl, wenn nach einer unruhigen Nacht der Wecker klingelt. Matt und unkonzentriert werden die Aufgaben des Alltags bewältigt, leicht von der Hand geht es jedoch nicht. Gelegentlich durchwachte Nächte werden von vielen hingenommen. Treten Schlafstörungen allerdings häufiger auf, greifen Patienten zu eilig auf Schlaftabletten zurück, weiß Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Der Schritt hin zur Einnahme von Tabletten ist rasch getan: Das Angebot ist groß und erstreckt sich von pflanzlichen Präparaten, die schlafanstoßend wirken, bis hin zu synthetischen Produkten, die über mehrere Stunden beruhigen und den Schlaf einleiten. „WennSchlaftabletten über längere Zeit eingenommen werden, liegt darin schon eine gewisse Gefahr“, gibt Erika Fink zu bedenken. Immerhin wirken die Präparate relativ lange, so dass Betroffene am nächsten Tag noch müde und schwerfällig in ihren Reaktionen sein können, besonders wenn zusätzlich Alkohol konsumiert wird. Je größer der Zeitraum, über den Patienten diese Präparate einnehmen, desto schwerer fällt es, konzentriert zu arbeiten oder am Straßenverkehr teilzunehmen. Oft nehmen Betroffene diese Veränderungen nicht bewusst wahr, deshalb ist es wichtig, die Warnhinweise auf dem Beipackzettel zu befolgen.

Was viele Patienten nicht wissen: Die durch Medikamente herbeigeführte Nachtruhe hat nicht dieselbe Qualität wie der natürliche Schlaf. Betroffene sind weniger erholt, ausgeruht und leistungsfähig. Dieser Zustand wird auch durch einen Wechsel des Mittels nicht beendet. „Auch länger eingenommene rezeptpflichtige Präparate führen zur Gewöhnung, sogar zur Abhängigkeit“, warnt Erika Fink. Setzt man die Tabletten ab, folgt häufig wieder die Schlaflosigkeit. Nicht selten erhöhen Patienten dann ihre Dosis. Ist erst einmal eine solche Gewöhnung eingetreten, kann diese nur durch eine lange Phase ohne Schlafmittel abgebaut werden. Gelegentlich eine Tablette einzunehmen, ist nicht weiter problematisch. Doch sollte dies eine Ausnahme bleiben, denn die dauernde Einnahme bekämpft nicht die eigentlichen Ursachen des Problems.

Betroffene sollten so früh wie möglich den Ursachen auf den Grund gehen. Diese können zahlreich sein: Dauerstress, Sorgen, Lärm, Krankheiten und chronische Erschöpfung – auch als Burn-Out-Syndrom bekannt – können ebenso Gründe sein wie eine ungesunde Lebensweise in Bezug auf Bewegung, Schlafenszeiten, Essen, Kaffee- und Alkoholkonsum. Besonders ältere Menschen sind oft von Muskelschmerzen oder rheumatischen Beschwerden geplagt, was die Nachtruhe behindert. Statt Schlaftabletten einzunehmen, ist hier eine Schmerztherapie anzuraten. Bestimmte Formen von Kopfschmerzen machen sich erst nachts bemerkbar und führen zum Aufwachen. In diesen Fällen sind andere medizinische Methoden angebracht. Ebenso können Wechseljahresbeschwerden und Schilddrüsenerkrankungen zu durchwachten Nächten führen. Depressionen, Herzkrankheiten, hoher Blutdruck sowie Krankheiten, die mit Atemnot einhergehen, behindern eine ruhige Nacht. Nicht zuletzt können auch Arzneimittel den gesunden Schlaf stören.

Betroffene finden jederzeit Rat bei ihrem Apotheker. Wichtig: Patienten sollten alle Medikamente, die sie einnehmen, selbst gewählte sowie vom Arzt verordnete, in die Apotheke mitbringen. „Da kann durchaus das ein oder andere dabei sein, das schlafstörende Substanzen enthält“, weiß Erika Fink aus ihrem Alltag in der Apotheke.

Anhaltende Schlafstörungen sind keine Bagatelle. Sie erfordern eine grundlegende Diagnose und die Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen. Doch Erika Fink macht allen Betroffenen Mut: „Die Behandlung ist zwar nicht immer leicht, aber den meisten kann geholfen werden. Voraussetzung ist, dass sich Patienten nicht kritiklos jedes Medikament selbst verordnen, sondern beizeiten fachlichen Rat einholen.“

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Hochwertige Individualrezepturen aus der Apotheke

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Eine Mutter steht mit ihren vier Monate alten Zwillingen in der Apotheke. Gleich ist sie an der Reihe. Den Abholschein schon griffbereit, wartet sie geduldig auf ein Präparat, das nicht industriell produziert werden kann. Seit der zu frühen Geburt leidet eine ihrer Töchter unter Atemaussetzern. Sie benötigt Koffeintropfen, die individuell vom Apotheker für den Säugling hergestellt werden. Eigene Rezepturen herstellen - das anspruchsvolle Handwerk des Apothekers ist auch in unserer hochtechnisierten Welt unverzichtbar.

Spezial- und Individualrezepturen werden auf den persönlichen Bedarf des Patienten abgestimmt und sind feste Bestandteile im Alltag des Apothekers. Besonders anspruchsvoll ist die Versorgung von Kindern und Säuglingen. Denn oft stehen nur Medikamente für Erwachsene zur Verfügung: Rezepturen in kindgerechter Dosierung werden vom Apotheker in Kapselform, als Tropfen oder Saft angefertigt. Dr. Gabriele Röscheisen-Pfeifer, Apothekerin aus Oldenburg, kennt das aus eigener Erfahrung: „Die Mutter der Zwillinge erhielt vom Krankenhausarzt ein Rezept für Koffeintropfen, die die Atmung stabilisieren sollten. Die Tropfen haben wir in einer niedrigen Dosierung hergestellt und zusätzlich auf den guten Geschmack geachtet. Das kommt bei der kleinen Patientin sehr gut an.“ Und die Mutter ergänzt: „Auch ein kleiner Blutschwamm an der Lippe wird mit speziell hergestellten, niedrig dosierten Betablocker-Kapseln behandelt. Es ist ein gutes Gefühl, dass die Mitarbeiter der Apotheke unser Kind kennen und auch einen Blick auf die Medikamente haben.“
Zusätzlich zu diesen pharmazeutischen Tätigkeiten unterstützt der Apotheker seine Patienten bei kleineren, alltäglichen Problemstellungen. Ob Gluten-Unverträglichkeit, Laktoseintoleranz oder Hautallergien: Viele Patienten reagieren sensibel auf bestimmte Inhaltsstoffe und können sich vom Apotheker ganz individuell beraten lassen. Der Apotheker kann Cremes mit gut verträglichen Inhaltsstoffen für die Hautpflege empfehlen oder alternative Rezepturen für Allergiker herstellen.
Eine Herausforderung für viele Patienten ist die Einnahme von Medikamenten. Der Apotheker findet auch hier eine passende Lösung: streng schmeckendes Algenpulver füllt der Apotheker in Kapseln, bittere Koffeintropfen vermischt er mit süßem Kirschsirup zu einem kindertauglichen Saft. Haben Patienten Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten, kann der Apotheker eine Rezeptur in geeigneter Darreichungsform anbieten.
In den Individualrezepturen zeigt sich die traditionelle pharmazeutische Handwerkskunst, an deren Qualität höchste Anforderungen gestellt werden. Für jedes händisch gefertigte Präparat legt der Apotheker ein Herstellungsprotokoll an, in dem er Chargen von verarbeiteten Ausgangsstoffen und Fertigarzneimitteln sowie die verwendeten Mengen dokumentiert. Der Herstellungsprozess ist von genauen, bis ins Detail standardisierten Kontrollen durchzogen.
Ist der Patient auf ein individuelles Rezepturarzneimittel angewiesen und muss dieses beispielsweise auf Reisen herstellen lassen, sollte er dem Vertretungsarzt für die korrekte Rezeptausstellung unbedingt das Originalgefäß mit Etikett vorlegen. Auf den Etiketten befinden sich Informationen über die Wirk- und Hilfsstoffe sowie zur Darreichungsform und der Aufbrauchfrist. In der Regel kann jede Apotheke Individualrezepturen herstellen. Es gibt aber auch aufwändige Rezepturen, die besondere Geräte oder Räumlichkeiten wie ein Steril-Labor erfordern.
Individuelle Rezepturen für Erwachsene und Kinder anzufertigen, gehört zu den Kernkompetenzen des Apothekers. Doch nicht nur die präzise Abstimmung der Inhaltsstoffe und die persönliche Versorgung sind für die Mutter der Zwillinge wichtig: „Ich weiß erst jetzt zu schätzen, wie gut es ist, eine Stammapotheke zu haben.“
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 9. September 2014

Sodbrennen kann schmerzhaft sein

Gefährliche Dauerlösung Selbstmedikation

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Wer kennt es nicht, dieses unangenehme Gefühl, wenn der saure Mageninhalt die Speiseröhre hinaufklettert, manchmal bis in die Kehle. Schnell greifen Patienten zu Magensäure hemmenden Arzneimitteln, die kurzzeitig Beschwerden lindern. Trotzdem warnt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, vor einer dauerhaften Selbstmedikation: „Wenn man mit den Medikamenten Beschwerdefreiheit erzeugt, sorgt man unter Umständen dafür, dass ernsthafte Erkrankungen lange Zeit unentdeckt bleiben und eventuell nicht mehr heilbar sind.“
Sodbrennen entsteht, wenn saurer Mageninhalt die empfindliche Speiseröhre hinaufsteigt. Der menschliche Magen enthält von Natur aus 0,5% Salzsäure, die sowohl für die Verdauung als auch für die Desinfektion des Mageninhalts erforderlich ist. Die gesunde Magenschleimhaut wird von der Säure nicht weiter angegriffen. Bei lang anhaltendem Sodbrennen kann allerdings die sensible Speiseröhre Schaden nehmen. Viele Menschen leiden unter Sodbrennen. In den meisten Fällen ist das brennende Gefühl unangenehm, aber harmlos. Sogenannte Säurelocker wie Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten oder Gewürze können die Beschwerden hervorrufen. In diesen Fällen verschwindet das Sodbrennen einige Zeit nach dem Essen wieder oder kann mit Hilfe einer Kautablette sofort behoben werden. Nehmen Patienten regelmäßig Schmerztabletten zu sich, kann auch das saures Aufstoßen hervorrufen. Durch einige Schmerzmittel kann der Säureschutzmechanismus des Magens außer Kraft gesetzt und die Magenschleimhaut angegriffen werden. Ebenso kommen Stress und eine Fehlfunktion des Schließmuskels, der den Magen von der Speiseröhre trennt als Auslöser in Frage. Nur bei dauerhaftem Sodbrennen, das häufiger als zwei Mal pro Woche auftritt, sollten Betroffene einen Arzt konsultieren.
Arzneimittel gegen Sodbrennen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Magensäurebinder neutralisieren die Säure im Magen und sorgen praktisch für sofortige Beschwerdefreiheit. Sie sind als Kautabletten und in Gelform im Portionsbeutel verfügbar und zur Behandlung von gelegentlichem Sodbrennen hervorragend geeignet. Daneben sind die sogenannten Protonenpumpenhemmer oder PPI´s erhältlich, die die Bildung von Magensäure verhindern und daher unter den Namen Magensäurehemmer bekannt sind. Sie wirken nicht augenblicklich, sondern erst nach Stunden. Dafür hält die Wirkung mindestens 24 Stunden an. Die Medikamente, die Patienten rezeptfrei erhalten, sind sehr wirksam und beseitigen Sodbrennen zuverlässig. Wenn man häufig unter Sodbrennen leidet, lassen sich die Beschwerden dadurch bequem unterbinden. Je länger Patienten Protonenpumpenhemmer einnehmen, desto schwerer fällt Ihnen das Aufhören: „Wenn die normale Magensäurebildung wieder einsetzt, empfinden das einige Patienten als unangenehm. Der Rückgriff auf das bewährte Medikament ist dann schnell getan und die Patienten werden zu Dauereinnehmern“, schildert Erika Fink.
Sowohl bei der Einnahme von Magensäurebindern als auch von Magensäureblockern ist zu bedenken, dass sie sich mit einigen anderen Arzneimitteln nicht vertragen. Deshalb sollten Patienten auf jeden Fall vor der Selbstbehandlung fachlichen Rat vom Arzt oder Apotheker einholen, auch wenn sie das Gefühl haben, dass die Beschwerden harmlos sind.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Montag, 8. September 2014

Wenn der Körper nicht mehr gehorcht

Epilepsie: So lassen sich Risiken im Alltag besser meistern

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Das Thema Epilepsie wird in unserer Gesellschaft oft stiefmütterlich behandelt. Rund 800.000 Menschen sind in Deutschland von Epilepsie betroffen, in der Öffentlichkeit wird die Erkrankung jedoch fast gar nicht wahrgenommen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen leiden Menschen unter epileptischen Anfällen und der damit einhergehenden, oft lebenslang notwendigen Therapie.
Epilepsie ist seit der Antike bekannt. Caesar, Leonardo da Vinci und Napoleon sollen an den Krampfanfällen gelitten haben, die in jedem Alter auftreten können. Gründe für die Anfälle lassen sich zum Teil auf konkrete Ursachen wie Missbildungen im Gehirn, eine genetische Disposition, Hirnverletzungen oder auf Folgen eines Schlaganfalls zurückführen. Dabei gibt es verschiedene Formen der Anfälle. Je nach Stärke und Verlauf können diese mit unkontrollierten Zuckungen, Verkrampfungen und Bewusstseinsverlust des Betroffenen einhergehen. Sie sind für den Patienten physisch und psychisch sehr belastend, gleichzeitig auch sehr irritierend für uninformierte Beteiligte. Tatsächlich gefährlich ist der so genannte „Status Epilepticus“. Diese Anfallsart kann länger als zehn Minuten andauern. Oft kann sich der Patient davon nicht wieder selbstständig erholen.
Worauf müssen Betroffene und Angehörige achten? Wie kann der Apotheker den Patienten auf dem Weg in ein geregeltes Leben mit Arbeit, Familie und Freizeit unterstützen? Einige Verhaltensregeln helfen, den Alltag mit Epileptikern sicherer zu gestalten:
  • Bewahren Sie Ruhe! Die meisten Anfälle dauern weniger als zwei Minuten.
  • Verhindern Sie Verletzungen und lassen Sie den Betroffenen auskrampfen. Entfernen Sie gefährliche Gegenstände oder polstern Sie Pfosten oder Türkanten ggf. ab, beispielsweise mit Decken.
  • Bringen Sie den Betroffenen, nachdem er ausgekrampft hat, in eine stabile Seitenlage, damit dieser möglicherweise nicht an dem eigenen Erbrochenen erstickt.
  • Verständigen Sie unbedingt den Rettungsdienst, wenn Ihnen der Betroffene und seine Erkrankung nicht bekannt sind. Ist Ihnen bekannt, dass der Betroffene Epileptiker ist, sollte die Rettung alarmiert werden, wenn der Krampf länger als fünf Minuten dauert.
  • Bleiben Sie nach dem Anfall bei dem Betroffenen, bis er klar ist und sich orientieren kann. Das kann unter Umständen einige Zeit dauern, da der Betroffene nach dem Krampf in eine Nachschlafphase fällt.

Die Medikation bei Epilepsie gestaltet sich oft kompliziert. Im ersten Schritt gelingt eine stabile Ersteinstellung nur bei 50 Prozent der Patienten. Eine grundlegende Voraussetzung für den Therapierfolg ist die zuverlässige Einnahme durch den Patienten, Geduld sowie eine dauerhafte Zusammenarbeit mit dem Arzt beziehungsweise Apotheker, der die Feinabstimmung der Medikation übernimmt. Nur auf diesem Weg kann die erfolgreiche Einstellung auf das passende Medikament stattfinden.

Eine besondere Herausforderung stellt das Thema Verhütung für Epileptikerinnen dar. Manche Medikamente wie beispielsweise Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin oder Oxcarbazepin beeinträchtigen die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille. So rechnet man mit bis zu doppelt so vielen ungewollten Schwangerschaften bei Epilepsiepatientinnen, die mit der Pille verhüten. Auch hormonhaltige Vaginalringe oder Hormonpflaster wirken nicht zuverlässig. Wer eine Schwangerschaft verhindern möchte, sollte sich deshalb nicht auf die hormonelle Verhütung verlassen, sondern besser andere Verhütungsmethoden wählen. Eine gute Möglichkeit sind Kupferspiralen, weil sie nicht unmittelbar auf Hormonbasis wirken.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Was tun bei einem Insektenstich?



Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Es ist wieder Sommer und zahlreiche Insekten sind unterwegs. Jetzt ist ein gründlicher Insektenschutz unerlässlich, um Insektenstiche und ihre unangenehmen Folgen wie Jucken oder Rötungen zu vermeiden. Zwar sind Mücken, Wespen und Bienen lästig, in der Regel bleiben ihre Stiche aber ungefährlich, erklärt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Erste Hilfe bei Insektenstichen
Damit erst gar keine Schwellung entsteht, gilt es den Stich zu kühlen: Am besten eignen sich Eis oder kaltes Wasser. Noch wirksamer sind antiallergische Gels oder Stifte, eventuell auch Sprays oder Cremes mit Kortison. Dadurch werden Rötungen und Juckreiz gemildert und die Gefahr, dass sich der Stich durch Kratzen und Verunreinigungen entzündet, bleibt gering. Allerdings klingt die Wirkung nach einigen Stunden ab und die Wunde muss nachbehandelt werden. Wer im Sommer oft im Freien oder mit Kindern unterwegs ist, sollte auf Nummer sicher gehen und immer ein entsprechendes Präparat bei sich tragen, um den Stich sofort zu behandeln.
Wenn der Stich nicht ohne Folgen bleibt
Je nach Insekt und Einstichstelle kann ein Insektenstich Komplikationen nach sich ziehen. Folgen sind dann: Unwohlsein, grippeähnliche Symptome, Schwindel oder Blutdruckabfall, die ein Arzt behandeln muss. Gefährlich wird ein Insektenstich erst, wenn sich die Einstichstelle infiziert. Bereits während des Stechens oder mit dem danach einsetzenden Kratzen, gelangen Bakterien in die Wunde und rufen eitrige Entzündungen hervor, die sich schlimmstenfalls im gesamten Körper ausbreiten können. Hier muss der Arzt feststellen, ob eine Behandlung mit Antibiotika angebracht ist. Ebenso ratsam ist ein Arztbesuch, wenn Wespen oder Bienen empfindliche Körperteile wie Oberlippe, Mund oder Rachen gestochen haben. Besonders bei Menschen mit Insektengiftallergien, sei es Bienen- oder Wespengift, ist Vorsicht geboten. Insektenstiche lösen bei Allergikern heftige Reaktionen aus, die in einigen Fällen allergische Schocks nach sich ziehen können. Betroffene Allergiker können die Gefahren meist gut einschätzen und führen stets ein Soforthilfeset mit sich.
Gründlicher Schutz beginnt schon vor dem Stich
Zu solchen unangenehmen Verläufen muss es aber nicht kommen, wenn man Stiche vermeidet. Helle, den ganzen Körper bedeckende Kleidung ist ein sinnvoller Schutz. Wer Sommer und Sonne genießen will, verhüllt sich nicht gern, weiß Erika Fink. Als Alternative empfiehlt sie Insektenabwehrsprays, die zwar keinen vollständigen Schutz bieten, dennoch die meisten Plagegeister fernhalten.
Falls man so ein Spray kauft, sollte man gleichzeitig auf einen wirksamen Schutz gegen Zecken achten. Diese sind zwar Spinnentiere und keine Insekten – dennoch sind Zecken Träger diverser Bakterien und Viren und können mit ihren Bissen Infektionen auslösen. Es gilt: Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Infektionsgefahr. Eine Zeckenzange sollte fester Bestandteil in jedem Reisegepäck sein. Treten innerhalb weniger Tage nach einem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome auf oder bildet sich ein roter Hof um die Einstichstelle, ist eine ärztliche Begutachtung erforderlich.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 8. Juli 2014

Häufig missverstanden: der Beipackzettel

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Damit Arzneimittel ihre Wirkung entfalten können, ist es wichtig, sie korrekt einzunehmen. Um sich zu informieren, lesen viele Patienten vorab den Beipackzettel. Oft ärgern sie sich über den Umfang von meist mehreren Seiten, aber mehr noch über die für sie unverständlichen Angaben. Schnell entstehen Unsicherheiten. Was bedeutet „Vor dem Essen einnehmen“? 30 Minuten vorher, direkt davor? Wofür stehen die vielen Fachbegriffe? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen, wenn dort „häufig“ steht? Andere Patienten können den Beipackzettel gar nicht lesen, weil die Schrift zu klein ist. Wenn Patienten den Beipackzettel nicht oder falsch verstehen, besteht immer die Gefahr, dass sie ihre Arzneimittel nicht richtig oder gar nicht einnehmen. Daher appellieren Apotheker an die Patienten, bei Unsicherheiten das Gespräch zu suchen. Erste Tipps für den Umgang mit Beipackzetteln gibt die Apothekerkammer Niedersachsen hier.

Die meisten Sorgen bereiten Patienten die Nebenwirkungen. Daher ist hier die Gefahr der Missverständnisse besonders groß. Das mögliche Auftreten von Nebenwirkungen wird als wahrscheinlicher angesehen als dies tatsächlich der Fall ist, weil sich der allgemeine Sprachgebrauch nicht mit den Angaben im Beipackzettel deckt. So erscheint das Wort „häufig“ im Zusammenhang mit Nebenwirkungen bedrohlich. Es meint jedoch lediglich, dass Begleiterscheinungen bei weniger als 10 Prozent und bei mehr als einem Prozent der Behandelten auftreten. Daher ist es wichtig, immer genau zu schauen, welcher Prozentwert hinter den Begriffen „sehr häufig“, „häufig“, „gelegentlich“, „selten“ und „sehr selten“ steht. Diese Aufschlüsselung findet sich in jedem Beipackzettel.
Problematisch ist vor allem, dass im Beipackzettel selten unterschieden wird zwischen tolerierbaren Nebenwirkungen und solchen, die Arztkontakt oder Therapieabbruch erfordern. Betroffene sollten daher unbedingt das Gespräch mit dem Apotheker suchen.
Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme kann die Wirkung eines Arzneimittels verlangsamen, beschleunigen, verstärken oder vermindern. Auch Nebenwirkungen können in bestimmten Fällen stärker oder schwächer auftreten. Wenn man seine Arzneimittel laut Beipackzettel vor dem Essen einnehmen soll, bedeutet das 30 bis 60 Minuten vor dem Essen, während des Essens meint kurz vorher, dabei oder unmittelbar danach. Ein Arzneimittel nüchtern zu nehmen heißt entweder morgens nach dem Aufstehen oder mit mindestens zwei Stunden Abstand zur letzten Mahlzeit. Soll ein Arzneimittel nach dem Essen eingenommen werden, gibt es starke Unterschiede. Im Beipackzettel findet sich meist eine genaue Zeitangabe, sonst hilft der Apotheker gerne weiter.
Vielfach sind Arzneimittel sehr erklärungsbedürftig, deshalb bieten Apotheker direkt in der Apotheke eine Beratung an. Dort zeigt der Apotheker z. B. die richtige Anwendung von Augen- oder Ohrentropfen, wirkstoffhaltigen Pflastern oder die Atemtechniken zur Nutzung von Inhalationsgeräten. Das kann ein Beipackzettel nicht leisten. Besondere Sorgfalt ist bei Kinderarzneimitteln geboten, sodass das persönliche Gespräch zwischen Eltern und Apotheker unersetzlich ist. Apotheker geben den Eltern nicht nur Tipps, wie ihre Kinder die Medikamente richtig einnehmen, sie erklären ihnen auch, wie sie Antibiotikasäfte aus Pulvern richtig zubereiten. In der Apotheke erhält der Patient auch Hinweise zur richtigen Lagerung der Arzneimittel. Ist eine Verpacku
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 18. Juni 2014

humannews - Pressedienst für ganzheitliche Gesundheit



Hamburg - humannews ist der erste Pressedienst, der auf Themen rund um die ganzheitliche Gesundheit ausgerichtet ist. Dazu gehören Informationen rund um die gesunde Ernährung, Naturkosmetik, Wellness und Eco-Fashion sowie Nachrichten aus der sanften Medizin.

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„Wir verzeichnen ein wachsendes Interesse der Medien an unseren Themen“, so humannews-Gründer Rüdiger Keuchel. „Mit der redaktionellen Aufbereitung entsprechender Themen für die Medien tragen wir dem Bedürfnis nach spezialisierter Information Rechnung.“

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