Mittwoch, 16. Juli 2014

Was tun bei einem Insektenstich?



Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Es ist wieder Sommer und zahlreiche Insekten sind unterwegs. Jetzt ist ein gründlicher Insektenschutz unerlässlich, um Insektenstiche und ihre unangenehmen Folgen wie Jucken oder Rötungen zu vermeiden. Zwar sind Mücken, Wespen und Bienen lästig, in der Regel bleiben ihre Stiche aber ungefährlich, erklärt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Erste Hilfe bei Insektenstichen
Damit erst gar keine Schwellung entsteht, gilt es den Stich zu kühlen: Am besten eignen sich Eis oder kaltes Wasser. Noch wirksamer sind antiallergische Gels oder Stifte, eventuell auch Sprays oder Cremes mit Kortison. Dadurch werden Rötungen und Juckreiz gemildert und die Gefahr, dass sich der Stich durch Kratzen und Verunreinigungen entzündet, bleibt gering. Allerdings klingt die Wirkung nach einigen Stunden ab und die Wunde muss nachbehandelt werden. Wer im Sommer oft im Freien oder mit Kindern unterwegs ist, sollte auf Nummer sicher gehen und immer ein entsprechendes Präparat bei sich tragen, um den Stich sofort zu behandeln.
Wenn der Stich nicht ohne Folgen bleibt
Je nach Insekt und Einstichstelle kann ein Insektenstich Komplikationen nach sich ziehen. Folgen sind dann: Unwohlsein, grippeähnliche Symptome, Schwindel oder Blutdruckabfall, die ein Arzt behandeln muss. Gefährlich wird ein Insektenstich erst, wenn sich die Einstichstelle infiziert. Bereits während des Stechens oder mit dem danach einsetzenden Kratzen, gelangen Bakterien in die Wunde und rufen eitrige Entzündungen hervor, die sich schlimmstenfalls im gesamten Körper ausbreiten können. Hier muss der Arzt feststellen, ob eine Behandlung mit Antibiotika angebracht ist. Ebenso ratsam ist ein Arztbesuch, wenn Wespen oder Bienen empfindliche Körperteile wie Oberlippe, Mund oder Rachen gestochen haben. Besonders bei Menschen mit Insektengiftallergien, sei es Bienen- oder Wespengift, ist Vorsicht geboten. Insektenstiche lösen bei Allergikern heftige Reaktionen aus, die in einigen Fällen allergische Schocks nach sich ziehen können. Betroffene Allergiker können die Gefahren meist gut einschätzen und führen stets ein Soforthilfeset mit sich.
Gründlicher Schutz beginnt schon vor dem Stich
Zu solchen unangenehmen Verläufen muss es aber nicht kommen, wenn man Stiche vermeidet. Helle, den ganzen Körper bedeckende Kleidung ist ein sinnvoller Schutz. Wer Sommer und Sonne genießen will, verhüllt sich nicht gern, weiß Erika Fink. Als Alternative empfiehlt sie Insektenabwehrsprays, die zwar keinen vollständigen Schutz bieten, dennoch die meisten Plagegeister fernhalten.
Falls man so ein Spray kauft, sollte man gleichzeitig auf einen wirksamen Schutz gegen Zecken achten. Diese sind zwar Spinnentiere und keine Insekten – dennoch sind Zecken Träger diverser Bakterien und Viren und können mit ihren Bissen Infektionen auslösen. Es gilt: Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Infektionsgefahr. Eine Zeckenzange sollte fester Bestandteil in jedem Reisegepäck sein. Treten innerhalb weniger Tage nach einem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome auf oder bildet sich ein roter Hof um die Einstichstelle, ist eine ärztliche Begutachtung erforderlich.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 8. Juli 2014

Häufig missverstanden: der Beipackzettel

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Damit Arzneimittel ihre Wirkung entfalten können, ist es wichtig, sie korrekt einzunehmen. Um sich zu informieren, lesen viele Patienten vorab den Beipackzettel. Oft ärgern sie sich über den Umfang von meist mehreren Seiten, aber mehr noch über die für sie unverständlichen Angaben. Schnell entstehen Unsicherheiten. Was bedeutet „Vor dem Essen einnehmen“? 30 Minuten vorher, direkt davor? Wofür stehen die vielen Fachbegriffe? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen, wenn dort „häufig“ steht? Andere Patienten können den Beipackzettel gar nicht lesen, weil die Schrift zu klein ist. Wenn Patienten den Beipackzettel nicht oder falsch verstehen, besteht immer die Gefahr, dass sie ihre Arzneimittel nicht richtig oder gar nicht einnehmen. Daher appellieren Apotheker an die Patienten, bei Unsicherheiten das Gespräch zu suchen. Erste Tipps für den Umgang mit Beipackzetteln gibt die Apothekerkammer Niedersachsen hier.

Die meisten Sorgen bereiten Patienten die Nebenwirkungen. Daher ist hier die Gefahr der Missverständnisse besonders groß. Das mögliche Auftreten von Nebenwirkungen wird als wahrscheinlicher angesehen als dies tatsächlich der Fall ist, weil sich der allgemeine Sprachgebrauch nicht mit den Angaben im Beipackzettel deckt. So erscheint das Wort „häufig“ im Zusammenhang mit Nebenwirkungen bedrohlich. Es meint jedoch lediglich, dass Begleiterscheinungen bei weniger als 10 Prozent und bei mehr als einem Prozent der Behandelten auftreten. Daher ist es wichtig, immer genau zu schauen, welcher Prozentwert hinter den Begriffen „sehr häufig“, „häufig“, „gelegentlich“, „selten“ und „sehr selten“ steht. Diese Aufschlüsselung findet sich in jedem Beipackzettel.
Problematisch ist vor allem, dass im Beipackzettel selten unterschieden wird zwischen tolerierbaren Nebenwirkungen und solchen, die Arztkontakt oder Therapieabbruch erfordern. Betroffene sollten daher unbedingt das Gespräch mit dem Apotheker suchen.
Der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme kann die Wirkung eines Arzneimittels verlangsamen, beschleunigen, verstärken oder vermindern. Auch Nebenwirkungen können in bestimmten Fällen stärker oder schwächer auftreten. Wenn man seine Arzneimittel laut Beipackzettel vor dem Essen einnehmen soll, bedeutet das 30 bis 60 Minuten vor dem Essen, während des Essens meint kurz vorher, dabei oder unmittelbar danach. Ein Arzneimittel nüchtern zu nehmen heißt entweder morgens nach dem Aufstehen oder mit mindestens zwei Stunden Abstand zur letzten Mahlzeit. Soll ein Arzneimittel nach dem Essen eingenommen werden, gibt es starke Unterschiede. Im Beipackzettel findet sich meist eine genaue Zeitangabe, sonst hilft der Apotheker gerne weiter.
Vielfach sind Arzneimittel sehr erklärungsbedürftig, deshalb bieten Apotheker direkt in der Apotheke eine Beratung an. Dort zeigt der Apotheker z. B. die richtige Anwendung von Augen- oder Ohrentropfen, wirkstoffhaltigen Pflastern oder die Atemtechniken zur Nutzung von Inhalationsgeräten. Das kann ein Beipackzettel nicht leisten. Besondere Sorgfalt ist bei Kinderarzneimitteln geboten, sodass das persönliche Gespräch zwischen Eltern und Apotheker unersetzlich ist. Apotheker geben den Eltern nicht nur Tipps, wie ihre Kinder die Medikamente richtig einnehmen, sie erklären ihnen auch, wie sie Antibiotikasäfte aus Pulvern richtig zubereiten. In der Apotheke erhält der Patient auch Hinweise zur richtigen Lagerung der Arzneimittel. Ist eine Verpacku
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 18. Juni 2014

humannews - Pressedienst für ganzheitliche Gesundheit



Hamburg - humannews ist der erste Pressedienst, der auf Themen rund um die ganzheitliche Gesundheit ausgerichtet ist. Dazu gehören Informationen rund um die gesunde Ernährung, Naturkosmetik, Wellness und Eco-Fashion sowie Nachrichten aus der sanften Medizin.

Anfang 2006 gestartet, erreicht humannews mittlerweile mehr als 7.000 Medizin- und Gesundheitsjournalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Journalisten können einen kostenlosen, wöchentlichen E-Mail Newsletter abonnieren und auf humannews Pressematerialien über eine Stichwortsuche recherchieren und diese gebührenfrei downloaden und veröffentlichen.

„Wir verzeichnen ein wachsendes Interesse der Medien an unseren Themen“, so humannews-Gründer Rüdiger Keuchel. „Mit der redaktionellen Aufbereitung entsprechender Themen für die Medien tragen wir dem Bedürfnis nach spezialisierter Information Rechnung.“

Mehr Infos unter http://www.humannews.de

Das Kinderwunder von Bönnigheim: Frau brachte 53 Kinder zur Welt


Gemälde über das Kinderwunder von Bönnigheim


Bönnigheim (medizin-welt) - Die kinderreichste Mutter Deutschlands zwar zweifellos Barbara Stratzmann (um 1448-1503), geborene Schmotzer, aus Bönnigheim im Kreis Ludwigsburg (Baden-Württemberg). Diese Frau, die man wegen ihres Mädchennamens "Schmotzerin" nannte, schenkte ihrem Mann Adam Stratzmann (gestorben 1504) sage und schreibe insgesamt 53 Kinder, die jedoch alle früh starben. Über das "Kinderwunder von Bönnigheim" berichtet das Taschenbuch "Superfrauen 11 - Feminismus und Familie" des Wiesbadener Autors Ernst Probst.

Der Titel gehört zu einer 14-bändigen Reihe über berühmte Frauen aus den Bereichen Geschichte, Religion, Politik, Wirtschaft und Verkehr, Wissenschaft, Medizin, Film und Theater, Malerei und Fotografie, Musik und Tanz, Feminismus und Familie, Sport, Mode und Kosmetik sowie Medien und Astrologie. Einzeltitel sind beim „GRIN-Verlag“ (München) www.grin.com erhältlich.

Das "Kinderwunder von Bönnigheim" ist durch schriftliche Dokumente belegt. Am St. Thomastag anno 1498 protokollierte der Notar Friedrich Deumling aus Wimpfen die "wahrhaftige Historia" des Kinderreichtums der "Schmotzerin": "Bekenn mich hiermit mit meiner handschrift, dass Ich solches von dieser Frawen alles selbs hab gehört, Undt also auch geschrieben". Im Protokoll von 1498 erzählte die „Schmotzerin“, wie sich die Zahl ihrer 53 Kinder zusammengesetzt hat: Demnach war sie 29 Mal schwanger und gebar 18 Einlinge, fünf Zwillinge, vier Drillinge und jeweils einmal Sechs- und Siebenlinge.

Irgendwann zwischen 1500 und 1525 entstand das spätgotische Gemälde in der evangelischen Stadtkirche von Bönnigheim, das unter der Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem die „Schmotzerin“ und ihren Gatten mit ihren insgesamt 53 Kindern darstellt. Links vom Betrachter aus knien der Vater und die 38 Söhne, rechts die Mutter und die 15 Töchter. Spruchbänder nennen das Todesjahr von Adam Stratzmann und Barbara „Schmotzerin“, und ein Gedicht preist den Kinderreichtum.

1509 forderte Kaiser Maximilian (1459-1519), der sich damals in Vaihingen an der Enz und in Stuttgart aufhielt, von der Stadt „Binickheim“ (Bönnigheim) einen Bericht über den Kindersegen der „Schmotzerin“ an, über den ihn jemand informiert hatte. Er erhielt am 29. Juni jenes Jahres die gewünschte Antwort, deren Wortlaut in der heute etwas schwer verständlichen Sprache des Mittelalters bekannt ist.

Über Barbara Schmotzer berichtete zwischen 1600 und 1631 auch ein gewisser Neidhard von Gemmingen in seiner Familienchronik. Trotz ihrer 53 Kinder gilt Barbara Schmotzer nicht als die kinderreichste Frau der Welt. Denn eine russische Bäuerin (1707-1782) gebar 69 und eine Frau in Chile, die in den 1990-er Jahren noch lebte, 55 Kinder. Im Vergleich dazu wirken die zwölf Kinder der Großmutter des Autors Ernst Probst bescheiden.

Dienstag, 17. Juni 2014

Diabetes frühzeitig erkennen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Diabetes Typ 2 ist eine Volkskrankheit, deren Behandlung die Krankenkassen viel Geld kostet. Denn wenn Diabetes diagnostiziert wird, müssen meist schon Folgeerkrankungen mitbehandelt werden. Dabei ist es eigentlich leicht, Diabetes frühzeitig zu entdecken, erklärt Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Als Vorsorge reicht es aus, einmal jährlich den Blutzucker messen zu lassen, wenn keinerlei Beschwerden vorliegen. Dies kann ganz unkompliziert in der Apotheke durchgeführt werden. Der Patient sollte einfach morgens nüchtern in die Apotheke kommen, so ergibt sich der sicherste Wert.
Die regelmäßige Vorsorge hilft, die Lebensqualität lange aufrecht zu erhalten. Diabetes kann den Körper stark schädigen und auch die Lebenszeit verkürzen. Daher sollte man zu Gunsten der Früherkennung besonders auf Kleinigkeiten achten, wie Müdigkeit beziehungsweise schnelle Ermüdbarkeit, Hungeranfälle und großen Durst, verstärkten Harndrang, verminderte Sehschärfe, trockene, juckende Haut, eine schlechte Wundheilung, Taubheitsgefühle oder Kribbeln in Händen und Füßen. Die Symptome treten nicht alle gemeinsam auf und sie können für sich genommen auch von anderen Krankheiten hervorgerufen werden. Dies erschwert die Diagnose zunächst. Wenn der Patient jedoch zusätzlich übergewichtig ist, sollte sicherheitshalber ein Blutzuckertest durchgeführt werden.

Als Folgeschäden von unerkanntem Diabetes können Nervenschäden, verminderte Sehkraft bis hin zur Erblindung, Einschränkung der Nierentätigkeit oder Erektionsstörungen auftreten.

Allen, die sich vor Insulinspritzen fürchten, gibt Erika Fink Entwarnung: „Durch eine frühe Erkennung des Diabetes lässt sich noch vieles in andere Bahnen lenken. Eine Änderung der Lebensumstände durch mehr Sport, eine Ernährungsumstellung oder  Gewichtsabnahme kann schon ein Fortschreiten der Krankheit verhindern und die Blutzuckerwerte verbessern.“ Es ist also nicht immer gleich eine medikamentöse Behandlung notwendig.

Werden erhöhte Blutzuckerwerte im Rahmen der Vorsorge in der Apotheke festgestellt, verweist der Apotheker an den Arzt. Dieser kann anhand umfangreicherer Bluttests den HbA1c-Wert ermitteln, der mehr über eine eventuell vorliegende Zuckerkrankheit aussagt. Der gemessene Wert ist keine Momentaufnahme wie eine gewöhnliche Blutzuckermessung, sondern zeigt die Folgen erhöhter Blutzuckerwerte der letzten Wochen an. So kann im Bedarfsfall die richtige Therapie empfohlen werden.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Notdienstapotheken können jederzeit unter www.apothekerkammer.de abgerufen oder unter der Telefonnummer 01801 / 555 777 9317 erfragt werden.

Montag, 16. Juni 2014

Erschwerte Arzneimitteltherapien durch unerwünschte Nebenwirkungen

Tipps gegen Nebenwirkungen
Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Bei Arzneimitteln kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen. Nach der Einnahme der Tablette treten zum Beispiel Magenschmerzen, Durchfall oder nächtlicher Harndrang auf. Was Patienten selbst tun können und wann ein Gang zum Arzt notwendig wird, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.
Wenn Eisen auf den Magen schlägt
Eisen wirkt auf nüchternen Magen am besten. Doch es reizt auch die Magenschleimhaut. Daher leiden viele Patienten nach der Eiseneinnahme unter Magenschmerzen. Apotheker raten diesen Patienten, ihre Eisentablette statt 30 Minuten vor der Mahlzeit direkt zu den Mahlzeiten einzunehmen. Eventuell muss dann die Dosis erhöht werden, doch der Patient fühlt sich wohler. Ebenso gibt es Eisenpräparate, die sich erst im Dünndarm auflösen und dadurch verträglicher werden. Eisenmangel kann zudem auch durch die Ernährung ausgeglichen werden, zum Beispiel durch den verstärkten Verzehr von rotem Fleisch, Linsen oder weißen Bohnen.
Plötzlich erforderliche nächtliche Toilettengänge
Viele Patienten, die Blutdrucksenker neu einnehmen, leiden plötzlich unter häufigerem Harndrang, da einige dieser Medikamente zusätzlich entwässernde Wirkstoffe enthalten. Blutdrucksenker greifen massiv in den Organismus ein und der Körper muss sich erst an das Arzneimittel gewöhnen. Nach ein bis zwei Wochen ist diese Nebenwirkung meist abgeschwächt oder sogar überstanden. Wer sich dadurch sehr beeinträchtigt fühlt, kann die abendliche Tabletteneinnahme auch etwas vorziehen. Wie dies genau funktioniert, sollte jeder Patient individuell mit seinem Apotheker besprechen. Weiterhin ist es wichtig, den Apotheker auch über andere Arzneimitteleinnahmen zu informieren, damit es nicht zu Wechselwirkungen kommen kann.
Durchfall nach der Tabletteneinnahme
Eine Ursache für Durchfall kann in der Unverträglichkeit der Hilfsstoffe liegen. Manche Patienten reagieren auf den enthaltenen Milchzucker. In einem solchen Fall sollten sich Patienten gemeinsam mit ihrem Apotheker beraten, ob sich vielleicht eine andere Darreichungsform findet, zum Beispiel Kapseln, Tropfen oder Saft.
Häufig sind aber auch Patienten betroffen, die Antibiotika einnehmen. Durch die Einnahme von Antibiotika wird die Darmflora gestört, wodurch Durchfall auftreten kann. Vorbeugend kann man Präparate einnehmen, die die Darmflora schützen. Sollte ein Durchfall eintreten und länger als drei Tage dauern, sollte dringend der Arzt aufgesucht werden.
Trockene Augen durch Betablocker
Patienten, die Betablocker einnehmen, leiden unter verringertem Tränenfluss. Insbesondere für Kontaktlinsenträger stellt dies ein Problem dar. Sie können sich mit künstlicher Tränenflüssigkeit aus der Apotheke behelfen.
Keine Angst vor Nebenwirkungen
Wer Nebenwirkungen bei sich wahrnimmt, sollte sich umgehend seinem Arzt oder Apotheker anvertrauen, insbesondere wenn die weitere Arzneimitteltherapie gefährdet ist. Gerade Apotheker kennen viele Tipps und Tricks, wie durch die Umstellung von Lebensumständen, Ernährung oder Einnahmezeitpunkten Nebenwirkungen minimiert werden können. Manche Patienten haben auch plötzlich Vorbehalte gegen ein Medikament, wenn sie den Beipackzettel gelesen haben. Die Angst vor den möglichen Nebenwirkungen kann sehr belastend sein. Patienten sollten den Mut haben, ganz offen über ihre Nebenwirkungen oder ihre Ängste davor zu sprechen. Vielfach bietet es sich an, hierfür extra einen Termin mit dem Apotheker zu machen.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 19. Mai 2014

Welche Arzneimittel können Schwangere einnehmen?

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – In der Schwangerschaft ist werdenden Müttern nur eines wichtig: Dem Kind soll es gut gehen! Werden Schwangere krank, ist die Sorge groß. Welche Arzneimittel kann man überhaupt einnehmen, ohne das Kind zu schädigen? Die Apothekerkammer Niedersachsen gibt wertvolle Tipps.
Schmerzen
Viele Frauen bleiben während ihrer Schwangerschaft vor Schmerzen nicht verschont, zum Beispiel treten Kopfschmerzen oder gerade zum Ende der Schwangerschaft Rückenschmerzen auf. Der Wirkstoff der ersten Wahl ist Paracetamol. Es ist gut verträglich, wenn es in der richtigen Dosierung eingenommen wird. In den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft kann auch Ibuprofen eingenommen werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche sollte es aber nicht mehr angewendet werden, da es beim Kind zu Problemen des noch nicht ausgereiften Herz-Lungen-Systems kommen kann. Bei der Mutter werden unter Umständen die Wehen gehemmt und die Blutungszeiten bei der Geburt verlängert.
Schnupfen
Schwangere sind häufig von einer sogenannten Schwangerschaftsrhinitis betroffen. Die Ursache liegt in der schwangerschaftsbedingten Hormonumstellung. Oft bleibt es nicht beim Schnupfen allein. Es kann schnell zu Infekten, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen kommen. Schwangere sollten zuerst einmal auf milde Mittel wie spezielle salzhaltige Nasensprays zurückgreifen, um die Reizung der Nasenschleimhaut zu lindern. Nasenöle, in jedem Fall ohne Paraffin, können ebenso Erleichterung verschaffen. Des Weiteren kann es helfen, das Kopfteil des Bettes leicht zu erhöhen, spezielle Nasenpflaster oder eine Nasendusche zu verwenden. Von einer vorschnellen Anwendung herkömmlicher Nasensprays rät die Apothekerkammer Niedersachsen ab, auch wenn eine kurzfristige Anwendung zumeist unproblematisch ist. Jedenfalls ist zu beachten, dass die meisten herkömmlichen Schnupfensprays für Schwangere nicht zugelassen sind. Sollte es nicht ohne ein abschwellendes Spray gehen, ist es nur zwei bis drei Tage in niedrigster Konzentration anzuwenden. Manchmal ist es dabei ausreichend, nur ein Nasenloch zu versorgen. So wird die Gefahr von Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten verringert. Bei Allergien und Entzündungen können cortisonhaltige Nasensprays vom Arzt verschrieben werden.
Verstopfung
Verstopfung ist ein typisches Schwangerschaftsproblem. Durch das Hormon Progesteron kommt es zu einem verlangsamten Nahrungstransport durch den Darm. Weiterhin können Eisenpräparate oder der wachsende Uterus die Darmtätigkeit vermindern. Auf gar keinen Fall sollten Schwangere jetzt voreilig zu Abführmittel greifen. Die Warnung gilt besonders für pflanzliche Mittel wie Sennesblätter oder Aloe. Besser ist es, soweit erlaubt, die Flüssigkeitsmenge zu erhöhen (zwei Liter), sich vermehrt zu bewegen und Ballaststoffe wie Flohsamen zu sich zu nehmen, die im Darm aufquellen. Glycerin-Zäpfchen oder Lactulose aus der Apotheke unterstützen die Verdauung ebenso.
Husten
Durch den entstehenden Pressdruck beim Husten verspüren Schwangere eine erhebliche Belastung. Um den Husten zu lösen, hilft es, viel zu trinken. Wenn auf Arzneimittel zurückgegriffen werden soll, bieten sich die Wirkstoffe Ambroxol oder Acetylcystein an. Bei erheblichem Hustenreiz sollte in Rücksprache mit dem Arzt  über den Einsatz von Hustenblockern entschieden werden. Der Einsatz von Dextrometorphan und Codein gilt in der Regel für wenige Tage als unproblematisch für Mutter und Kind.
Übelkeit
Gerade zu Beginn der Schwangerschaft klagen Schwangere oft über Übelkeit. Die Lebensqualität leidet bei ständiger Übelkeit enorm und bei mehrmals täglichem Erbrechen besteht zudem die Gefahr des Dehydrierens. Zunächst einmal gilt es, viel zu trinken und kleine Portionen zu essen. Zwieback und Knäckebrot sollten immer in Griffweite sein. Fettige und stark gewürzte Speisen sollten vermieden werden, aber sonst können Schwangere alles essen, was ihnen schmeckt. Auch der Einsatz von Ingwer hat sich bewährt. Hier gibt es speziell zugelassene Kapseln. Grundsätzlich gilt: Wenn sich die Schwangerschaftsübelkeit trotz Hausmitteln verschlimmert oder nach zwei bis drei Tagen keine Besserung eintritt, muss ein Arzt aufgesucht werden.
Wichtig ist, dass sich Schwangere im Krankheitsfall sofort an ihren Arzt oder Apotheker wenden und nicht versuchen, sich ohne Rücksprache selbst zu behandeln. Wenn eine Erkrankung nicht korrekt behandelt wird, kann das für das ungeborene Kind unter Umständen genauso gefährlich werden wie falsche Arzneimittel einzunehmen. Daher sollten sich werdende Mütter stets beraten lassen.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 13. Mai 2014

7 Fragen, die Patienten in der Apotheke stellen sollten

Arzneimitteltherapien richtig beginnen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Damit Arzneimittel richtig wirken können, müssen sie korrekt eingenommen werden. Dafür ist es nicht nur notwendig, die Dosierungen zu kennen, sondern auch die Störfaktoren. Ein Beratungsgespräch ist unerlässlich. Das gilt gleichermaßen für verschreibungspflichtige wie für apothekenpflichtige Medikamente. Patienten sollten sich also etwas Zeit nehmen und dem Apotheker viele Fragen stellen, rät Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. Die Wichtigsten finden Sie hier:
1.  Wann, wie oft und wie lange muss das Medikament genommen werden?
Der Apotheker gibt gerne Auskunft über den korrekten Einnahmezeitpunkt. Manche Medikamente sind fettlöslich und wirken am besten, wenn man sie zum Essen nimmt, andere sollen sich erst im Dünndarm auflösen. Daher sollte die Arzneimitteleinnahme unter anderem mit den Essenszeiten abgestimmt werden. Ebenso muss für einen kontinuierlichen Wirkstoffspiegel gesorgt werden
Weiterhin berät der Apotheker über die Häufigkeit der Einnahme und die Dauer. Antibiotika werden zum Beispiel meist so verschrieben, dass die Packung aufgebraucht werden muss. Selbst wenn man sich schon besser fühlt, darf die Therapie nicht vorher abgebrochen werden. Bei Präparaten gegen Durchfall hingegen sollte die Einnahme zwei bis drei Tage nicht übersteigen, dann ist ein Arztbesuch erforderlich
2. Was sind die wichtigsten Nebenwirkungen?
Beipackzettel machen Patienten aufgrund der hohen Anzahl möglicher Nebenwirkungen häufig Angst. Besser ist es daher, man spricht schon in der Apotheke über dieses Thema. In vielen Fällen kann der Apotheker direkt Tipps geben, wie bestimmten Nebenwirkungen durch Einnahmetricks oder vorbeugende Maßnahmen entgegengewirkt werden kann. Einige Nebenwirkungen schwächen sich wieder ab, wenn sich der Körper an das Präparat gewöhnt hat. So sind zum Beispiel Patienten, die das erste Mal Antidepressiva einnehmen, in den ersten Wochen ziemlich müde. Diese Nebenwirkung ist kein Grund zur Sorge und vergeht.
3. Verträgt es sich mit bestimmten Nahrungsmitteln nicht?
Vitamine und Mineralien aus Nahrungsmitteln können eine Therapie unterstützen oder aber behindern. Daher sollte dringend abgeklärt werden, ob das neue Medikament wirklich mit Mineralwasser oder saurem Saft eingenommen werden kann oder ob bestimmte Lebensmittel den Therapieerfolg behindern. Bei Präparaten gegen Osteoporose oder manchen Blutverdünnern sollte zum Beispiel mit dem Apotheker über die richtige Ernährung gesprochen werden.
4. Muss ich für die Zeit der Einnahme auf Alkohol verzichten?
Alkohol kann die Wirkung von Arzneimitteln verändern. Eine Alkoholunverträglichkeit besteht zum Beispiel bei vielen Psychopharmaka, aber auch bei Mitteln gegen Parkinson und einigen Antibiotika.
5.  Darf ich Auto fahren, wenn ich das Arzneimittel eingenommen habe?
Manche Medikamente machen sehr müde und sollten daher nicht eingenommen werden, wenn man aktiv am Straßenverkehr teilnimmt. Besondere Vorsicht gilt zum Beispiel bei Schlafmitteln. Sie wirken meist über die Nacht hinaus. Weitere kritische Arzneimittel sind zu Beginn der Therapie Blutdrucksenker, zahlreiche Patienten werden ebenso durch die Einnahme von Antihistaminika müde.
6. Verträgt es sich mit meinen anderen Arzneimitteln?
Patienten, die nur ein oder zwei Medikamente einnehmen, werden diese sicherlich leicht nennen können. Wenn es mehr als fünf sind, ist es sinnvoll immer einen Zettel mit den Medikamentennamen bei sich zu führen. Der Apotheker kann dann mögliche Wechselwirkungen identifizieren. Wichtig: Es sollten nicht nur die verschreibungspflichtigen Arzneimittel notiert werden, sondern auch die apothekenpflichtigen, die der Patient selbst hinzukauft und regelmäßig einnimmt.
7. Darf es in der Schwangerschaft eingenommen werden?
Nicht jedes Medikament eignet sich in der Schwangerschaft. Selbst bei Schmerz- oder Erkältungspräparaten, die frei verkäuflich sind, ist Vorsicht geboten.
Arzneimittel sind beratungsbedürftige Waren. Wenn Apotheker die Fragen nicht selbst stellen, sollten sich Patienten die Informationen aktiv einfordern und dabei immer auf ihre besonderen Lebensumstände hinweisen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Donnerstag, 3. April 2014

Psychopharmaka richtig einnehmen


Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Psychische Erkrankungen werden in unserer Gesellschaft zunehmend häufiger diagnostiziert und behandelt. Dazu zählen zum Beispiel Schizophrenien, Depressionen, Angststörungen, Verhaltensstörungen oder Burnout. Je nach Erkrankung und Ausprägung kann eine Behandlung mit Medikamenten, entweder ausschließlich oder begleitend zu anderen therapeutischen Maßnahmen notwendig werden. Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, rät Patienten, Vorbehalte gegen die medikamentöse Therapie offen anzusprechen. Nur im Dialog sei eine sinnvolle und gut wirksame Behandlung möglich.

Mit der Diagnose und der Einnahme richtig umgehen
Viele Patienten fühlen sich stigmatisiert, wenn bei ihnen eine psychische Krankheit diagnostiziert wurde. Sie haben Angst, dass sie für verrückt und unzurechnungsfähig gehalten werden. Zum anderen befürchten sie, dass ihr Wesen und ihre Persönlichkeit durch diese Medikamente stark beeinflusst werden, sie dauernd müde sind, übermäßig an Gewicht zunehmen oder nicht mehr fahrtüchtig sind. „Diese Sorgen und Ängste muss man sehr ernst nehmen und mit den Patienten besprechen, weil sie vielfach unbegründet sind“, sagt Erika Fink. „Denn bei der Entwicklung von Psychopharmaka wurden in den letzten Jahren sehr große Fortschritte erzielt. So konnten viele Nebenwirkungen abgeschwächt oder ausgeschaltet werden. Außerdem wird der Patient nicht einfach „ruhiggestellt“. Im Gegenteil. Genau wie zum Beispiel bei einer Allergie oder Entzündung im Körper, kann man heute in den meisten Fällen ein Medikament geben, das ganz gezielt die auslösenden Stoffe blockiert.
Psychische Erkrankungen beruhen in vielen Fällen auf Störungen sogenannter Transmittersubstanzen. Diese Botenstoffe bewerkstelligen im Gehirn die Signalübertragung zwischen einzelnen Strukturen und Zellen. Ist ihre Konzentration jedoch zu hoch oder zu niedrig oder wird generell das Gleichgewicht gestört, wird der Mensch psychisch krank. Gerade in diesen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung erfolgversprechend.
Je nach Art und Schwere der Erkrankung kann es einige Wochen dauern, bis sich ein Therapieerfolg einstellt. Wichtig ist, das Arzneimittel genau nach Anweisung des Arztes einzunehmen. In der ersten Zeit kann es sein, dass man sich etwas müde fühlt. Wer Veränderungen an sich feststellt, sollte dies immer mit seinem Arzt oder Apotheker besprechen, statt das Arzneimittel eigenmächtig abzusetzen oder die Medikation nachzusteuern. Auch wer glaubt, er brauche sein Medikament nicht mehr, sollte dies zuerst mit den Experten besprechen und nicht auf eigene Faust handeln.
Beruhigungs- und Schlafmittel
Zu den Psychopharmaka zählen auch die so genannten Benzodiazepine (Beruhigungs- und Schlafmittel), die besonders häufig verschrieben werden. Wirkstoffe sind zum Beispiel Diazepam, Lorazepam oder Brotizolam. Doch Patienten ist nicht bewusst, dass diese Arzneimittelgruppe sehr schnell eine Abhängigkeit oder Sucht verursacht. Daher ist es wichtig, diese Arzneimittel auch genau nach der Einnahmevorschrift des Arztes einzunehmen und nicht ohne Rücksprache die Dosierung zu erhöhen. Weiterhin haben diese Arzneimittel Wechselwirkungen mit starken Schmerzmitteln, Mitteln gegen Demenz, Antidepressiva, Betablockern, bestimmten Magensäureblockern und Parkinsonpräparaten sowie Asthmamitteln.
Vorsicht bei Johanniskraut
Was viele sicherlich fälschlicherweise nicht als Psychopharmakon einstufen, ist Johanniskraut. Es ist ein freiverkäufliches Mittel, das stimmungsaufhellend und in hoher Dosierung nach längerer Einnahmezeit antidepressiv wirkt. Allerdings sollte man sich dringend davor hüten, selbst die Diagnose Depression zu stellen und sich damit behandeln zu wollen. Auch Johanniskraut zeigt viele Wechselwirkungen, die ärztlich verordnete Therapien stören können.
Daher ist es ratsam, immer mit seinem Stammapotheker über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, rezeptfrei wie auch -pflichtig, zu sprechen. Dieser wird den Arzt im Bedarfsfall einbeziehen. Wer Psychopharmaka einnimmt, sollte auf den Genuss von Alkohol unbedingt verzichten. Insbesondere Schwangere und alte Menschen sollten sich von ihrem Arzt oder Apotheker hinsichtlich dieser Medikamentengruppe beraten lassen, aber auch Autofahrern sei ein Gespräch angeraten.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz  Hessen mit Medikamenten sicher.

Donnerstag, 13. März 2014

Welche Nährstoffe sind für alte Menschen besonders wichtig?

Frankfurt am Main (landesapothekenkammer-hessen) – Eine gute Ernährung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie dem Organismus genau die Nährstoffe in der Menge liefert, in der sie gerade gebraucht werden. Das gilt für alle Altersgruppen. Doch gerade alte Menschen leiden häufig an Nährstoffmangel und das auch bei objektiv gesehen richtiger Ernährung. Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, erklärt, woran das liegt und wie eine sinnvolle Nährstoffzufuhr aussehen muss.

Die Gründe für eine schlechte Nährstoffversorgung im Alter sind vielfältig. Zum einen verändert sich die Körperzusammensetzung: Man hat weniger Muskelmasse, meist mehr Fett, der Wassergehalt wird geringer. Diesen Veränderungen kann man durch Sport, die richtige Ernährung und ausreichend Flüssigkeit schon entgegenwirken. Doch auch die Einnahme von Medikamenten kann die Nährstoffaufnahme beeinflussen. Weiterhin sind nachlassende Leber- und Nierenfunktion und nicht ausreichendes Kauen durch schlechte Zähne als Gründe zu nennen. Ein Ausgleich des Nährstoffmangels ist dringend notwendig, Patienten fühlen sich spürbar besser und fitter, wenn die Werte stimmen. Doch man sollte nicht wahllos Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, sondern vorher untersuchen, welche Nährstoffe genau fehlen. Dies sollte in zwei Schritten geschehen: Zunächst führt der Patient über ein bis zwei Wochen ein Ernährungsprotokoll. So ist ersichtlich, wie viele Nährstoffe eingenommen wurden. Ob und in welchem Umfang diese verwertet wurden, kann dann mittels Blutuntersuchung beim Arzt festgestellt werden.
Erst jetzt kann man überlegen, ob man es zunächst mit einer Ernährungsumstellung versucht, eine Medikation anpasst oder zu Nahrungsergänzungsmitteln greift. Nach einigen Wochen prüft man anhand einer weiteren Blutuntersuchung den Erfolg.
Welche Nährstoffe sind für alte Menschen besonders wichtig?
Vitamin D ist in erster Linie für starke Knochen verantwortlich, wirkt sich aber auch positiv im Zellstoffwechsel aus. Seit etwa zwei Jahren wird eine höhere Gabe besonders für alte Menschen empfohlen. Anhand des Blutspiegels kann der Arzt die täglich einzunehmende Menge berechnen.
Eine Vitamin B-Unterversorgung zeigt sich besonders häufig bei alten Menschen. Die B-Vitamine haben gleich mehrere Aufgaben im Körper. Sie sorgen für die Kohlenhydratverdauung, Blutbildung, Gehirnfunktion und die verminderte Plaquebildung in den Arterien. Alte Menschen benötigen mehr B-Vitamine als junge, da sie diese nicht mehr so gut aus der Nahrung herausziehen und speichern können. Zudem nehmen viele alte Menschen Medikamente ein, die die Aufnahme zusätzlich einschränken. Hierzu kann der Apotheker beraten und Tipps geben. B-Vitamine sollten grundsätzlich als Vitaminkomplex eingenommen werden. Sie ergänzen sich gegenseitig in der Wirkung und werden rasch verbraucht. Sollte ein Überschuss entstehen, wird dieser einfach ausgeschieden.
Vitamin C bremst nicht nur Oxidationsvorgänge, die wesentlich zur Zellalterung beitragen, es fördert auch die Aufnahme von Mineralstoffen in den Körper, ganz besonders von Eisen. Auch hier schadet eine Überdosierung nicht, der Körper scheidet aus, was er nicht verbraucht.
Omega-3-Fettsäuren werden als gesunde Fette häufig als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Laut Erika Fink lohnt es auch hier, das Gespräch mit dem Apotheker zu suchen: „Alle Fette, die der Mensch zu sich nimmt, beeinflussen sich gegenseitig in der Aufnahme und im Stoffwechsel. Oftmals kann es schon reichen, das Gleichgewicht zu ändern, d.h. das Weglassen der ungesunden Fette kann den gleichen Effekt erzielen wie eine zusätzliche Aufnahme der „gesunden Fette“. Ziel sollte es immer sein, so wenig zusätzliche Präparate wie möglich einzunehmen.“ Patienten sollten sich immer Zeit für ein Beratungsgespräch in der Apotheke nehmen, bevor sie teure, aber unnütze Vitaminkuren beginnen. Sinnvoll ist es, vorab einen Termin zu machen und auch seine Arzneimittel mitzubringen. So kann der Apotheker am besten feststellen, welche Medikamente eventuell Einfluss auf die Nährstoffaufnahme haben könnten.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

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