Dienstag, 26. Mai 2015

Medikamente in der Schwangerschaft richtig einsetzen

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Übelkeit oder Erbrechen, Rückenschmerzen oder Sodbrennen: Viele Schwangere leiden im ersten Drittel der Schwangerschaft unter der sogenannten Morgenübelkeit, andere kämpfen im letzten Trimester mit Schlafstörungen. Zusätzlich sind schwangere Frauen auch vermehrt von Erkältungskrankheiten betroffen. Doch die Unsicherheit bei werdenden Müttern ist groß: auf welche Präparate man in dieser sensiblen Lebensphase zurückgreifen kann und welche einfachen Maßnahmen Linderung verschaffen, erläutert die Apothekerkammer Hamburg.
Gewusst wie: Beschwerden in der Schwangerschaft sanft lindern

Schwangere Frauen, die unter Übelkeit leiden, sollten sich körperlich schonen und ausreichend Ruhe gönnen. Kleinere Mahlzeiten und Ingwertee erleichtern die Symptome, anthroposophische oder homöopathische Arzneimittel können zusätzlich hilfreich sein. Frauen, die unter dauerhaftem oder starkem Erbrechen leiden, sollten in jedem Fall einen Arzt konsultieren. Einer Verstopfung lässt sich mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr und einer ballaststoffreichen Ernährung entgegensteuern, Füll- und Quellstoffe wie Flohsamen wirken ebenfalls vorbeugend. Bei Rückenschmerzen helfen Wärmebehandlungen wie Fangopackungen. Leiden Schwangere unter Sodbrennen, kommen Arzneimittel mit Schichtgittersilikaten oder Alginaten zum Einsatz. Bei nur leichten Beschwerden kann ein fertig zubereiteter Kartoffelsaft aus der Apotheke Linderung verschaffen. Werdende Mütter, die unter Schlafstörungen leiden, sollten auf eine gute „Schlafhygiene“ mit regelmäßigen Schlaf- und Aufstehzeiten, kleine Abendmahlzeiten, Spaziergänge vor dem Zubettgehen und ein gut durchlüftetes Schlafzimmer achten. In schwerwiegenden Fällen ist ein Arztbesuch ratsam.
Generell gilt: Eine Beratung in der Apotheke kann viele Unsicherheiten nehmen. Ob die beobachtete Symptomatik für eine Selbstmedikation geeignet ist, welche Präparate ratsam sind oder ob ein Arztbesuch erforderlich ist, lässt sich im Gespräch mit dem Apotheker abklären. Auch eine Selbstmedikation sollte ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht länger als 14 Tage andauern.
Vom richtigen Umgang mit Erkältungssymptomen
Schwangere sind häufiger von Erkältungen betroffen, die zudem länger andauern. Werdende Mütter sollten sich schonen, Ruhepausen gönnen, ausreichend trinken und zusätzlich inhalieren, um die Schleimhäute ausreichend zu befeuchten. Dazu eignen sich auch Lutschpastillen mit Panthenol oder Isländisch Moos.
Vorrangiges Ziel bei Erkältungen mit Temperaturen über 39 Grad ist es, das Fieber zu senken: Hohes Fieber kann Fehl- und Frühgeburten auslösen. Mit Paracetamol, das auch über die gesamte Schwangerschaft hinweg gegen Schmerzen eingesetzt werden kann, lässt sich das Fieber senken. Bis zur 30. Schwangerschaftswoche kann auch Ibuprofen als Fiebermittel oder entzündungshemmendes Schmerzmittel verwendet werden. Tipp: Schwangere sollten keine kombinierten Erkältungsmittel verwenden, da die Vielzahl der darin enthaltenden Stoffe das Risiko erhöht. Als Mittel bei verschleimtem Husten eignen sich zum Lösen Ambroxol und Thymiankraut bzw. bei trockenem Reizhusten Dextromethorphan und Eibischwurzel.
Unbedenklich? Beratung durch den Apotheker suchen
Generell sollten in der Schwangerschaft Medikamente verwendet werden, die schon lange im Einsatz sind. Außerdem sind Arzneimittel mit einem einzigen Wirkstoff, sogenannte Monopräparate, zu bevorzugen. Schmerzmittel wie Diclofenac sollten nur bis zur 30. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden, Diphenhydramin und Dimenhydrinat nicht mehr ab der 25. Woche zur Anwendung kommen. Bei vielen Arzneistoffen ist Vorsicht im ersten Drittel der Schwangerschaft geboten.
Werdende Mütter sollten sich in der Apotheke beraten lassen, da die Packungsbeilagen der Arzneimittel in Bezug auf die Arzneimittelanwendung in der Schwangerschaft eher allgemein gehalten sind. Hintergrund: Mit Schwangeren dürfen aus ethischen Gründen keine klinischen Studien durchgeführt werden, daher ist man auf Beobachtungsdaten angewiesen. Die Quellen für die Abschätzung des wirklichen Risikos sind jedoch nicht optimal. Ärzte, Apotheker und Patienten erhalten in Deutschland gute Risikodaten über www.embryotox.de und www.reprotox.de bzw. die beiden Informationsstellen, die diese Internetseiten betreiben.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen sowie Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 5. Mai 2015

Leben mit der Diagnose Morbus Parkinson

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Was haben Ottfried Fischer und Muhammad Ali gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch leben beide seit mehreren Jahren mit den Symptomen der Krankheit Morbus Parkinson. Die Vorzeichen einer beginnenden Parkinsonerkrankung sind leider oft sehr unspezifisch und daher schwer zu deuten. Frühsymptome werden nicht selten dem allgemeinen Alterungsprozess zugeschrieben. Die Krankheit kündigt sich durch Glieder- oder Nackenschmerzen an, allerdings auch durch depressive Verstimmungen, sodass sich die Patienten zunehmend von Familie und Freunden zurückziehen. Bei vielen Menschen verschlechtert sich lange vor dem Einsetzen der Bewegungsstörungen der Geruchssinn. Auch Gangunsicherheit und Sturzneigung sind diskrete Hinweise, die eine intensive Diagnostik nach sich ziehen sollten. Die Apothekerkammer Niedersachsen klärt auf, wie sich Betroffene und deren Angehörige auf das Leben mit der Erkrankung einstellen können.

Vielseitige Symptome
Morbus Parkinson ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Aus noch unbekannter Ursache sterben nach und nach Zellen ab, die Dopamin bilden – einen Botenstoff, der zu den sogenannten Glückshormonen zählt. Durch den zunehmenden Dopaminmangel entsteht ein Übergewicht an anderen, im Gehirn produzierten Botenstoffen. Ein unausgeglichener Hormonhaushalt innerhalb des Nervensystems ist die Folge und verursacht Symptome wie Muskelstarre, Unbeweglichkeit, Haltungsunsicherheit beim Gehen oder Stehen und häufig das Zittern der Hände in Ruhe. Hinzu können Verdauungsprobleme, unregelmäßiger Schlaf sowie ein gestörtes Geruchsempfinden kommen. Morbus Parkinson ist in der Regel eine Alterserscheinung: Nur 10 Prozent der Erkrankten sind bei der Diagnosestellung jünger als 40 Jahre. Bei mehr als 50 Prozent der Betroffenen wird die Krankheit zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr erkannt. Von den 60-jährigen ist durchschnittlich ein Prozent erkrankt, mit zunehmendem Alter steigt der Prozentsatz.
Die Krankheit in den Griff bekommen
Die Ursachen von Morbus Parkinson sind noch nicht erkannt. Wer erkrankt ist, kann bisher nicht geheilt werden, aber eine medikamentöse Therapie lindert die Beschwerden und hilft, eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. Ein gut eingestellter Patient kann mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung wie ein nicht erkrankter Mensch rechnen. In der ersten Therapiephase und bei Änderungen der Behandlung ist Geduld erforderlich, da anfangs unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie zum Beispiel Tagesmüdigkeit auftreten können, die später wieder nachlassen. Wichtig ist, dass der Patient die Therapie trotz Nebenwirkungen nicht abbricht, sondern mit seinem Arzt auf eine gute medikamentöse Einstellung hinarbeitet.
Auf die positive Haltung kommt es an
Je aufmerksamer der Patient seine Therapie mitgestaltet, desto erfolgreicher ist sie. Die konsequente Einhaltung der mit dem Arzt vereinbarten Therapieempfehlungen durch den Patienten wird auch als Adhärenz bezeichnet. Der Therapieplan wird dabei gemeinsam zwischen Behandler und Patient erarbeitet, der Patient übernimmt innerhalb des Behandlungsprozesses eine aktive Rolle. Durch gezielte Fragen und eine eingehende Beratung kann der Apotheker die Medikation im Alltag begleiten und den Patienten dazu ermutigen, alle Zweifel mit ihm und den Ärzten zu besprechen. Insbesondere wenn der Patient bereits viele unterschiedliche Medikamente einnimmt und daher eine sogenannte Polymedikation vorliegt, ist das Fachwissen des Apothekers gefragt. Als Polymedikation bzw. Multimedikation bezeichnet man die medikamentöse Versorgung, bei der ein Patient fünf oder mehr verschiedene Medikamente als Dauermedikation einnimmt. Mit der Anzahl der gleichzeitig angewendeten Medikamente steigt auch das Risiko z. B. für Neben- oder Wechselwirkungen.Apotheker können die Verträglichkeit zwischen den einzunehmenden Präparaten beurteilen und liefern Hilfsmittel für den Alltag, beispielsweise in Form eines Dispensers, einer Plastikbox, in der die Medikamente für jeden Wochentag und Einnahmezeitpunkt einsortiert werden können. Sie beraten den Patienten zu verschiedenen Darreichungsformen der Arzneien, um das Einnehmen zu erleichtern und motivieren zum Durchhalten der Therapie.
Achtung bei der Selbstmedikation
Wenn sich Patienten bei Gesundheitsproblemen in Eigenregie behandeln, sollten sie die Medikamente stets in Rücksprache mit dem Apotheker auswählen. Zudem ist es sinnvoll, den behandelnden Arzt über die Selbstmedikation zu informieren. Zwar zeigen die meisten frei verkäuflichen Schmerz- und Erkältungspräparate in der Regel keine Wechselwirkungen mit Parkinsonmitteln, dennoch könnten bestimmte Hustenstiller sowie abschwellende Nasensprays von Fall zu Fall problematisch sein.
Für die Behandlung von Morbus Parkinson sind Medikamente natürlich sehr wichtig, aber auch die sozialen Aspekte der Krankheit sollten bedacht werden. Betroffene können beispielsweise zur psychologischen Unterstützung Selbsthilfegruppen aufsuchen. Informationen erhalten sie unter anderem bei ihrem Apotheker. Damit Patienten den Mut finden, ihre Krankheit zu akzeptieren und ihr Leben trotzdem lebenswert zu gestalten, haben sich unterstützend zur medikamentösen Therapie unterschiedliche Methoden bewährt: An Parkinson Erkrankte, die Angebote wie Rehasport, Physio- und Ergotherapie wahrnehmen, schulen damit ihre Beweglichkeit und Körperbeherrschung. Auch erleben viele Patienten Kunst und Musik als heilsame Therapieformen für sich. Durch diese Heilbehandlungen nehmen die Hemmungen ab, sich mit der Krankheit in die Öffentlichkeit zu begeben. Solche Angebote helfen, die Freude am Leben zu bewahren und Kontakte mit anderen Menschen zu pflegen. Das hält nicht nur vital, sondern verbessert auch die Lebensqualität um ein Vielfaches.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 27. April 2015

Jedes dritte verordnete Medikament ist allein wegen der Arzneiform besonders beratungsbedürftig

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Es kommt nicht nur auf den Inhalt an: Jedes dritte in Hamburg verordnete Medikament (33 Prozent) ist – unabhängig vom Wirkstoff – allein wegen seiner Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2014 ermittelt. Die rund 430 Apotheken in Hamburg gaben insgesamt rund vier Millionen Packungen besonders beratungsbedürftiger Medikamente zu Lasten der GKV ab. Nicht erfasst wurde die Abgabe von Medikamenten ohne Rezept und an Privatversicherte.
„Viele Medikamente sind komplizierter anzuwenden als allgemein angenommen. Eine Tablette unzerkaut zu schlucken ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren“, sagt Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. Werden Arzneimittel falsch angewendet, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können aber die Wirksamkeit eines Präparats verändern oder zu unerwünschten Wirkungen führen. Siemsen: „Jeder Patient sollte sich in der Apotheke die richtige Anwendung seiner Medikamente zeigen oder erklären lassen.“
Der größte Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Tabletten, die grundsätzlich nicht geteilt werden dürfen (1,7 Millionen Packungen). Siemsen: „Apotheker beraten zur Teilbarkeit, weil wir aus Studien wissen, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen.“ Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (650.000 Packungen) und Medikamente zur Inhalation (430.000 Packungen). Weitere erfasste Darreichungsformen waren Medikamente zur Anwendung am Auge, in der Nase, in der Vagina oder im After. Apotheker erklären auch die Zubereitung von Medikamenten wie Trockensäften oder beraten zur korrekten Anwendung von festen Darreichungsformen, die nicht einfach geschluckt werden können. Ein Beispiel für diese Arzneiformen sind Buccaltabletten, die sich langsam in der Mundhöhle auflösen sollen.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Freitag, 24. April 2015

Großer Beratungsbedarf bei Tabletten, Injektionen und Inhalatoren

Jedes dritte verordnete Medikament ist allein wegen der Arzneiform besonders beratungsbedürftig

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Es kommt nicht nur auf den Inhalt an: Jedes dritte in Niedersachsen verordnete Medikament (31 Prozent) ist unabhängig vom Wirkstoff allein wegen seiner  Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2014 ermittelt.

Viele Medikamente sind komplizierter anzuwenden als allgemein angenommen. Eine Tablette unzerkaut zu schlucken, ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit. Werden Arzneimittel falsch angewendet, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können aber die Wirksamkeit eines Präparats verändern oder zu unerwünschten Wirkungen führen. Deshalb empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen: „Jeder Patient sollte sich in der Apotheke die richtige Anwendung seiner Medikamente zeigen oder erklären lassen.“

Den größten Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Medikamente, die grundsätzlich nicht geteilt werden dürfen (8,11 Millionen Packungen). Studien haben aber gezeigt, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen. Apotheker erklären deshalb besonders häufig, welche Tablette geteilt werden darf und welche nicht. Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (2,77 Millionen Packungen) und Medikamente zur Inhalation (1,96 Millionen Packungen). Außerdem wurden Medikamente zur Anwendung am Auge, in der Nase, in der Vagina oder im After erfasst. Apotheker erläutern auch die Zubereitung von Medikamenten wie Trockensäften oder beraten zur korrekten Anwendung von festen Darreichungsformen, die nicht einfach geschluckt werden können. Ein Beispiel für diese Arzneiformen sind Buccaltabletten, die sich langsam in der Mundhöhle auflösen sollen.

Die rund 2.000 Apotheken in Niedersachsen gaben insgesamt rund 18 Millionen Packungen allein aufgrund der Darreichungsform besonders beratungsbedürftiger Medikamente zu Lasten der GKV ab. Nicht erfasst wurde die Abgabe von Medikamenten ohne Rezept und an Privatversicherte.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 21. April 2015

Hessische Patienten rund um die Uhr gut versorgt

Flächendeckende Dienstbereitschaft von Apotheken

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Wer außerhalb der üblichen Geschäftszeiten dringend ein Medikament benötigt, sucht die nächstgelegene dienstbereite Apotheke auf. Die Landesapothekerkammer Hessen stellt sicher, dass die Bevölkerung in Hessen rund um die Uhr mit Arzneimitteln versorgt wird. Hierzu stehen in Hessen an Sonn- und Feiertagen sowie nachts zwischen 120 und 130 Apotheken im Notdienst zur Verfügung.
In Hessen gibt es rund 100 Notdienstkreise
Für die Menschen ist es wichtig, dass die Versorgung mit Arzneimitteln rund um die Uhr in zumutbarer Weise sichergestellt ist. Dazu sind die hessischen Apotheken in rund 100 Notdienstkreise eingeteilt, in den großen Städten versehen mehrere Apotheken gemeinsam den Notdienst. Hier lohnt ein Blick über die Stadt- oder Kreisgrenzen, da die nächste dienstbereite Apothekie nicht zwingend in der gleichen Gemeinde liegen muss.
Verlässliche Medikamentenabgabe während der Notdienstzeiten
Während des Notdienstes wie auch während der allgemeinen Öffnungszeiten muss in jeder Apotheke ein Apotheker anwesend sein. Dies erhöht zwar die Kosten der Notdienste, ist aber für eine zuverlässige Abgabe sowohl bei der Selbstmedikation als auch bei verordneten Arzneimitteln unerlässlich. Im Notdienst kann es vorkommen, dass das verordnete Arzneimittel nicht mehr vorrätig ist. Der anwesende Apotheker kann und darf dann ein anderes Arzneimittel des gleichen Wirkstoffes abgeben und so sicherstellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger schnell das benötigte Arzneimittel erhalten.
Das Notdienstportal der Landesapothekerkammer Hessen
Eine Übersicht über die notdiensthabenden Apotheken in Hessen finden Patienten tagesaktuell auf der Website der Landesapothekerkammer Hessen unter www.apothekerkammer.de. Diese Daten werden täglich aktualisiert und sind damit sehr verlässlich. Darüber hinaus kann der Apothekennotdienst kostenfrei aus dem Festnetz unter 0800/00 22 833 oder per Handy unter 22 8 33 (max. 69 ct./Min.) abgefragt werden. Im Übrigen sind alle Apotheken verpflichtet, die nächsten dienstbereiten Apotheken auszuschildern. Wer also eine geschlossene Apotheke aufsucht, kann dort einem Aushang die nächstgelegenen dienstbereiten Apotheken entnehmen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Montag, 20. April 2015

Medikamente auf Reisen

Niedrige Temperaturen im Frachtraum können Medikamenten schaden

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) –  Es ist Urlaubszeit und die Deutschen wollen verreisen. Doch Patienten, die im Urlaub Medikamente benötigen, sollten sich vorher eingehend informieren. Mitgeführte Arzneien müssen richtig gelagert, transportiert und vor den äußeren Umwelteinflüssen auf Reisen geschützt werden, erklärt die Apothekerkammer Hamburg. Berücksichtigen Patienten einige wenige Regeln, steht dem sorgenfreien Urlaub nichts im Wege.

Medikamente sicher transportieren
Die meisten Deutschen verbringen ihre freien Tage im Jahr im Urlaub, gern auch in tropischen Ländern. Für chronisch Kranke und Patienten, die während der Reisezeit Medikamente benötigen, stellen sich einige praktische Fragen und Herausforderungen. Zuerst ist der Transport von Medikamenten genau zu planen. Wer fliegt, sollte kälteempfindliche Wirkstoffe wie Insulin immer im Handgepäck mit sich führen, da im Frachtraum oft empfindlich niedrige Temperaturen vorherrschen. Bei null Grad Celsius kristallisiert beispielsweise Insulin und verliert seine Wirkung mit schwerwiegenden Folgen für den Patienten. Medikamente, die der Patient während des Fluges benötigt, sollten ebenfalls im Handgepäck verstaut werden. Wichtig: Flugzeug und Bahn können sich verspäten oder das Gepäck steht nicht immer sofort nach der Landung zur Verfügung. Es empfiehlt sich daher immer, eine zusätzliche Menge der benötigten Arzneimittel für einige Tage auf Vorrat griffbereit im Handgepäck aufzubewahren. Falls möglich sollten Reisende ihre Arzneien auf mehrere Handgepäckstücke verteilen. Patienten, die flüssige Medikamente mit in die Flugzeugkabine nehmen müssen, sollten eine Bescheinigung vom Arzt oder Apotheker bereithalten, da Flüssigkeiten nur in Ausnahmefällen mitgeführt werden dürfen. Um das Präparat schnell zu identifizieren, ist zudem ein Beipackzettel bereitzuhalten. Arzneimittel wie Augentropfen, Nasenspray oder Insulin können außerhalb des durchsichtigen Plastikbeutels mit an Bord genommen werden, jedoch sind sie an der Sicherheitskontrolle separat vorzuzeigen.

Schutz vor Licht und schwankenden Temperaturen
Bei der Mitnahme von kühlpflichtigen sowie kühlkettenpflichtigen Präparaten ist zu berücksichtigen, dass diese während des Transports vor Wärme isoliert werden müssen. Am besten eignen sich thermogeschützte Reiseapothekentaschen, die in der Apotheke erhältlich sind. Patienten unterschätzen oft die Temperaturschwankungen auf Reisen. Im Auto kann das Thermometer bis auf 60 Grad Celsius steigen, dies beeinträchtigt die Wirksamkeit der meisten Arzneien. Oft werden Pflaster, Cremes, Salben oder Dosieraerosole im parkenden Auto vergessen, so dass die Produkte Schaden nehmen. Daher gilt es, alle Arzneimittel beim Parken in heißen Ländern mitzunehmen, wenn man das Auto verlässt. Meist ist auch die Lichtintensität in südlichen Ländern höher. Optimalen Schutz für lichtempfindliche Medikamente bietet die Originalverpackung.

Gut informiert in den Urlaub
Vereinzelt fallen Medikamente unter das Betäubungsmittelgesetz. Dazu zählen unter anderem starke Schmerzmittel sowie einige Husten- und Schlafmittel. Solche Präparate erwecken  Aufmerksamkeit bei den Behörden der Reiseländer. Im Schengen-Raum, dazu zählen die meisten EU-Staaten, Norwegen, Island sowie die Schweiz, dürfen Betäubungsmittel nur mit einer speziellen ärztlichen Bescheinigung oder einer Beglaubigung der obersten Landesgesundheitsbehörde mitgeführt werden. Für jedes Medikament muss der Patient zwingend eine mehrsprachige Bestätigung vorlegen, die Angaben zur Dosierung erhält, damit der Bedarf für die Reise abgeschätzt werden kann. Die notwendigen Formulare erhalten Patienten auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (www.bfarm.de). Bestimmungen für andere Reiseziele finden Patienten unter folgender Internetadresse:http://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/Reisen/_node.html.
Für Fernziele und Reisen in tropische Länder ist eine Beratung zur Reisemedizin zu empfehlen. Idealerweise sollten sich Reisende acht bis zehn Wochen vor dem Reiseantritt in ihrer Apotheke oder beim Arzt informieren.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 7. April 2015

Schmerzmittel haben ihre Grenzen

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) –  Medikamente sollten nie bedenkenlos eingenommen werden. Das gilt auch für frei verkäufliche Arzneien. Schmerzmittel in der Selbstmedikation dürfen ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht länger als drei oder vier Tage hintereinander eingenommen werden. Monatlich sollte die Dosis unter zehn Tabletten liegen. Wer neben Schmerzmitteln noch weitere Medikamente einnimmt, sollte im Gespräch mit einem Apotheker gefährliche Wechselwirkungen ausschließen, warnt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Schmerzmittel beeinflussen andere Medikamente
Überschreiten Patienten in der Selbstmedikation die zulässige Dosierung und die Einnahmedauer bei entzündungshemmenden Schmerzmitteln, so ist dies mit einem erhöhten Risiko für das Entstehen von Magengeschwüren und Nierenschäden verbunden. Andere Schmerzmittel, wie z. B. Paracetamol, die in zu hohen Dosen genommen werden, können Leberschäden hervorrufen.

Werden gleichzeitig zur Selbstmedikation vom Arzt verordnete Mittel eingenommen, steigt die Gefahr von Wechselwirkungen. So kann es bei der Kombination von Cortison mit
entzündungshemmenden Schmerzmitteln zu Magenreizungen oder sogar
Magenblutungen kommen. Diese Gefahr ist umso größer, je höher die Dosierung
und je länger die Einnahmedauer der Schmerzmittel ist.
Schmerzmittel, in höherer Dosis verabreicht, können die Wirkung von Blutdrucksenkern verringern. Auch die Schmerzempfindlichkeit kann bei regelmäßiger Einnahme sinken. Eine mögliche Folge sind schmerzmittelinduzierte Kopfschmerzen. In bestimmten Fällen verstärken Schmerzmittel die Wirkung anderer Arzneien so massiv, dass medizinische Notfälle ausgelöst werden. So werden Therapien, die die Blutgerinnung hemmen, ernsthaft gefährdet, nimmt der Patient gleichzeitig ein Medikament mit dem weit verbreiteten, schmerzstillenden Wirkstoff Acetylsalicylsäure, kurz ASS, ein.
Schmerzen zunächst mit gut verträglichen Medikamenten lindern
Wer Schmerzen hat, sollte dem Apotheker vor Ort möglichst genau die Symptome schildern und sich dann ein Schmerzmittel mit gut verträglichen Wirkstoffen empfehlen lassen. Bestehen die Schmerzen weiterhin, kann der Patient nach einer ausführlichen Beratung in der Apotheke und nach einem Gespräch beim Arzt auf stärker wirksame Medikamente umsteigen.
Erhöhte Vorsicht für Kinder
Bei Kindern ist die Behandlung mit Schmerzmitteln heikel und bedarf einer gründlichen Beratung durch Ärzte und Apotheker. Nicht alle rezeptfrei erhältlichen Schmerzmittel sind für Kinder geeignet. Der gängige Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann bei Kindern und Jugendlichen in seltenen Fällen sogar das Reye-Syndrom, eine schwere Erkrankung der Leber und des Gehirns, auslösen. Daher darf ein Medikament mit dem Wirkstoff ASS bei Kindern und Jugendlichen nur nach Anweisung eines Arztes verabreicht werden. Kinder brauchen wegen ihres geringen Körpergewichts kindgerechte Dosierungen und Darreichungsformen. Eltern sollten mit ihrem Apotheker vor Ort besprechen, welches Schmerzmittel gut für ihr Kind geeignet ist und ob als Darreichungsform Saft oder lieber Zäpfchen vorzuziehen sind.
Die Beratung durch einen erfahrenen Apotheker bei der Selbstmedikation ist stets empfehlenswert. Im höheren Maße gilt das vor allem für Kinder, Asthmatiker, Allergiker, chronisch Kranke, Schwangere, ältere Menschen, Nierenkranke und für Menschen, die mehrere Medikamente einnehmen müssen. Apotheker sind darin geschult, die Wirkung unterschiedlicher Schmerzmittel einzuordnen, eine passgenaue Medikation sicherzustellen und die Betroffenen umfassend zu beraten.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 16. März 2015

Beratung durch den Apotheker nutzen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Es ist ein Notfall. Frauen, die ungeschützten Sex hatten und eine Schwangerschaft verhindern wollen, dürfen nicht lange warten. Soll die „Pille danach“ wirken, muss sie schnell eingenommen werden. Bisher hieß das: einen Termin mit dem Frauenarzt vereinbaren und ein Rezept ausstellen lassen. Doch seit dem 15. März 2015 können betroffene Frauen das Verhütungsmittel für den Notfall direkt in der Apotheke erhalten und damit wichtige Zeit einsparen. Apotheker werden damit zum ersten Ansprechpartner und bieten den Patientinnen einen umfassenden, diskreten und kompetenten Beratungsservice an, so die Landesapothekerkammer Hessen.

Unkomplizierte und schnelle Hilfe im Notfall
Die „Pille danach“ wurde gestern aus ihrer Verschreibungspflicht entlassen. Das bringt vor allem einen zeitlichen Vorteil für die Patientinnen mit sich. Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr sollte nur wenig Zeit vergehen, bis das Notfallverhütungsmittel eingenommen wird. Dabei gibt es Präparate mit unterschiedlichen Wirkmethoden. Der Wirkstoff Levonorgestrel verschiebt den Eisprung. Die Folge: Die „Pille danach“ ist nur wirksam, wenn sie rechtzeitig vor dem Eisprung eingenommen wird. Ist dieser bereits erfolgt, kann trotz Einnahme die Schwangerschaft eintreten. Durch den Wirkstoff Ulipristalacetat wird der Eisprung gehemmt bzw. verzögert. Für beide gilt: Die „Pille danach“ ist zuverlässiger, je früher sie nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Absolute Sicherheit bieten Notfallverhütungsmethoden, ebenso wie reguläre Verhütungsmittel, jedoch nicht.
Diskrete Beratung ist ein „Muss“
Vor der Abgabe der „Pille danach“  ist ein ausführliches Beratungsgespräch zwischen Apotheker und Patientin Pflicht. Risiken der Behandlung werden besprochen und auf Nebenwirkungen hingewiesen. Der Apotheker geht zusammen mit der Patientin wichtige Punkte durch, die Einfluss auf die Behandlung haben. Zunächst muss eine bereits bestehende Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, zum Beispiel Psychopharmaka oder Johanniskraut,  können die Wirksamkeit der „Pille danach“ mindern. Patientinnen mit chronischen Vorerkrankungen oder akuten gesundheitlichen Problemen ist von der Verwendung abzuraten. Stillende Mütter müssen eine Stillpause einlegen. Frauen, die sich innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme der „Pille danach“ erbrechen, müssen eine weitere Pille einnehmen. Diese Faktoren gilt es gründlich abzuklopfen, um eine zuverlässige Wirkung zu erzielen. Patientinnen, die sich in der Offizin unwohl fühlen, können den Apotheker um ein vertrauliches Gespräch bitten.
Verlässliche Verhütung
Im Allgemeinen ist die „Pille danach“ für gesunde Frauen gut verträglich. Dennoch sollte sie nur im Notfall verwendet werden, betont die Landesapothekerkammer Hessen. Auch ist von einer wiederholten Anwendung während eines Zyklus‘ abzuraten. Gut zu wissen: Die „Pille danach“ bietet weder einen dauerhaften Verhütungsschutz noch schützt sie vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Frauen, die die “Anti-Baby-Pille“ einnehmen, sollten den Einnahmezyklus nicht unterbrechen, auch wenn der hormonelle Schutz nicht mehr gewährleistet ist. Bis zur nächsten Monatsblutung bieten jedoch mechanische Verhütungsmittel wie ein Kondom oder andere Barrieremethoden Sicherheit und schützen Frauen vor einer ungewollten Schwangerschaft.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Donnerstag, 12. März 2015

Apotheker beraten diskret zur „Pille danach“

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) –  Es klingt unkompliziert und nach einer schnellen Lösung zur Vermeidung einer ungewollten Schwangerschaft. Die „Pille danach“ erhalten Patientinnen ab dem 16.03.2015 ohne Rezept in ihrer Apotheke. Die  eingehende Beratung zur „Notfallverhütung“ findet demnächst in der Apotheke statt. Oft sind Frauen unsicher, wie die „Pille danach“ zu verwenden ist und welche Nebenwirkungen auf sie zukommen, berichtet die  Apothekerkammer Hamburg. Umso wichtiger ist es, über die Wirkung und Handhabung der „Pille danach“ sowie über die neuen Regelungen zur Abgabe aufzuklären.

Schnelles Handeln ist gefragt
Grundsätzlich ist die „Pille danach“ ein Notfall-Medikament für Frauen, die nach ungeschütztem Sex eine ungeplante Schwangerschaft verhindern wollen. Die Wirkung der Pille beruht auf der Hemmung oder Verzögerung des Eisprungs und ist daher nur wirksam, wenn sie rechtzeitig vor dem Eisprung angewendet wird. Ist der Eisprung bereits erfolgt, kann trotz Einnahme eine Schwangerschaft zustande kommen, zumal die Spermien etwa fünf Tage überlebens- und befruchtungsfähig sind. Was Betroffene beachten sollten: Frauen müssen die „Pille danach“ schnellstmöglich nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr einnehmen. Es gilt die Devise: Je schneller verwendet, desto sicherer ist die Wirksamkeit. Je nach Präparat bilden 72 bis maximal 120 Stunden nach dem Sex die zeitlichen Grenzen.
Patientengespräch erspart Überraschungen
Patientinnen sollten immer persönlich in der Apotheke nach der „Pille danach“ verlangen. So kann der Apotheker sicherstellen, dass das Medikament auch wirklich für den Notfall bestimmt ist und die Einnahme für die Patientin unbedenklich ist. Wird zum Beispiel der Partner geschickt, kann die Ausgabe des Präparats verweigert werden. Bei minderjährigen Patientinnen entscheidet der Apotheker nach Einzelfall, ob er die Abgabe verantwortet oder zum Arztbesuch rät. Da die „Pille danach“ zukünftig rezeptfrei erhältlich ist, wird die Beratungstätigkeit der Apotheker noch wichtiger. Patientinnen, die die „Pille danach“ verlangen, sollten sich mit dem Apotheker über bereits eingenommene Arzneimittel austauschen. So können bestimmte Psychopharmaka, Antiepileptika oder Antibiotika die Wirksamkeit hemmen. Auch sollten die Patientinnen sich beim Besuch in der Apotheke über die Nebenwirkungen aufklären lassen. Übelkeit, Erbrechen Schwindel, Bauch- und Unterleibsschmerzen sind typische Begleiterscheinungen. Falls sich die Patientin innerhalb von drei Stunden nach Einnahme des Präparats erbricht, muss umgehend eine weitere „Pille danach“ eingenommen werden.
 „Pille danach“ bleibt ein Mittel für den Notfall
Die „Pille danach“ ist nur für den Notfall gedacht und kein dauerhaftes Verhütungsmittel. Genau wie andere Verhütungsmittel bietet sie keinen hundertprozentigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Trotz „Pille danach“ muss die „Anti-Baby-Pille“ weiter eingenommen werden. Zusätzlich ist es ratsam, bis zur nächsten Monatsblutung mit einer Barrieremethode zu verhüten, beispielsweise mit Kondom. Wer unsicher bei Fragen der Verhütung ist, sollte die Beratungsleistung der Apotheke unbedingt nutzen. Keine Frau sollte sich scheuen, ein diskretes Gespräch mit dem Apotheker zu verlangen. Die Beratung kann auch ungestört in einem separaten Raum stattfinden, so die Apothekerkammer Hamburg.

Dienstag, 3. März 2015

Apotheker geben Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit



Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Jeder Zweite kennt das Phänomen: Der lang ersehnte Frühling ist da, aber man fühlt sich schlapp und antriebslos. In der Übergangszeit vom Winter zum Frühling klagen viele über Symptome wie Kopfschmerzen, Blutdruckschwankungen, Wetterfühligkeit, Verdauungsstörungen oder Müdigkeit. Die Ursache: Der Körper stellt den Hormonhaushalt um, sobald die Tage wieder länger werden. Patienten mit niedrigem Blutdruck, Frauen und Jugendliche sind vermehrt betroffen. Die Apothekerkammer Niedersachsen gibt wertvolle Tipps, besser mit den Folgen der Frühjahrsmüdigkeit umzugehen.
Frühlingserwachen: Der Körper stellt sich um
Im Winter schüttet der Körper verstärkt das schlaffördernde und durch Dunkelheit ausgelöste Hormon Melatonin aus. Werden die Tage im März wieder länger, sorgt der Botenstoff Serotonin, vielen als „Glückshormon“ bekannt, für einen Umschwung im Organismus. Milde Tagestemperaturen verbunden mit noch kalten Nächten setzen den Körper starken Temperaturschwankungen aus, eine ständige Erweiterung und Verengung der Blutgefäße ist die Folge. Zusätzlich muss sich der Körper der instabilen Wettersituation und den veränderten Lichtverhältnissen immer neu anpassen. Diese Umstellung strengt an.
Im Rhythmus bleiben
„Frühjahrsmüdigkeit äußert sich vor allem tagsüber“, stellt die Apothekerkammer Niedersachsen fest. Das A und O gegen Frühjahrsmüdigkeit ist eine gesunde Balance: Bewegung an der frischen Luft, viel Licht, ausgewogene Kost, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie ein geregelter Schlafrhythmus helfen, die Umstellung gut zu meistern. Leber, Darm und Nieren mussten im Winter meist reichhaltige Nahrung verarbeiten, diese Entgiftungsorgane sollten gerade in der Übergangszeit mit einer vitamin- und ballaststoffreichen Ernährung unterstützt werden. Der Stoffwechsel wird stabilisiert, das Wohlbefinden gesteigert. Ein vitaminreiches Frühstück bringt den Kreislauf zusätzlich in Schwung, der Start in den Tag fällt leichter. Auch der maßvolle Genuss von koffeinhaltigen Getränken ist, solange keine medizinischen Bedenken vorliegen, als Muntermacher erlaubt.
Nach einer Umstellungsphase von rund zwei Wochen sollte die Frühjahrsmüdigkeit überwunden sein. Halten die Beschwerden an, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen, einen Arzt hinzuzuziehen. Hintergrund der Symptome könnten auch Krankheiten wie Depressionen oder Leberprobleme sein.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation.  Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.