Dienstag, 9. September 2014

Sodbrennen kann schmerzhaft sein

Gefährliche Dauerlösung Selbstmedikation

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Wer kennt es nicht, dieses unangenehme Gefühl, wenn der saure Mageninhalt die Speiseröhre hinaufklettert, manchmal bis in die Kehle. Schnell greifen Patienten zu Magensäure hemmenden Arzneimitteln, die kurzzeitig Beschwerden lindern. Trotzdem warnt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, vor einer dauerhaften Selbstmedikation: „Wenn man mit den Medikamenten Beschwerdefreiheit erzeugt, sorgt man unter Umständen dafür, dass ernsthafte Erkrankungen lange Zeit unentdeckt bleiben und eventuell nicht mehr heilbar sind.“
Sodbrennen entsteht, wenn saurer Mageninhalt die empfindliche Speiseröhre hinaufsteigt. Der menschliche Magen enthält von Natur aus 0,5% Salzsäure, die sowohl für die Verdauung als auch für die Desinfektion des Mageninhalts erforderlich ist. Die gesunde Magenschleimhaut wird von der Säure nicht weiter angegriffen. Bei lang anhaltendem Sodbrennen kann allerdings die sensible Speiseröhre Schaden nehmen. Viele Menschen leiden unter Sodbrennen. In den meisten Fällen ist das brennende Gefühl unangenehm, aber harmlos. Sogenannte Säurelocker wie Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten oder Gewürze können die Beschwerden hervorrufen. In diesen Fällen verschwindet das Sodbrennen einige Zeit nach dem Essen wieder oder kann mit Hilfe einer Kautablette sofort behoben werden. Nehmen Patienten regelmäßig Schmerztabletten zu sich, kann auch das saures Aufstoßen hervorrufen. Durch einige Schmerzmittel kann der Säureschutzmechanismus des Magens außer Kraft gesetzt und die Magenschleimhaut angegriffen werden. Ebenso kommen Stress und eine Fehlfunktion des Schließmuskels, der den Magen von der Speiseröhre trennt als Auslöser in Frage. Nur bei dauerhaftem Sodbrennen, das häufiger als zwei Mal pro Woche auftritt, sollten Betroffene einen Arzt konsultieren.
Arzneimittel gegen Sodbrennen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Magensäurebinder neutralisieren die Säure im Magen und sorgen praktisch für sofortige Beschwerdefreiheit. Sie sind als Kautabletten und in Gelform im Portionsbeutel verfügbar und zur Behandlung von gelegentlichem Sodbrennen hervorragend geeignet. Daneben sind die sogenannten Protonenpumpenhemmer oder PPI´s erhältlich, die die Bildung von Magensäure verhindern und daher unter den Namen Magensäurehemmer bekannt sind. Sie wirken nicht augenblicklich, sondern erst nach Stunden. Dafür hält die Wirkung mindestens 24 Stunden an. Die Medikamente, die Patienten rezeptfrei erhalten, sind sehr wirksam und beseitigen Sodbrennen zuverlässig. Wenn man häufig unter Sodbrennen leidet, lassen sich die Beschwerden dadurch bequem unterbinden. Je länger Patienten Protonenpumpenhemmer einnehmen, desto schwerer fällt Ihnen das Aufhören: „Wenn die normale Magensäurebildung wieder einsetzt, empfinden das einige Patienten als unangenehm. Der Rückgriff auf das bewährte Medikament ist dann schnell getan und die Patienten werden zu Dauereinnehmern“, schildert Erika Fink.
Sowohl bei der Einnahme von Magensäurebindern als auch von Magensäureblockern ist zu bedenken, dass sie sich mit einigen anderen Arzneimitteln nicht vertragen. Deshalb sollten Patienten auf jeden Fall vor der Selbstbehandlung fachlichen Rat vom Arzt oder Apotheker einholen, auch wenn sie das Gefühl haben, dass die Beschwerden harmlos sind.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Montag, 8. September 2014

Wenn der Körper nicht mehr gehorcht

Epilepsie: So lassen sich Risiken im Alltag besser meistern

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Das Thema Epilepsie wird in unserer Gesellschaft oft stiefmütterlich behandelt. Rund 800.000 Menschen sind in Deutschland von Epilepsie betroffen, in der Öffentlichkeit wird die Erkrankung jedoch fast gar nicht wahrgenommen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen leiden Menschen unter epileptischen Anfällen und der damit einhergehenden, oft lebenslang notwendigen Therapie.
Epilepsie ist seit der Antike bekannt. Caesar, Leonardo da Vinci und Napoleon sollen an den Krampfanfällen gelitten haben, die in jedem Alter auftreten können. Gründe für die Anfälle lassen sich zum Teil auf konkrete Ursachen wie Missbildungen im Gehirn, eine genetische Disposition, Hirnverletzungen oder auf Folgen eines Schlaganfalls zurückführen. Dabei gibt es verschiedene Formen der Anfälle. Je nach Stärke und Verlauf können diese mit unkontrollierten Zuckungen, Verkrampfungen und Bewusstseinsverlust des Betroffenen einhergehen. Sie sind für den Patienten physisch und psychisch sehr belastend, gleichzeitig auch sehr irritierend für uninformierte Beteiligte. Tatsächlich gefährlich ist der so genannte „Status Epilepticus“. Diese Anfallsart kann länger als zehn Minuten andauern. Oft kann sich der Patient davon nicht wieder selbstständig erholen.
Worauf müssen Betroffene und Angehörige achten? Wie kann der Apotheker den Patienten auf dem Weg in ein geregeltes Leben mit Arbeit, Familie und Freizeit unterstützen? Einige Verhaltensregeln helfen, den Alltag mit Epileptikern sicherer zu gestalten:
  • Bewahren Sie Ruhe! Die meisten Anfälle dauern weniger als zwei Minuten.
  • Verhindern Sie Verletzungen und lassen Sie den Betroffenen auskrampfen. Entfernen Sie gefährliche Gegenstände oder polstern Sie Pfosten oder Türkanten ggf. ab, beispielsweise mit Decken.
  • Bringen Sie den Betroffenen, nachdem er ausgekrampft hat, in eine stabile Seitenlage, damit dieser möglicherweise nicht an dem eigenen Erbrochenen erstickt.
  • Verständigen Sie unbedingt den Rettungsdienst, wenn Ihnen der Betroffene und seine Erkrankung nicht bekannt sind. Ist Ihnen bekannt, dass der Betroffene Epileptiker ist, sollte die Rettung alarmiert werden, wenn der Krampf länger als fünf Minuten dauert.
  • Bleiben Sie nach dem Anfall bei dem Betroffenen, bis er klar ist und sich orientieren kann. Das kann unter Umständen einige Zeit dauern, da der Betroffene nach dem Krampf in eine Nachschlafphase fällt.

Die Medikation bei Epilepsie gestaltet sich oft kompliziert. Im ersten Schritt gelingt eine stabile Ersteinstellung nur bei 50 Prozent der Patienten. Eine grundlegende Voraussetzung für den Therapierfolg ist die zuverlässige Einnahme durch den Patienten, Geduld sowie eine dauerhafte Zusammenarbeit mit dem Arzt beziehungsweise Apotheker, der die Feinabstimmung der Medikation übernimmt. Nur auf diesem Weg kann die erfolgreiche Einstellung auf das passende Medikament stattfinden.

Eine besondere Herausforderung stellt das Thema Verhütung für Epileptikerinnen dar. Manche Medikamente wie beispielsweise Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin oder Oxcarbazepin beeinträchtigen die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille. So rechnet man mit bis zu doppelt so vielen ungewollten Schwangerschaften bei Epilepsiepatientinnen, die mit der Pille verhüten. Auch hormonhaltige Vaginalringe oder Hormonpflaster wirken nicht zuverlässig. Wer eine Schwangerschaft verhindern möchte, sollte sich deshalb nicht auf die hormonelle Verhütung verlassen, sondern besser andere Verhütungsmethoden wählen. Eine gute Möglichkeit sind Kupferspiralen, weil sie nicht unmittelbar auf Hormonbasis wirken.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Was tun bei einem Insektenstich?



Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Es ist wieder Sommer und zahlreiche Insekten sind unterwegs. Jetzt ist ein gründlicher Insektenschutz unerlässlich, um Insektenstiche und ihre unangenehmen Folgen wie Jucken oder Rötungen zu vermeiden. Zwar sind Mücken, Wespen und Bienen lästig, in der Regel bleiben ihre Stiche aber ungefährlich, erklärt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Erste Hilfe bei Insektenstichen
Damit erst gar keine Schwellung entsteht, gilt es den Stich zu kühlen: Am besten eignen sich Eis oder kaltes Wasser. Noch wirksamer sind antiallergische Gels oder Stifte, eventuell auch Sprays oder Cremes mit Kortison. Dadurch werden Rötungen und Juckreiz gemildert und die Gefahr, dass sich der Stich durch Kratzen und Verunreinigungen entzündet, bleibt gering. Allerdings klingt die Wirkung nach einigen Stunden ab und die Wunde muss nachbehandelt werden. Wer im Sommer oft im Freien oder mit Kindern unterwegs ist, sollte auf Nummer sicher gehen und immer ein entsprechendes Präparat bei sich tragen, um den Stich sofort zu behandeln.
Wenn der Stich nicht ohne Folgen bleibt
Je nach Insekt und Einstichstelle kann ein Insektenstich Komplikationen nach sich ziehen. Folgen sind dann: Unwohlsein, grippeähnliche Symptome, Schwindel oder Blutdruckabfall, die ein Arzt behandeln muss. Gefährlich wird ein Insektenstich erst, wenn sich die Einstichstelle infiziert. Bereits während des Stechens oder mit dem danach einsetzenden Kratzen, gelangen Bakterien in die Wunde und rufen eitrige Entzündungen hervor, die sich schlimmstenfalls im gesamten Körper ausbreiten können. Hier muss der Arzt feststellen, ob eine Behandlung mit Antibiotika angebracht ist. Ebenso ratsam ist ein Arztbesuch, wenn Wespen oder Bienen empfindliche Körperteile wie Oberlippe, Mund oder Rachen gestochen haben. Besonders bei Menschen mit Insektengiftallergien, sei es Bienen- oder Wespengift, ist Vorsicht geboten. Insektenstiche lösen bei Allergikern heftige Reaktionen aus, die in einigen Fällen allergische Schocks nach sich ziehen können. Betroffene Allergiker können die Gefahren meist gut einschätzen und führen stets ein Soforthilfeset mit sich.
Gründlicher Schutz beginnt schon vor dem Stich
Zu solchen unangenehmen Verläufen muss es aber nicht kommen, wenn man Stiche vermeidet. Helle, den ganzen Körper bedeckende Kleidung ist ein sinnvoller Schutz. Wer Sommer und Sonne genießen will, verhüllt sich nicht gern, weiß Erika Fink. Als Alternative empfiehlt sie Insektenabwehrsprays, die zwar keinen vollständigen Schutz bieten, dennoch die meisten Plagegeister fernhalten.
Falls man so ein Spray kauft, sollte man gleichzeitig auf einen wirksamen Schutz gegen Zecken achten. Diese sind zwar Spinnentiere und keine Insekten – dennoch sind Zecken Träger diverser Bakterien und Viren und können mit ihren Bissen Infektionen auslösen. Es gilt: Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Infektionsgefahr. Eine Zeckenzange sollte fester Bestandteil in jedem Reisegepäck sein. Treten innerhalb weniger Tage nach einem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome auf oder bildet sich ein roter Hof um die Einstichstelle, ist eine ärztliche Begutachtung erforderlich.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 8. Juli 2014

Häufig missverstanden: der Beipackzettel

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Damit Arzneimittel ihre Wirkung entfalten können, ist es wichtig, sie korrekt einzunehmen. Um sich zu informieren, lesen viele Patienten vorab den Beipackzettel. Oft ärgern sie sich über den Umfang von meist mehreren Seiten, aber mehr noch über die für sie unverständlichen Angaben. Schnell entstehen Unsicherheiten. Was bedeutet „Vor dem Essen einnehmen“? 30 Minuten vorher, direkt davor? Wofür stehen die vielen Fachbegriffe? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen, wenn dort „häufig“ steht? Andere Patienten können den Beipackzettel gar nicht lesen, weil die Schrift zu klein ist. Wenn Patienten den Beipackzettel nicht oder falsch verstehen, besteht immer die Gefahr, dass sie ihre Arzneimittel nicht richtig oder gar nicht einnehmen. Daher appellieren Apotheker an die Patienten, bei Unsicherheiten das Gespräch zu suchen. Erste Tipps für den Umgang mit Beipackzetteln gibt die Apothekerkammer Niedersachsen hier.

Die meisten Sorgen bereiten Patienten die Nebenwirkungen. Daher ist hier die Gefahr der Missverständnisse besonders groß. Das mögliche Auftreten von Nebenwirkungen wird als wahrscheinlicher angesehen als dies tatsächlich der Fall ist, weil sich der allgemeine Sprachgebrauch nicht mit den Angaben im Beipackzettel deckt. So erscheint das Wort „häufig“ im Zusammenhang mit Nebenwirkungen bedrohlich. Es meint jedoch lediglich, dass Begleiterscheinungen bei weniger als 10 Prozent und bei mehr als einem Prozent der Behandelten auftreten. Daher ist es wichtig, immer genau zu schauen, welcher Prozentwert hinter den Begriffen „sehr häufig“, „häufig“, „gelegentlich“, „selten“ und „sehr selten“ steht. Diese Aufschlüsselung findet sich in jedem Beipackzettel.
Problematisch ist vor allem, dass im Beipackzettel selten unterschieden wird zwischen tolerierbaren Nebenwirkungen und solchen, die Arztkontakt oder Therapieabbruch erfordern. Betroffene sollten daher unbedingt das Gespräch mit dem Apotheker suchen.
Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme kann die Wirkung eines Arzneimittels verlangsamen, beschleunigen, verstärken oder vermindern. Auch Nebenwirkungen können in bestimmten Fällen stärker oder schwächer auftreten. Wenn man seine Arzneimittel laut Beipackzettel vor dem Essen einnehmen soll, bedeutet das 30 bis 60 Minuten vor dem Essen, während des Essens meint kurz vorher, dabei oder unmittelbar danach. Ein Arzneimittel nüchtern zu nehmen heißt entweder morgens nach dem Aufstehen oder mit mindestens zwei Stunden Abstand zur letzten Mahlzeit. Soll ein Arzneimittel nach dem Essen eingenommen werden, gibt es starke Unterschiede. Im Beipackzettel findet sich meist eine genaue Zeitangabe, sonst hilft der Apotheker gerne weiter.
Vielfach sind Arzneimittel sehr erklärungsbedürftig, deshalb bieten Apotheker direkt in der Apotheke eine Beratung an. Dort zeigt der Apotheker z. B. die richtige Anwendung von Augen- oder Ohrentropfen, wirkstoffhaltigen Pflastern oder die Atemtechniken zur Nutzung von Inhalationsgeräten. Das kann ein Beipackzettel nicht leisten. Besondere Sorgfalt ist bei Kinderarzneimitteln geboten, sodass das persönliche Gespräch zwischen Eltern und Apotheker unersetzlich ist. Apotheker geben den Eltern nicht nur Tipps, wie ihre Kinder die Medikamente richtig einnehmen, sie erklären ihnen auch, wie sie Antibiotikasäfte aus Pulvern richtig zubereiten. In der Apotheke erhält der Patient auch Hinweise zur richtigen Lagerung der Arzneimittel. Ist eine Verpacku
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 18. Juni 2014

humannews - Pressedienst für ganzheitliche Gesundheit



Hamburg - humannews ist der erste Pressedienst, der auf Themen rund um die ganzheitliche Gesundheit ausgerichtet ist. Dazu gehören Informationen rund um die gesunde Ernährung, Naturkosmetik, Wellness und Eco-Fashion sowie Nachrichten aus der sanften Medizin.

Anfang 2006 gestartet, erreicht humannews mittlerweile mehr als 7.000 Medizin- und Gesundheitsjournalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Journalisten können einen kostenlosen, wöchentlichen E-Mail Newsletter abonnieren und auf humannews Pressematerialien über eine Stichwortsuche recherchieren und diese gebührenfrei downloaden und veröffentlichen.

„Wir verzeichnen ein wachsendes Interesse der Medien an unseren Themen“, so humannews-Gründer Rüdiger Keuchel. „Mit der redaktionellen Aufbereitung entsprechender Themen für die Medien tragen wir dem Bedürfnis nach spezialisierter Information Rechnung.“

Mehr Infos unter http://www.humannews.de

Das Kinderwunder von Bönnigheim: Frau brachte 53 Kinder zur Welt


Gemälde über das Kinderwunder von Bönnigheim


Bönnigheim (medizin-welt) - Die kinderreichste Mutter Deutschlands zwar zweifellos Barbara Stratzmann (um 1448-1503), geborene Schmotzer, aus Bönnigheim im Kreis Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Diese Frau, die man wegen ihres Mädchennamens "Schmotzerin" nannte, schenkte ihrem Mann Adam Stratzmann (gestorben 1504) sage und schreibe insgesamt 53 Kinder, die jedoch alle früh starben. Über das "Kinderwunder von Bönnigheim" berichtet das Taschenbuch "Superfrauen 11 - Feminismus und Familie" des Wiesbadener Autors Ernst Probst.

Der Titel gehört zu einer 14-bändigen Reihe über berühmte Frauen aus den Bereichen Geschichte, Religion, Politik, Wirtschaft und Verkehr, Wissenschaft, Medizin, Film und Theater, Malerei und Fotografie, Musik und Tanz, Feminismus und Familie, Sport, Mode und Kosmetik sowie Medien und Astrologie. Einzeltitel sind beim „GRIN-Verlag“ (München) www.grin.com erhältlich.

Das "Kinderwunder von Bönnigheim" ist durch schriftliche Dokumente belegt. Am St. Thomastag anno 1498 protokollierte der Notar Friedrich Deumling aus Wimpfen die "wahrhaftige Historia" des Kinderreichtums der "Schmotzerin": "Bekenn mich hiermit mit meiner handschrift, dass Ich solches von dieser Frawen alles selbs hab gehört, Undt also auch geschrieben". Im Protokoll von 1498 erzählte die „Schmotzerin“, wie sich die Zahl ihrer 53 Kinder zusammengesetzt hat: Demnach war sie 29 Mal schwanger und gebar 18 Einlinge, fünf Zwillinge, vier Drillinge und jeweils einmal Sechs- und Siebenlinge.

Irgendwann zwischen 1500 und 1525 entstand das spätgotische Gemälde in der evangelischen Stadtkirche von Bönnigheim, das unter der Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem die „Schmotzerin“ und ihren Gatten mit ihren insgesamt 53 Kindern darstellt. Links vom Betrachter aus knien der Vater und die 38 Söhne, rechts die Mutter und die 15 Töchter. Spruchbänder nennen das Todesjahr von Adam Stratzmann und Barbara „Schmotzerin“, und ein Gedicht preist den Kinderreichtum.

1509 forderte Kaiser Maximilian (1459-1519), der sich damals in Vaihingen an der Enz und in Stuttgart aufhielt, von der Stadt „Binickheim“ (Bönnigheim) einen Bericht über den Kindersegen der „Schmotzerin“ an, über den ihn jemand informiert hatte. Er erhielt am 29. Juni jenes Jahres die gewünschte Antwort, deren Wortlaut in der heute etwas schwer verständlichen Sprache des Mittelalters bekannt ist.

Über Barbara Schmotzer berichtete zwischen 1600 und 1631 auch ein gewisser Neidhard von Gemmingen in seiner Familienchronik. Trotz ihrer 53 Kinder gilt Barbara Schmotzer nicht als die kinderreichste Frau der Welt. Denn eine russische Bäuerin (1707-1782) gebar 69 und eine Frau in Chile, die in den 1990-er Jahren noch lebte, 55 Kinder. Im Vergleich dazu wirken die zwölf Kinder der Großmutter des Autors Ernst Probst bescheiden.

Dienstag, 17. Juni 2014

Diabetes frühzeitig erkennen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Diabetes Typ 2 ist eine Volkskrankheit, deren Behandlung die Krankenkassen viel Geld kostet. Denn wenn Diabetes diagnostiziert wird, müssen meist schon Folgeerkrankungen mitbehandelt werden. Dabei ist es eigentlich leicht, Diabetes frühzeitig zu entdecken, erklärt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Als Vorsorge reicht es aus, einmal jährlich den Blutzucker messen zu lassen, wenn keinerlei Beschwerden vorliegen. Dies kann ganz unkompliziert in der Apotheke durchgeführt werden. Der Patient sollte einfach morgens nüchtern in die Apotheke kommen, so ergibt sich der sicherste Wert.
Die regelmäßige Vorsorge hilft, die Lebensqualität lange aufrecht zu erhalten. Diabetes kann den Körper stark schädigen und auch die Lebenszeit verkürzen. Daher sollte man zu Gunsten der Früherkennung besonders auf Kleinigkeiten achten, wie Müdigkeit beziehungsweise schnelle Ermüdbarkeit, Hungeranfälle und großen Durst, verstärkten Harndrang, verminderte Sehschärfe, trockene, juckende Haut, eine schlechte Wundheilung, Taubheitsgefühle oder Kribbeln in Händen und Füßen. Die Symptome treten nicht alle gemeinsam auf und sie können für sich genommen auch von anderen Krankheiten hervorgerufen werden. Dies erschwert die Diagnose zunächst. Wenn der Patient jedoch zusätzlich übergewichtig ist, sollte sicherheitshalber ein Blutzuckertest durchgeführt werden.

Als Folgeschäden von unerkanntem Diabetes können Nervenschäden, verminderte Sehkraft bis hin zur Erblindung, Einschränkung der Nierentätigkeit oder Erektionsstörungen auftreten.

Allen, die sich vor Insulinspritzen fürchten, gibt Erika Fink Entwarnung: „Durch eine frühe Erkennung des Diabetes lässt sich noch vieles in andere Bahnen lenken. Eine Änderung der Lebensumstände durch mehr Sport, eine Ernährungsumstellung oder  Gewichtsabnahme kann schon ein Fortschreiten der Krankheit verhindern und die Blutzuckerwerte verbessern.“ Es ist also nicht immer gleich eine medikamentöse Behandlung notwendig.

Werden erhöhte Blutzuckerwerte im Rahmen der Vorsorge in der Apotheke festgestellt, verweist der Apotheker an den Arzt. Dieser kann anhand umfangreicherer Bluttests den HbA1c-Wert ermitteln, der mehr über eine eventuell vorliegende Zuckerkrankheit aussagt. Der gemessene Wert ist keine Momentaufnahme wie eine gewöhnliche Blutzuckermessung, sondern zeigt die Folgen erhöhter Blutzuckerwerte der letzten Wochen an. So kann im Bedarfsfall die richtige Therapie empfohlen werden.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Notdienstapotheken können jederzeit unter www.apothekerkammer.de abgerufen oder unter der Telefonnummer 01801 / 555 777 9317 erfragt werden.

Montag, 16. Juni 2014

Erschwerte Arzneimitteltherapien durch unerwünschte Nebenwirkungen

Tipps gegen Nebenwirkungen
Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Bei Arzneimitteln kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen. Nach der Einnahme der Tablette treten zum Beispiel Magenschmerzen, Durchfall oder nächtlicher Harndrang auf. Was Patienten selbst tun können und wann ein Gang zum Arzt notwendig wird, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.
Wenn Eisen auf den Magen schlägt
Eisen wirkt auf nüchternen Magen am besten. Doch es reizt auch die Magenschleimhaut. Daher leiden viele Patienten nach der Eiseneinnahme unter Magenschmerzen. Apotheker raten diesen Patienten, ihre Eisentablette statt 30 Minuten vor der Mahlzeit direkt zu den Mahlzeiten einzunehmen. Eventuell muss dann die Dosis erhöht werden, doch der Patient fühlt sich wohler. Ebenso gibt es Eisenpräparate, die sich erst im Dünndarm auflösen und dadurch verträglicher werden. Eisenmangel kann zudem auch durch die Ernährung ausgeglichen werden, zum Beispiel durch den verstärkten Verzehr von rotem Fleisch, Linsen oder weißen Bohnen.
Plötzlich erforderliche nächtliche Toilettengänge
Viele Patienten, die Blutdrucksenker neu einnehmen, leiden plötzlich unter häufigerem Harndrang, da einige dieser Medikamente zusätzlich entwässernde Wirkstoffe enthalten. Blutdrucksenker greifen massiv in den Organismus ein und der Körper muss sich erst an das Arzneimittel gewöhnen. Nach ein bis zwei Wochen ist diese Nebenwirkung meist abgeschwächt oder sogar überstanden. Wer sich dadurch sehr beeinträchtigt fühlt, kann die abendliche Tabletteneinnahme auch etwas vorziehen. Wie dies genau funktioniert, sollte jeder Patient individuell mit seinem Apotheker besprechen. Weiterhin ist es wichtig, den Apotheker auch über andere Arzneimitteleinnahmen zu informieren, damit es nicht zu Wechselwirkungen kommen kann.
Durchfall nach der Tabletteneinnahme
Eine Ursache für Durchfall kann in der Unverträglichkeit der Hilfsstoffe liegen. Manche Patienten reagieren auf den enthaltenen Milchzucker. In einem solchen Fall sollten sich Patienten gemeinsam mit ihrem Apotheker beraten, ob sich vielleicht eine andere Darreichungsform findet, zum Beispiel Kapseln, Tropfen oder Saft.
Häufig sind aber auch Patienten betroffen, die Antibiotika einnehmen. Durch die Einnahme von Antibiotika wird die Darmflora gestört, wodurch Durchfall auftreten kann. Vorbeugend kann man Präparate einnehmen, die die Darmflora schützen. Sollte ein Durchfall eintreten und länger als drei Tage dauern, sollte dringend der Arzt aufgesucht werden.
Trockene Augen durch Betablocker
Patienten, die Betablocker einnehmen, leiden unter verringertem Tränenfluss. Insbesondere für Kontaktlinsenträger stellt dies ein Problem dar. Sie können sich mit künstlicher Tränenflüssigkeit aus der Apotheke behelfen.
Keine Angst vor Nebenwirkungen
Wer Nebenwirkungen bei sich wahrnimmt, sollte sich umgehend seinem Arzt oder Apotheker anvertrauen, insbesondere wenn die weitere Arzneimitteltherapie gefährdet ist. Gerade Apotheker kennen viele Tipps und Tricks, wie durch die Umstellung von Lebensumständen, Ernährung oder Einnahmezeitpunkten Nebenwirkungen minimiert werden können. Manche Patienten haben auch plötzlich Vorbehalte gegen ein Medikament, wenn sie den Beipackzettel gelesen haben. Die Angst vor den möglichen Nebenwirkungen kann sehr belastend sein. Patienten sollten den Mut haben, ganz offen über ihre Nebenwirkungen oder ihre Ängste davor zu sprechen. Vielfach bietet es sich an, hierfür extra einen Termin mit dem Apotheker zu machen.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 19. Mai 2014

Welche Arzneimittel können Schwangere einnehmen?

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – In der Schwangerschaft ist werdenden Müttern nur eines wichtig: Dem Kind soll es gut gehen! Werden Schwangere krank, ist die Sorge groß. Welche Arzneimittel kann man überhaupt einnehmen, ohne das Kind zu schädigen? Die Apothekerkammer Niedersachsen gibt wertvolle Tipps.
Schmerzen
Viele Frauen bleiben während ihrer Schwangerschaft vor Schmerzen nicht verschont, zum Beispiel treten Kopfschmerzen oder gerade zum Ende der Schwangerschaft Rückenschmerzen auf. Der Wirkstoff der ersten Wahl ist Paracetamol. Es ist gut verträglich, wenn es in der richtigen Dosierung eingenommen wird. In den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft kann auch Ibuprofen eingenommen werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche sollte es aber nicht mehr angewendet werden, da es beim Kind zu Problemen des noch nicht ausgereiften Herz-Lungen-Systems kommen kann. Bei der Mutter werden unter Umständen die Wehen gehemmt und die Blutungszeiten bei der Geburt verlängert.
Schnupfen
Schwangere sind häufig von einer sogenannten Schwangerschaftsrhinitis betroffen. Die Ursache liegt in der schwangerschaftsbedingten Hormonumstellung. Oft bleibt es nicht beim Schnupfen allein. Es kann schnell zu Infekten, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen kommen. Schwangere sollten zuerst einmal auf milde Mittel wie spezielle salzhaltige Nasensprays zurückgreifen, um die Reizung der Nasenschleimhaut zu lindern. Nasenöle, in jedem Fall ohne Paraffin, können ebenso Erleichterung verschaffen. Des Weiteren kann es helfen, das Kopfteil des Bettes leicht zu erhöhen, spezielle Nasenpflaster oder eine Nasendusche zu verwenden. Von einer vorschnellen Anwendung herkömmlicher Nasensprays rät die Apothekerkammer Niedersachsen ab, auch wenn eine kurzfristige Anwendung zumeist unproblematisch ist. Jedenfalls ist zu beachten, dass die meisten herkömmlichen Schnupfensprays für Schwangere nicht zugelassen sind. Sollte es nicht ohne ein abschwellendes Spray gehen, ist es nur zwei bis drei Tage in niedrigster Konzentration anzuwenden. Manchmal ist es dabei ausreichend, nur ein Nasenloch zu versorgen. So wird die Gefahr von Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten verringert. Bei Allergien und Entzündungen können cortisonhaltige Nasensprays vom Arzt verschrieben werden.
Verstopfung
Verstopfung ist ein typisches Schwangerschaftsproblem. Durch das Hormon Progesteron kommt es zu einem verlangsamten Nahrungstransport durch den Darm. Weiterhin können Eisenpräparate oder der wachsende Uterus die Darmtätigkeit vermindern. Auf gar keinen Fall sollten Schwangere jetzt voreilig zu Abführmittel greifen. Die Warnung gilt besonders für pflanzliche Mittel wie Sennesblätter oder Aloe. Besser ist es, soweit erlaubt, die Flüssigkeitsmenge zu erhöhen (zwei Liter), sich vermehrt zu bewegen und Ballaststoffe wie Flohsamen zu sich zu nehmen, die im Darm aufquellen. Glycerin-Zäpfchen oder Lactulose aus der Apotheke unterstützen die Verdauung ebenso.
Husten
Durch den entstehenden Pressdruck beim Husten verspüren Schwangere eine erhebliche Belastung. Um den Husten zu lösen, hilft es, viel zu trinken. Wenn auf Arzneimittel zurückgegriffen werden soll, bieten sich die Wirkstoffe Ambroxol oder Acetylcystein an. Bei erheblichem Hustenreiz sollte in Rücksprache mit dem Arzt  über den Einsatz von Hustenblockern entschieden werden. Der Einsatz von Dextrometorphan und Codein gilt in der Regel für wenige Tage als unproblematisch für Mutter und Kind.
Übelkeit
Gerade zu Beginn der Schwangerschaft klagen Schwangere oft über Übelkeit. Die Lebensqualität leidet bei ständiger Übelkeit enorm und bei mehrmals täglichem Erbrechen besteht zudem die Gefahr des Dehydrierens. Zunächst einmal gilt es, viel zu trinken und kleine Portionen zu essen. Zwieback und Knäckebrot sollten immer in Griffweite sein. Fettige und stark gewürzte Speisen sollten vermieden werden, aber sonst können Schwangere alles essen, was ihnen schmeckt. Auch der Einsatz von Ingwer hat sich bewährt. Hier gibt es speziell zugelassene Kapseln. Grundsätzlich gilt: Wenn sich die Schwangerschaftsübelkeit trotz Hausmitteln verschlimmert oder nach zwei bis drei Tagen keine Besserung eintritt, muss ein Arzt aufgesucht werden.
Wichtig ist, dass sich Schwangere im Krankheitsfall sofort an ihren Arzt oder Apotheker wenden und nicht versuchen, sich ohne Rücksprache selbst zu behandeln. Wenn eine Erkrankung nicht korrekt behandelt wird, kann das für das ungeborene Kind unter Umständen genauso gefährlich werden wie falsche Arzneimittel einzunehmen. Daher sollten sich werdende Mütter stets beraten lassen.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 13. Mai 2014

7 Fragen, die Patienten in der Apotheke stellen sollten

Arzneimitteltherapien richtig beginnen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Damit Arzneimittel richtig wirken können, müssen sie korrekt eingenommen werden. Dafür ist es nicht nur notwendig, die Dosierungen zu kennen, sondern auch die Störfaktoren. Ein Beratungsgespräch ist unerlässlich. Das gilt gleichermaßen für verschreibungspflichtige wie für apothekenpflichtige Medikamente. Patienten sollten sich also etwas Zeit nehmen und dem Apotheker viele Fragen stellen, rät Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Die Wichtigsten finden Sie hier:
1.  Wann, wie oft und wie lange muss das Medikament genommen werden?
Der Apotheker gibt gerne Auskunft über den korrekten Einnahmezeitpunkt. Manche Medikamente sind fettlöslich und wirken am besten, wenn man sie zum Essen nimmt, andere sollen sich erst im Dünndarm auflösen. Daher sollte die Arzneimitteleinnahme unter anderem mit den Essenszeiten abgestimmt werden. Ebenso muss für einen kontinuierlichen Wirkstoffspiegel gesorgt werden
Weiterhin berät der Apotheker über die Häufigkeit der Einnahme und die Dauer. Antibiotika werden zum Beispiel meist so verschrieben, dass die Packung aufgebraucht werden muss. Selbst wenn man sich schon besser fühlt, darf die Therapie nicht vorher abgebrochen werden. Bei Präparaten gegen Durchfall hingegen sollte die Einnahme zwei bis drei Tage nicht übersteigen, dann ist ein Arztbesuch erforderlich
2. Was sind die wichtigsten Nebenwirkungen?
Beipackzettel machen Patienten aufgrund der hohen Anzahl möglicher Nebenwirkungen häufig Angst. Besser ist es daher, man spricht schon in der Apotheke über dieses Thema. In vielen Fällen kann der Apotheker direkt Tipps geben, wie bestimmten Nebenwirkungen durch Einnahmetricks oder vorbeugende Maßnahmen entgegengewirkt werden kann. Einige Nebenwirkungen schwächen sich wieder ab, wenn sich der Körper an das Präparat gewöhnt hat. So sind zum Beispiel Patienten, die das erste Mal Antidepressiva einnehmen, in den ersten Wochen ziemlich müde. Diese Nebenwirkung ist kein Grund zur Sorge und vergeht.
3. Verträgt es sich mit bestimmten Nahrungsmitteln nicht?
Vitamine und Mineralien aus Nahrungsmitteln können eine Therapie unterstützen oder aber behindern. Daher sollte dringend abgeklärt werden, ob das neue Medikament wirklich mit Mineralwasser oder saurem Saft eingenommen werden kann oder ob bestimmte Lebensmittel den Therapieerfolg behindern. Bei Präparaten gegen Osteoporose oder manchen Blutverdünnern sollte zum Beispiel mit dem Apotheker über die richtige Ernährung gesprochen werden.
4. Muss ich für die Zeit der Einnahme auf Alkohol verzichten?
Alkohol kann die Wirkung von Arzneimitteln verändern. Eine Alkoholunverträglichkeit besteht zum Beispiel bei vielen Psychopharmaka, aber auch bei Mitteln gegen Parkinson und einigen Antibiotika.
5.  Darf ich Auto fahren, wenn ich das Arzneimittel eingenommen habe?
Manche Medikamente machen sehr müde und sollten daher nicht eingenommen werden, wenn man aktiv am Straßenverkehr teilnimmt. Besondere Vorsicht gilt zum Beispiel bei Schlafmitteln. Sie wirken meist über die Nacht hinaus. Weitere kritische Arzneimittel sind zu Beginn der Therapie Blutdrucksenker, zahlreiche Patienten werden ebenso durch die Einnahme von Antihistaminika müde.
6. Verträgt es sich mit meinen anderen Arzneimitteln?
Patienten, die nur ein oder zwei Medikamente einnehmen, werden diese sicherlich leicht nennen können. Wenn es mehr als fünf sind, ist es sinnvoll immer einen Zettel mit den Medikamentennamen bei sich zu führen. Der Apotheker kann dann mögliche Wechselwirkungen identifizieren. Wichtig: Es sollten nicht nur die verschreibungspflichtigen Arzneimittel notiert werden, sondern auch die apothekenpflichtigen, die der Patient selbst hinzukauft und regelmäßig einnimmt.
7. Darf es in der Schwangerschaft eingenommen werden?
Nicht jedes Medikament eignet sich in der Schwangerschaft. Selbst bei Schmerz- oder Erkältungspräparaten, die frei verkäuflich sind, ist Vorsicht geboten.
Arzneimittel sind beratungsbedürftige Waren. Wenn Apotheker die Fragen nicht selbst stellen, sollten sich Patienten die Informationen aktiv einfordern und dabei immer auf ihre besonderen Lebensumstände hinweisen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.