Donnerstag, 3. April 2014

Psychopharmaka richtig einnehmen


Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Psychische Erkrankungen werden in unserer Gesellschaft zunehmend häufiger diagnostiziert und behandelt. Dazu zählen zum Beispiel Schizophrenien, Depressionen, Angststörungen, Verhaltensstörungen oder Burnout. Je nach Erkrankung und Ausprägung kann eine Behandlung mit Medikamenten, entweder ausschließlich oder begleitend zu anderen therapeutischen Maßnahmen notwendig werden. Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät Patienten, Vorbehalte gegen die medikamentöse Therapie offen anzusprechen. Nur im Dialog sei eine sinnvolle und gut wirksame Behandlung möglich.

Mit der Diagnose und der Einnahme richtig umgehen
Viele Patienten fühlen sich stigmatisiert, wenn bei ihnen eine psychische Krankheit diagnostiziert wurde. Sie haben Angst, dass sie für verrückt und unzurechnungsfähig gehalten werden. Zum anderen befürchten sie, dass ihr Wesen und ihre Persönlichkeit durch diese Medikamente stark beeinflusst werden, sie dauernd müde sind, übermäßig an Gewicht zunehmen oder nicht mehr fahrtüchtig sind. „Diese Sorgen und Ängste muss man sehr ernst nehmen und mit den Patienten besprechen, weil sie vielfach unbegründet sind“, sagt Erika Fink. „Denn bei der Entwicklung von Psychopharmaka wurden in den letzten Jahren sehr große Fortschritte erzielt. So konnten viele Nebenwirkungen abgeschwächt oder ausgeschaltet werden. Außerdem wird der Patient nicht einfach „ruhiggestellt“. Im Gegenteil. Genau wie zum Beispiel bei einer Allergie oder Entzündung im Körper, kann man heute in den meisten Fällen ein Medikament geben, das ganz gezielt die auslösenden Stoffe blockiert.
Psychische Erkrankungen beruhen in vielen Fällen auf Störungen sogenannter Transmittersubstanzen. Diese Botenstoffe bewerkstelligen im Gehirn die Signalübertragung zwischen einzelnen Strukturen und Zellen. Ist ihre Konzentration jedoch zu hoch oder zu niedrig oder wird generell das Gleichgewicht gestört, wird der Mensch psychisch krank. Gerade in diesen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung erfolgversprechend.
Je nach Art und Schwere der Erkrankung kann es einige Wochen dauern, bis sich ein Therapieerfolg einstellt. Wichtig ist, das Arzneimittel genau nach Anweisung des Arztes einzunehmen. In der ersten Zeit kann es sein, dass man sich etwas müde fühlt. Wer Veränderungen an sich feststellt, sollte dies immer mit seinem Arzt oder Apotheker besprechen, statt das Arzneimittel eigenmächtig abzusetzen oder die Medikation nachzusteuern. Auch wer glaubt, er brauche sein Medikament nicht mehr, sollte dies zuerst mit den Experten besprechen und nicht auf eigene Faust handeln.
Beruhigungs- und Schlafmittel
Zu den Psychopharmaka zählen auch die so genannten Benzodiazepine (Beruhigungs- und Schlafmittel), die besonders häufig verschrieben werden. Wirkstoffe sind zum Beispiel Diazepam, Lorazepam oder Brotizolam. Doch Patienten ist nicht bewusst, dass diese Arzneimittelgruppe sehr schnell eine Abhängigkeit oder Sucht verursacht. Daher ist es wichtig, diese Arzneimittel auch genau nach der Einnahmevorschrift des Arztes einzunehmen und nicht ohne Rücksprache die Dosierung zu erhöhen. Weiterhin haben diese Arzneimittel Wechselwirkungen mit starken Schmerzmitteln, Mitteln gegen Demenz, Antidepressiva, Betablockern, bestimmten Magensäureblockern und Parkinsonpräparaten sowie Asthmamitteln.
Vorsicht bei Johanniskraut
Was viele sicherlich fälschlicherweise nicht als Psychopharmakon einstufen, ist Johanniskraut. Es ist ein freiverkäufliches Mittel, das stimmungsaufhellend und in hoher Dosierung nach längerer Einnahmezeit antidepressiv wirkt. Allerdings sollte man sich dringend davor hüten, selbst die Diagnose Depression zu stellen und sich damit behandeln zu wollen. Auch Johanniskraut zeigt viele Wechselwirkungen, die ärztlich verordnete Therapien stören können.
Daher ist es ratsam, immer mit seinem Stammapotheker über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, rezeptfrei wie auch -pflichtig, zu sprechen. Dieser wird den Arzt im Bedarfsfall einbeziehen. Wer Psychopharmaka einnimmt, sollte auf den Genuss von Alkohol unbedingt verzichten. Insbesondere Schwangere und alte Menschen sollten sich von ihrem Arzt oder Apotheker hinsichtlich dieser Medikamentengruppe beraten lassen, aber auch Autofahrern sei ein Gespräch angeraten.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz  Hessen mit Medikamenten sicher.

Donnerstag, 13. März 2014

Welche Nährstoffe sind für alte Menschen besonders wichtig?

Frankfurt am Main (landesapothekenkammer-hessen) – Eine gute Ernährung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie dem Organismus genau die Nährstoffe in der Menge liefert, in der sie gerade gebraucht werden. Das gilt für alle Altersgruppen. Doch gerade alte Menschen leiden häufig an Nährstoffmangel und das auch bei objektiv gesehen richtiger Ernährung. Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, erklärt, woran das liegt und wie eine sinnvolle Nährstoffzufuhr aussehen muss.

Die Gründe für eine schlechte Nährstoffversorgung im Alter sind vielfältig. Zum einen verändert sich die Körperzusammensetzung: Man hat weniger Muskelmasse, meist mehr Fett, der Wassergehalt wird geringer. Diesen Veränderungen kann man durch Sport, die richtige Ernährung und ausreichend Flüssigkeit schon entgegenwirken. Doch auch die Einnahme von Medikamenten kann die Nährstoffaufnahme beeinflussen. Weiterhin sind nachlassende Leber- und Nierenfunktion und nicht ausreichendes Kauen durch schlechte Zähne als Gründe zu nennen. Ein Ausgleich des Nährstoffmangels ist dringend notwendig, Patienten fühlen sich spürbar besser und fitter, wenn die Werte stimmen. Doch man sollte nicht wahllos Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, sondern vorher untersuchen, welche Nährstoffe genau fehlen. Dies sollte in zwei Schritten geschehen: Zunächst führt der Patient über ein bis zwei Wochen ein Ernährungsprotokoll. So ist ersichtlich, wie viele Nährstoffe eingenommen wurden. Ob und in welchem Umfang diese verwertet wurden, kann dann mittels Blutuntersuchung beim Arzt festgestellt werden.
Erst jetzt kann man überlegen, ob man es zunächst mit einer Ernährungsumstellung versucht, eine Medikation anpasst oder zu Nahrungsergänzungsmitteln greift. Nach einigen Wochen prüft man anhand einer weiteren Blutuntersuchung den Erfolg.
Welche Nährstoffe sind für alte Menschen besonders wichtig?
Vitamin D ist in erster Linie für starke Knochen verantwortlich, wirkt sich aber auch positiv im Zellstoffwechsel aus. Seit etwa zwei Jahren wird eine höhere Gabe besonders für alte Menschen empfohlen. Anhand des Blutspiegels kann der Arzt die täglich einzunehmende Menge berechnen.
Eine Vitamin B-Unterversorgung zeigt sich besonders häufig bei alten Menschen. Die B-Vitamine haben gleich mehrere Aufgaben im Körper. Sie sorgen für die Kohlenhydratverdauung, Blutbildung, Gehirnfunktion und die verminderte Plaquebildung in den Arterien. Alte Menschen benötigen mehr B-Vitamine als junge, da sie diese nicht mehr so gut aus der Nahrung herausziehen und speichern können. Zudem nehmen viele alte Menschen Medikamente ein, die die Aufnahme zusätzlich einschränken. Hierzu kann der Apotheker beraten und Tipps geben. B-Vitamine sollten grundsätzlich als Vitaminkomplex eingenommen werden. Sie ergänzen sich gegenseitig in der Wirkung und werden rasch verbraucht. Sollte ein Überschuss entstehen, wird dieser einfach ausgeschieden.
Vitamin C bremst nicht nur Oxidationsvorgänge, die wesentlich zur Zellalterung beitragen, es fördert auch die Aufnahme von Mineralstoffen in den Körper, ganz besonders von Eisen. Auch hier schadet eine Überdosierung nicht, der Körper scheidet aus, was er nicht verbraucht.
Omega-3-Fettsäuren werden als gesunde Fette häufig als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Laut Erika Fink lohnt es auch hier, das Gespräch mit dem Apotheker zu suchen: „Alle Fette, die der Mensch zu sich nimmt, beeinflussen sich gegenseitig in der Aufnahme und im Stoffwechsel. Oftmals kann es schon reichen, das Gleichgewicht zu ändern, d.h. das Weglassen der ungesunden Fette kann den gleichen Effekt erzielen wie eine zusätzliche Aufnahme der „gesunden Fette“. Ziel sollte es immer sein, so wenig zusätzliche Präparate wie möglich einzunehmen.“ Patienten sollten sich immer Zeit für ein Beratungsgespräch in der Apotheke nehmen, bevor sie teure, aber unnütze Vitaminkuren beginnen. Sinnvoll ist es, vorab einen Termin zu machen und auch seine Arzneimittel mitzubringen. So kann der Apotheker am besten feststellen, welche Medikamente eventuell Einfluss auf die Nährstoffaufnahme haben könnten.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Notdienstapotheken können jederzeit unter www.apothekerkammer.de abgerufen oder unter der Telefonnummer 01801 / 555 777 9317 erfragt werden.

Dienstag, 11. Februar 2014

Apotheker suchen Nachwuchs

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Salben und Zäpfchen selbst herstellen, individuelle Einnahmelösungen für Patienten finden, Kunden beraten und in der Therapie begleiten, einen Betrieb führen und unternehmerische Entscheidungen treffen – kann ein Beruf abwechslungsreicher sein? Kaum! Daher entscheiden sich viele junge Menschen für ein Pharmaziestudium. Auch die Zukunftsaussichten sind hervorragend, wie die Apothekerkammer Niedersachsen mitteilt. Die aktuelle Altersstruktur der Apotheker zeigt, dass in den nächsten Jahren viele Apothekeninhaber und angestellte Apotheker durch Erreichung des Rentenalters ausscheiden werden. Es gibt somit gute Perspektiven für den dringend benötigten Nachwuchs.

Knapp 60.000 Apotheker gibt es in Deutschland und der Bedarf an Apothekern nimmt wegen den steigenden Anforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft stetig zu. Mehr als 48.000 Apotheker sind aktuell in öffentlichen Apotheken beschäftigt. Der Frauenanteil liegt hier bei 70,2 Prozent. 46,2 Prozent der Apothekenleiter sind Frauen. Das liegt unter anderem daran, dass der Beruf besonders familienfreundlich ist. In den meisten Apotheken ist eine Beschäftigung in Teilzeit möglich. Weitere Arbeitsbereiche sind zum Beispiel Krankenhausapotheken, pharmazeutische Industrie, Forschung, Lehre und öffentlicher Dienst.

Wie sieht der Alltag in der öffentlichen Apotheke aus?
Die Apotheke wird eine immer wichtigere Anlaufstelle bei Gesundheitsbeschwerden. Mittlerweile werden fast 50 Prozent der Arzneimittel ohne Arztkontakt gekauft. Bevor Patienten zum Arzt gehen, suchen sie zunehmend erst ihre Apotheke auf. Der Apotheker hat hier die Funktion eines Lotsen durch den Medikamentendschungel. Er baut ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Patienten auf und empfiehlt das für ihn passende Präparat. Dabei muss er auf Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln achten sowie Lebenssituation und Alter des Patienten mit in seine Empfehlung einfließen lassen. Zum Beispiel eignet sich nicht jedes Arzneimittel für Autofahrer. Oder wer Gerinnungshemmer einnimmt, darf bei Kopfschmerzen nur spezielle Schmerzmittel zu sich nehmen.

Der Apotheker hält in vielen Fällen Rücksprache mit Ärzten und Krankenkassen und arbeitet zunehmend enger mit Pflegepersonal in Heimen und Krankenhäusern zusammen. Insbesondere bei der individualisierten Medizin, die für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung zukunftsweisend ist, ist die Kompetenz des Apothekers gefragt. Benötigt ein Patient ein spezielles Arzneimittel, das in der industriellen Massenherstellung nicht angefertigt werden kann, ist der Apotheker gefordert, ein auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenes Medikament herzustellen. Dieses Fachwissen hat zum Beispiel bei Hautkrankheiten, Krebserkrankungen oder bei Kinderarzneimitteln schon heute eine überragende fachliche Bedeutung.

Patienten erwarten heutzutage auch, von ihrem Apotheker über Präventionsmaßnahmen aufgeklärt zu werden, oder dass er ihren Blutdruck und Blutzucker misst. Immer häufiger bieten Apotheker auch gemeinsam mit Ärzten Informationsveranstaltungen an, um Patienten im Umgang mit weit verbreiteten Volkskrankheiten zu schulen.
Weiterhin ist der Apotheker immer der erste Ansprechpartner bei Anwendungsfragen zu Arzneimitteln: Wie inhaliert man richtig? Wie nutzt man einen Insulinpen? Kann man die Tablette teilen? Wie gibt man seinem Kind die notwendigen Medikamente?<ü<

Da die Arzneimitteltherapien immer komplexer werden, nimmt die Beratung einen immer größeren Raum ein. Wie bei vielen anderen Berufen, müssen sich auch Apotheker ihr Leben lang fortbilden, um den fachlichen Anforderungen immer gerecht zu werden.

Wie wird man Apotheker?
Wer ein Pharmaziestudium anstrebt, sollte einige Dinge mitbringen: Ein ausgeprägtes Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen. Wer sich später selbstständig machen möchte, braucht zudem ein wirtschaftliches Grundverständnis und Freude an Personalführung.
Um das Studium beginnen zu können, benötigt man die allgemeine Hochschulreife. Alternativ kann man zunächst eine Ausbildung zur PTA (Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in) oder PKA (Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r) machen, um so eine fachbezogene Hochschulreife zu erreichen. Über hochschulstart.de kann man sich dann für die Zulassung bewerben.

Ablauf des Studiums
Das Studium besteht aus einem Grundstudium über vier Semester, in dem allgemeine, anorganische und organische Chemie, Grundlagen der pharmazeutischen Biologie und Humanbiologie, Grundlagen der Physik und der pharmazeutischen Analytik gelehrt werden. Hinzu kommen acht Wochen Praktikum in der vorlesungsfreien Zeit, um bereits erste (Berufs-)Erfahrungen zu sammeln. Anschließend folgt der erste Prüfungsabschnitt. Das Hauptstudium behandelt in weiteren vier Semestern die medizinische und pharmazeutische Chemie, pharmazeutische Biologie, Technologie sowie Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Es folgt das zweite Staatsexamen. Daran schließt ein Jahr praktische Ausbildung an, davon mindestens sechs Monate in einer öffentlichen Apotheke. Nach dem dritten erfolgreich bestandenen Staatsexamen kann dann die Zulassung – die Approbation – beantragt werden.

Derzeit kann man in Deutschland an 22 Universitäten studieren. In Niedersachsen bietet die Technische Universität Braunschweig jedes Semester 81 Studienplätze an.
Weitere Informationen gibt es unter www.apothekerkammer-nds.de und www.studier-pharmazie.de

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Der Apotheker fertigt individuelle Rezepturen an, erklärt die korrekte Einnahme von Medikamenten, warnt vor Wechselwirkungen und garantiert diese Versorgung auch im Nacht- und Notdienst.

Montag, 10. Februar 2014

Sechs Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose

Manche Nahrungsmittel können die Calciumaufnahme verstärken oder verhindern

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Osteoporose ist bei uns zu einer Volkskrankheit geworden. Wobei Frauen davon früher und stärker betroffen sind als Männer, da sie ein grazileres Skelett und eine geringere Muskelmasse haben. Aber auch familiäre Anlagen und ein Lebensstil mit wenig Bewegung und einer calcium- und magnesiumarmen, aber kochsalzreichen Ernährung mit viel tierischem Eiweiß tragen zu einem schnellen Fortschreiten der Krankheit bei. Weiterhin können Arzneimitteltherapien gegen andere Krankheiten Einfluss auf die Knochendichte haben. Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen erklärt, worauf man achten muss.
1.   Vorsicht bei ArzneimittelnManche Arzneimittel haben auch unerwünschte Nebenwirkungen, die man aber behandeln kann. So tragen zum Beispiel Kortikoide (Cortison), die gegen Asthma, Allergien oder entzündliche Erkrankungen längere Zeit eingenommen werden müssen, Arzneimittel, die das Immunsystem beeinträchtigen, einige Mittel gegen Epilepsie und in geringem Maß Schilddrüsenhormone zu einer verminderten Knochendichte bei. Auch wenn man über sehr lange Zeit Säureblocker nehmen muss, kann das dazu führen, dass sehr wenig Calcium vom Körper aufgenommen wird. Wichtig ist, frühzeitig mit seinem Arzt oder Apotheker über Prophylaxemaßnahmen zu sprechen und nicht das andere Arzneimittel abzusetzen. Die Therapie muss auch weiterhin eingehalten werden.
2.   Die richtige ErnährungBei der richtigen Ernährung zur Prophylaxe oder Unterstützung einer Osteoporose-Therapie gilt zuerst: Calcium ist nicht gleich Calcium. So enthalten 650 Gramm Brokkoli oder 300 Gramm Haselnüsse genauso viel Calcium wie 100 Gramm Edamer, doch der Nutzen ist unterschiedlich. Das pflanzliche Calcium kann der Körper nicht so gut verwerten wie das aus Milchprodukten. Daher sollten Milch und Milchprodukte immer großzügig in die Ernährung eingebunden werden. Ein Liter Milch, auch mit niedrigem Fettgehalt, deckt fast den Tagesbedarf Calcium.
3.   Calcium besser aufnehmenWer die Aufnahme des Calciums zusätzlich verbessern möchte, der sollte darauf achten, dass er insbesondere die Vitamine C, D und K zu sich nimmt, sowie Magnesium und Fluorid. Vitamin D findet sich zum Beispiel in fetter Milch und Butter, aber auch in fettem Fisch, wie zum Beispiel Lachs und Hering. Zusätzlich kann der Körper Vitamin D selbst aus Sonnenlicht bilden. Im Alter nimmt die Vitamin-D-Synthese aber ab, so dass in vielen Fällen eine Einnahme von Tabletten empfohlen wird. In höheren Dosen ab 1000 internationalen Einheiten pro Tag, ist dringend ein Arzt hinzuzuziehen. Vitamin C ist weniger für die Aufnahme des Calciums notwendig, als vielmehr für den Knochenbau. Es baut Kollagen auf und schafft so die Gerüstsubstanz des Knochens.
4.   Stolperfallen bei der Ernährung„Es gibt in der Ernährung, die wir als gesund bezeichnen, aber auch einige Stoffe, die die Aufnahme von Calcium verhindern“, erklärt Erika Fink. Das sind zum Beispiel Ballaststoffe in Vollkornprodukten und Oxalat in einigen Gemüsen wie Spinat, Mangold, rote Bete und Rhabarber. Wer auf eine calciumreiche Ernährung achten muss, sollte diese Nahrungsmittel nur in Maßen genießen.
5.   Osteoporose ein Leben lang vorbeugenSchon von Kindesbeinen an sollte man auf eine calciumreiche Ernährung achten, da in dieser Zeit das Skelett noch aufgebaut wird. Auch Jugendliche haben einen erhöhten Bedarf. Die Calciumgabe sollte immer über den  ganzen Tag verteilt sein, damit der Körper das Calcium gleichmäßig aufnehmen kann.
6.         Wiederaufbau der Knochen
Selbst wenn bei Patienten bereits festgestellt wird, dass die Knochendichte nachgelassen hat, kann man noch einiges tun. Wichtig ist, dem Wiederaufbau der Knochen Zeit zu geben und eine regelmäßige Verfügbarkeit der Aufbaustoffe zu sichern. Denn der Aufbau der Knochen ist ein kontinuierlicher Prozess. So genannte „Kuren“, also eine kurzfristig hochdosierte Einnahme von Stoffen, die für den Knochenaufbau gebraucht werden, sind nicht zielführend, wenngleich sie sehr beliebt sind. Da der Körper ein Überangebot von Calcium nicht speichern kann, bis der Knochen es braucht, wird das meiste einfach wieder ausgeschieden.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Freitag, 17. Januar 2014

Beim Zähneputzen am besten auf die Uhr schauen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Die Auswahl an Zahnbürsten und Zahnpasta ist gewaltig, zudem gibt es noch Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten sowie Zahnpflegekaugummis. Doch braucht man das wirklich alles für eine gute Mundhygiene? Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, bestätigt dies: „Gründlichkeit bei der Zahnpflege ist das A und O für die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch. Nur so entzieht man Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis den Nährboden.“ Worauf man bei der Wahl der unterschiedlichen Mittel achten muss, verrät sie hier.

Plaque, auch Biofilm genannt, bildet sich ständig auf den Zähnen. Sie besteht aus Bakterien, die sich von Essenresten ernähren und fest auf der Zahnoberfläche haften. Die Produkte, die sie ausscheiden, führen dann zu Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Prophylaxe ist daher das Stichwort. Nach jedem Essen sollte man Zähne und Zahnzwischenräume gründlich reinigen.
Wahl der Zahnbürste
Entgegen der landläufigen Meinung ist es völlig egal, ob man eine Handzahnbürste oder eine Elektrische benutzt. Mit der richtigen Technik können die gleichen Ergebnisse erzielt werden. Wichtig ist hingegen eine mittlere Borstenhärte auszuwählen, da zu weiche Borsten den Zahnbelag nicht so gut abtragen und zu harte Borsten den Zahn und das Zahnfleisch schädigen können. Nach drei Monaten oder wenn sich die Borsten biegen, sollte die Zahnbürste dann ausgetauscht werden.
Damit Zähne wirklich gründlich gereinigt werden, sollte man mindestens drei Minuten lang putzen. „Da uns hier häufig das Zeitgefühl fehlt, sollte man sicherheitshalber auf die Uhr schauen oder die Zähne zu einem Lied im Radio putzen“, rät Erika Fink.
Wahl der Zahnpasta
Immer mehr Zahnpastahersteller gehen dazu über, den sogenannten RDA-Wert auf ihren Produkten anzugeben. Dieser Wert gibt an, wie stark der Zahnschmelz durch die enthaltenen Putz- und Schleifkörper abgeschliffen wird. Je höher der Wert ist, desto stärker wird der Zahnschmelz angegriffen. Die Skala reicht von 20 (schwach) bis 80 (stark).
Weiterhin sollte man darauf achten, dass sich Fluoride in der Zahnpasta befinden. Diese härten den Zahnschmelz und machen den Zahn noch widerstandsfähiger. Zudem gibt es in letzter Zeit auch Zahnpasten mit Micro- bzw. Nanopartikeln, die sich in kleinste Löcher einlagern und so den Zahnschmelz reparieren sollen.
Weitere Hilfsmittel
Neben dem mehrmaligen Zähneputzen pro Tag ist auch der tägliche Gebrauch von Zahnseide bzw. Zahnzwischenraumbürsten anzuraten. Wer seine Mundhygiene noch perfektionieren möchte, der kann zusätzlich noch auf einen Zungenschaber zurückgreifen, um die dort angesiedelten Bakterien zu minimieren.
Nach jedem Essen die Zähne zu putzen, ist heutzutage kaum machbar. Daher ist es durchaus sinnvoll, häufiger zu zuckerfreien Zahnpflegekaugummis zu greifen. Sie ersetzen das Zähneputzen nicht, können aber „Erste Hilfe“ leisten bis zum nächsten Putzen.
Zweimal im Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden. Nur dabei werden die Zähne richtig sauber und auch von schon verhärteten Zahnbelägen befreit.
Eingeschränkte Mundhygiene
Nach Zahnbehandlungen oder bei Zahnfleischentzündungen ist es häufig nicht möglich, die Zähne so intensiv zu putzen wie nötig. „Hier macht es Sinn für einen begrenzten Zeitraum zu speziellen desinfizierenden Lösungen zu greifen“, erklärt Erika Fink. „Dabei ist es aber wichtig, diese nur einige Tage zu verwenden, da sonst die Gefahr besteht, auch die nützlichen Bakterien der Mundflora zu schädigen.“
Raucher, immungeschwächte und schlecht ernährte Menschen haben besonders häufig Probleme mit Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Sie müssen noch penibler auf ihre Mundhygiene achten und häufiger zum Zahnarzt gehen.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Osteopathie: Mit sanften Händen heilen

Immer mehr Menschen vertrauen auf die Osteopathie. Diese ganzheitliche Therapie  kommt ganz ohne Medikamente und Operationen aus. Ziel der Behandlung ist die Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte.

Regensburg (obx-medizindirekt) - 18 Mal geht jeder Bundesbürger im Jahr zum Arzt - Weltrekord. Gesünder als die Menschen anderer Industrieländer sind wir Deutschen trotzdem nicht. Deshalb suchen immer mehr Menschen und auch Ärzte nach Alternativen jenseits der Schulmedizin. Eine der ganz großen Hoffnungen für viele: Osteopathie. Die Osteopathie versteht sich als ganzheitliche Alternativmedizin. Der Therapeut behandelt ausschließlich mit seinen Händen. Medikamente und chirurgische Eingriffe sind tabu. Wie auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der ganze Körper in die Diagnose und Behandlung einbezogen. Ziel ist es, krank machende Störquellen in Muskeln, Knochen, Nerven, Organen, Blut- und Lymphgefäßen im Körper zu finden und diese abzubauen.

"Jede Heilung ist immer und grundsätzlich Selbstheilung. Die ärztliche Kunst besteht darin, diesen Prozess der Selbstheilung zu unterstützen", schrieb kürzlich das Deutsche Ärzteblatt. Dies ist auch eine der wesentlichen Grundsätze der Osteopathie. Befürworter der Therapie sagen und auch Studien beweisen: Osteopathische Behandlungen können Funktionsstörungen des Herz-Kreislaufsystems, auch bei chronischem Asthma bronchiale, bei Kopfschmerz, Migräne und Störungen des Verdauungssystems helfen. Vor allem gegen Rückenschmerzen halten nicht nur Osteopathen, sondern auch Ärzte und Wissenschaftler die Wirksamkeit der Osteopathie mittlerweile für erwiesen. Eine neuere Untersuchung bestätigte, dass die osteopathische Behandlung bei Rückenschmerzen genauso wirksam sein kann wie Therapien auf Basis der Schulmedizin.

Auch viele Ärzte der Schulmedizin erkennen Osteopathie mittlerweile als sinnvolle Therapievariante. Ziel der Osteopathie ist es, nicht nur Symptome zu behandeln, sondern die Ursachen von Beschwerden aufzuspüren, Bewegungseinschränkungen in allen Funktionskreisläufen zu finden und zu beseitigen. Der Körper ist danach oft in der Lage, sich selbst zu regulieren und sein Gleichgewicht wieder zu finden.

Das ist ein Grund, warum Osteopathie in den letzten Jahren immer mehr Anhänger fand. 5,1 Millionen Mal haben sich alleine im letzten Jahr Patienten dem Verband der Osteopathen zufolge mit den Methoden der Osteopathie behandeln lassen.

Nach derzeitiger Rechtslage gilt die Osteopathie in Deutschland als Heilkunde. Behandlungen dürfen deshalb nur von einem Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt werden. Physiotherapeuten können nur nach Verordnung oder auf Anweisung eines Arztes osteopathisch arbeiten, sofern sie über eine abgeschlossene osteopathische Ausbildung verfügen. Deshalb ist größte Sorgfalt bei der Wahl des behandelnden Therapeuten enorm wichtig.

Voraussetzung: Der Therapeut verfügt über alle Qualifikationen, die von Osteopathie-Berufsverbänden, wie zum Beispiel dem Verband der Osteopathen (VDO) gefordert werden. Adressen qualifizierter Osteopathen finden sie auf der VDO-Internetseite unter http://www.osteopathie.de      

Montag, 9. Dezember 2013

Schmerzen bei Kindern erkennen und behandeln

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Das Kind hat Schmerzen und weint, was läge also näher, als ein Schmerzmittel zu geben? Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät genau davon dringend ab. Zuerst sollte immer eine Diagnose stehen und der Versuch ohne Arzneimittel eine Linderung herbeizuführen. Wie man am besten vorgeht, erklärt Sie hier.

1. Schmerzen bei Kindern im Vorschulalter
Kinder spüren Schmerzen genauso wie Erwachsene. Doch das Problem ist, dass sie je nach Alter und Schmerzerfahrung nicht unbedingt sagen können, wo es Ihnen wehtut. Bei kleinen Kindern ist zunächst alles Bauchweh. Um den Schmerz richtig zu lokalisieren, müssen Eltern das Kind beobachten. Hält es den Kopf mit den Händen fest, greift es sich ans Ohr, mag es nicht schlucken, auftreten oder laufen? Ist irgendwo ein blauer Fleck zu sehen? Dann ist der Bauch sicherlich nicht der Ort des eigentlichen Schmerzgeschehens. Für Bauchschmerzen sprechen hingegen diese Symptome: Das Kind mag nicht essen, krümmt sich zusammen, hat eine harte  Bauchdecke, Fieber oder Brechreiz. Aufmerksam muss man auch sein, wenn es sich anders verhält oder apathisch ist.

2. Schmerzen bei Schulkindern
Kinder im Schulalter kommunizieren ihre Schmerzen in der Regel schon besser. Neben Bauchschmerzen, die oftmals in Aufregung, Anspannung oder Erwartungshaltung begründet liegen, kommen auch schon Kopfschmerzen vor. Wie bei Erwachsenen können es Spannungskopfschmerzen sein: dumpf, drückend und nicht pulsierend. Diese Kopfschmerzen treten nach Stress, Aufregung, Schlafmangel, zu viel Fernsehen oder Computerspielen auf, aber auch nach zu viel Sport. Ebenso leiden auch schon Kinder unter Migräne mit den klassischen Symptomen wie Einseitigkeit, Übelkeit, Blässe und Lichtscheu. Hier hilft zunächst Ruhe, dennoch muss eine genaue Diagnose erfolgen. Ohne Medikamente kommt man bei Migräne selten aus.

3. Arztbesuch
Wenn man sich im Geringsten unsicher bei der Beurteilung der Schmerzen ist, ist immer ein Gang zum Arzt notwendig. „Eine Behandlung ohne Diagnose ist gefährlich. Ein verabreichtes Schmerzmittel wird im Idealfall jeden Schmerz verschwinden lassen, aber eine Krankheit kann sich so ideal weiterentwickeln, ohne dass der Schmerz als Warnsignal auf die Gefahr aufmerksam macht“, warnt Erika Fink.

4. Hausmittel vor Schmerzmitteln
Eltern sollten zunächst nach der Lokalisierung des Schmerzes mit Hausmitteln helfen, bevor sie zu Arzneimitteln greifen. Vielfach lindert schon Wärme oder das Kühlen der betroffenen Stelle den Schmerz. Wenn Kinder im Schulalter an Kopfschmerz leiden, hilft neben Ruhe auch ein kalter Umschlag, Pfefferminzöl auf der Stirn oder einfach etwas zu essen oder zu trinken. Schlagen die Hausmittel nicht an und Eltern möchten unbedingt ein Schmerzmittel geben, dürfen niemals die eigenen Medikamente verwendet werden, sondern nur explizit für Kinder zugelassene Arzneimittel. Für Kinder gibt es Schmerzmittel in Form von Tabletten, Zäpfchen und Säften, die sehr individuell zu dosieren sind. Als Wirkstoffe kommen nur Paracetamol oder Ibuprofen in Frage, da zum Beispiel Acetylsalicylsäure von Kindern nicht immer vertragen wird und schädlich sein kann. Wichtig ist, sich immer an die Einnahmevorschriften von Arzt und Apotheker zu halten, damit es nicht zu Überdosierungen kommt.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 26. November 2013

Sieben Tipps gegen Zusatzkilos

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Weihnachtsmänner, Marzipankartoffeln, Kekse und reichhaltige Weihnachtsmenüs locken uns bald wieder. Und wie jedes Jahr können wir uns kaum zurückhalten. Das Resultat sind Völlegefühl und Gewichtszunahme. Dabei gibt es einige Tricks, mit denen man sich und seinen Körper überlisten kann. Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, gibt wertvolle Ernährungstipps.

Tipp 1: Vorsorge treffen vor dem Fest
Die meisten Menschen machen ihre Diät erst nach dem Weihnachtsfest. Wer ohne den Gedanken an die kneifende Hose schlemmen möchte, sollte jetzt eine kleine Diät einschieben, um ein bis zwei Kilo zu verlieren. Als Richtwert gilt: Um ein Kilo Fett abzunehmen, muss man etwa 7.000 Kilokalorien weniger zu sich nehmen. Wer keine Kalorien zählen möchte, der kann eine normale Diät machen oder auf eine der vielen Formula-Diäten aus der Apotheke zurückzugreifen. Hier werden Mahlzeiten durch spezielle Fertigdrinks ersetzt.

Tipp 2: Ein Glas Wasser vor dem Essen
Steht die Gans erst auf dem Tisch, gibt es meist kein Halten mehr. Sinnvoll wäre zum Beispiel mehr Gemüse auf den Teller zu tun und bei Kartoffeln, Soße und Fleisch zu sparen. Man kann den Körper aber auch mit einem anderen Trick überlisten: Wer kurz vor dem Essen ein großes Glas Wasser trinkt, erreicht beim Essen schneller ein Sättigungsgefühl. Ist das Wasser schön kalt, werden zudem noch ein paar Kalorien verbrannt, um es auf Körpertemperatur zu bringen.

Tipp 3: Finger weg vom Alkohol
Alkohol hemmt den Fettabbau und regt den Appetit an. Ein „Verdauungsschnaps“ ist also nicht die Lösung. Wer nach dem Essen noch etwas braucht, um die Verdauung in Schwung zu bringen, kann auf Präparate mit Bitterstoffen zurückgreifen. Hierfür eignen sich zum Beispiel Auszüge aus Beifuß, Löwenzahn, Enzian, Wermut, Schleifenblume oder Schafgarbe, die man in der Apotheke bekommen kann. Durch die Bitterstoffe werden verstärkt Speichel, Magensaft, Gallenflüssigkeit und Bauchspeicheldrüsensaft gebildet, was die Verdauung erleichtert. Ganz nach Geschmack kann man Tropfen wählen oder spezielle Tees. Wer von Völlegefühl geplagt wird, kann zu Tees mit Fenchel, Anis, Kümmel und Koriander greifen.

Tipp 4: Obst in Sichtweite
Gerade an Weihnachten stehen ständig Süßigkeiten auf dem Tisch. „Neben den Süßigkeiten sollte auch immer etwas Obst liegen“, rät Erika Fink. „Zum Vergleich: Vier Marzipankartoffeln à 10 Gramm haben 180 kcal, eine kleine Mandarine nur 40 kcal.“
Tipp 5: Drei Stunden nichts essen
Wer bei all der kulinarischen Auswahl allzu leicht in Versuchung gerät, sollte sich einen Wecker stellen, um zwischen den Mahlzeiten immer dreistündige Esspausen einzulegen. In dieser Zeit sind auch Süßigkeiten tabu. „Diese Methode ist sehr effektiv, weil uns dadurch besonders bewusst wird, wie oft wir eigentlich zum Essen greifen“, erklärt Erika Fink.

Tipp 6: Spazieren gehen
Um die drei Stunden bis zum nächsten Essen zu überbrücken, bietet sich ein flotter Spaziergang an. Dabei werden pro Stunde 250 bis 300 kcal verbrannt. Das sieht zunächst nach nicht viel aus, aber schnell hat man sich so über eintausend Kilokalorien „erlaufen“. Und noch dazu tut die Bewegung an der frischen Luft ja auch sehr gut.

Tipp 7: Nach dem Fest wiegen
Nach dem Fest sollte man dringend sein Gewicht überprüfen. Auch wenn wir denken, dass 500 Gramm Gewichtszunahme nicht viel sind, sollte man es sofort anpacken, dann fällt es leichter. Ein bis zwei Fastentage lassen ein Weihnachtskilo verschwinden. Und noch ein abschließender Tipp: Vergleichen Sie Ihr Gewicht mit dem vor zehn Jahren. Sind das alles Weihnachtskilos?
In vielen Apotheken können sich Patienten hinsichtlich einer Fastenkur, Ernährungsumstellung oder zu Präparaten gegen Völlefühl und Co. beraten lassen.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher

Donnerstag, 14. November 2013

Neue Wege bei der Behandlung von abgenutzten Hüftgelenken

Mit mikroinvasiven Operationsmethoden und der Micro-Hip-Technik geht die Orthopädische Universitätsklinik Bad Abbach neue Wege bei der Behandlung von abgenutzten Hüftgelenken.

Bad Abbach (obx-medizindirekt) - Wenn das Hüftgelenk schmerzt und das Gehen immer schwerer fällt, ist meist fortgeschrittene Arthrose, also Gelenkverschleiß die Ursache. Nicht immer ist Übergewicht oder Überbeanspruchung Auslöser für die starke Abnutzung der Gelenke. Auch angeborene Fehlformen des Hüftgelenks können zur Arthrose führen, sagt Privatdozent Dr. Ernst Sendtner, leitender Oberarzt an der Orthopädischen Universitätsklinik Bad Abbach.

Die Diagnose Arthrose macht nicht zwangsläufig den Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks erforderlich. Wenn der Knorpelbelag noch erhalten ist, können in bestimmten Fällen Hüftkopf und die Hüftpfanne mit minimalinvasiven Eingriffen nachmodelliert werden. Dieser mikroinvasive Eingriff, der an der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach entwickelt wurde, schont die Muskulatur im Gelenkbereich.

"Allerdings stellt diese Technik höhere Anforderungen an den Operateur, es sind spezielle Instrumente nötig, auch die Implantate sind kleiner geworden", so Professor Dr. Joachim Grifka, Direktor des Klinikums in Bad Abbach.

Wie auch beim Gelenksersatz darf das Gelenk nach der Operation in der Regel sechs Wochen lang nur teilweise belastet werden. "In dieser Zeit liegt es ganz wesentlich auch mit am Patienten, die Heilung etwa mit Übungsprogrammen zum Aufbau der Muskulatur und Krankengymnastik zu unterstützten", so Dr. Sendtner.

Zunehmende Beschwerden und verminderte Lebensqualität allerdings machen bei weit fortgeschrittener Arthrose den Ersatz des Hüftgelenks erforderlich. In der Orthopädischen Universitätsklinik Bad Abbach wurden in den letzten Jahren hierfür neue, schonende Operationstechniken entwickelt. Mit dieser neuen "MicroHip-Methode" ist der Patient schneller wieder auf den Beinen und verliert weniger Blut. Die Patienten sind in aller Regel auch bereits direkt nach der Operation schmerzfrei. Sie können bereits am ersten Tag nach dem Eingriff aufstehen und nach acht Tagen gestützt durch Gehhilfen wieder Treppen steigen. Mehr als 2000 solcher Operationen wurden im Bad Abbacher Klinikum mit dieser neuen "Micro-Hip"-Technik bereits erfolgreich durchgeführt.

Künstliche Hüftgelenke halten heute 15 Jahre und länger. Auch mehrere Wechseloperationen sind möglich. Der minimalinvasive Eingriff bei der Operation mit Schonung der Muskulatur bei Ersteingriff bietet auch für eine ggf. nötige Wechseloperation die besseren Voraussetzungen.

Donnerstag, 7. November 2013

Bluthochdruck spürt man nicht

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Zu wenig Bewegung, ungesunde, fettige und salzreiche Ernährung, Übergewicht, Stress, Rauchen – Dieser Lebensstil kann zu Bluthochdruck führen. Rund 35 Millionen Deutsche leiden an dieser Krankheit, aber nur die Hälfte weiß davon, weil man Bluthochdruck nicht spürt. Der Körper leidet jedoch. Anhaltender hoher Blutdruck erhöht das Risiko für Gefäßerkrankungen, die wiederum Herzschwäche, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen verursachen können. Was man tun kann, damit es gar nicht erst so weit kommt, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Blutdruck richtig messen

Oberste Priorität hat das regelmäßige und richtige Blutdruckmessen. Wer kein Messgerät zur Hand hat, kann seinen Blutdruck auch beim Arzt oder Apotheker messen lassen. Insbesondere Menschen mit einem ungesunden Lebensstil oder Personen mit einem erblich bedingten Risiko ist tägliches Blutdruckmessen angeraten. Dies sollte morgens vor dem Frühstück geschehen, wenn man weder Nahrung, Medikamente oder Kaffee zu sich genommen hat.

Damit man zu Hause seinen Blutdruck richtig messen kann, ist es wichtig, die richtige Manschettengröße für den Arm und die Messmethode (Oberarm- oder Handgelenk) auszuwählen. Apotheker helfen dabei und zeigen auch, wie man richtig misst. So muss sich bei der Messung die Manschette auf Herzhöhe befinden. Weiterhin empfiehlt es sich, immer am rechten Arm zu messen. Um die Ruhewerte korrekt zu ermitteln, setzt man sich am besten schon fünf  Minuten vorher ruhig hin. Da der Blutdruck natürlichen Schwankungen unterliegt, muss ein erhöhter Wert zunächst noch nichts bedeuten. Wichtig ist, dass Patienten über mehrere Tage ihren Blutdruck messen und die Werte dokumentieren. Wenn ihnen die Messergebnisse morgens einmal komisch vorkommen, sollten Patienten nicht zu häufiger als dreimal hintereinander messen. Erfahrungsgemäß wird der Wert mit jeder Messung höher, da die Aufregung steigt. Um Messfehler auszuschließen, sind regelmäßige Kontrollmessungen von einem Arzt oder Apotheker ratsam.

Der Blutdruck eines gesunden Menschen liegt bei 120/80 mmHG (Abkürzung für Millimeter Quecksilbersäule). Die erste Zahl beschreibt die Auswurfphase des Herzens, bei der sich die linke Herzkammer zusammenzieht und das Blut in die Aorta pumpt. Der Blutdruck ist hier am höchsten. Der zweite Wert bezeichnet die Entspannungsphase der Herzmuskeln. Die beiden Herzkammern erweitern sich, um neues Blut hineinströmen zu lassen. Der Blutdruck ist hier am geringsten. Liegen die Werte dauerhaft über 140/90 mmHG liegt ein leichter Bluthochdruck vor. Eine schwere Hypertonie beginnt bei Werten von über 180/110 mmHG.

Wenn über mehrere Tage hohe Blutdruckwerte gemessen werden oder sich Beschwerden wie grundloses Nasenbluten, Blut im Urin oder Kopfschmerzen beim Aufwachen häufen, Herzklopfen, Schwindelanfälle oder Sehstörungen auftreten, ist dringend ein Arzt aufzusuchen. Ist der Blutdruck anhaltend über 200/130 mmHG, liegt eine Notsituation vor, die sofort einen Arzt erfordert.

Einstellung der Medikation
Vielfach ist zu Beginn der Therapie etwas Geduld erforderlich. Die Eingewöhnungsphase des Körpers kann bis zu zwei Wochen betragen. In dieser Zeit fühlen sich viele Patienten müde. Das liegt daran, dass sich der Körper erst wieder auf den normalen Blutdruck einstellen muss. In dieser Zeit ist es ratsam, nicht selbst Auto zu fahren. Bleiben die Beschwerden aber nach diesem Zeitraum bestehen, empfiehlt sich ein Gespräch mit dem Arzt.

Lebensgewohnheiten ändern
Allein mit Medikamenten ist es aber nicht getan. Durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann der Blutdruck gesenkt werden. So können unter Umständen in Rücksprache mit dem Arzt auch die Medikamente reduziert werden. Die folgenden Maßnahmen bieten sich auch schon als Prophylaxe an. Raucher sollten zu allererst dringend mit dem Rauchen aufhören. 30 bis 45 Minuten leichter Sport ein- bis zweimal die Woche, wie z.B. Walken, Schwimmen oder lange Spaziergänge sind ebenso ein guter Anfang. Weiterhin wirken sich Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation positiv auf die Therapie aus.

Auf dem Speiseplan sollte eine kalium- und ballaststoffreiche Ernährung mit vielen Früchten (insbesondere Bananen und Trockenfrüchte), Gemüse und Vollkornprodukten stehen. Dazu ist eine Reduzierung von Fett und Salz bei der Ernährung sinnvoll. Neben einer Umstellung auf weniger salzreiche Kost, bieten sich sogenannte Entlastungstage an, z.B. ein Obst-, Saft- oder Reistag pro Woche, die zu einer Blutdrucksenkung führen. Eine Minimierung des Alkoholkonsums ist ebenso ratsam.

Wer Fragen zu einer therapieunterstützenden oder prophylaktischen Ernährung gegen Bluthochdruck hat, kann sich jederzeit an seinen Apotheker wenden.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Der Apotheker fertigt individuelle Rezepturen an, erklärt die korrekte Einnahme von Medikamenten, warnt vor Wechselwirkungen und garantiert diese Versorgung auch im Nacht- und Notdienst.