Dienstag, 7. Juli 2015

Bei Schlafstörungen helfen Rituale

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Stundenlang wach liegen und nicht einschlafen können. Die schnelllebige moderne Welt holt viele Menschen auch im Schlaf noch ein. Dabei ist gesunder Schlaf für das Wohlbefinden und die Tagesaktivität wichtig. Schlaf gehört wie Bewegung und Ernährung zu einem ausgeglichenen Lebenswandel. Fast jeder kennt die Mattheit am Morgen, wenn man eine unruhige Nacht mit wenig Schlaf hinter sich hat.
Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Phänomen und gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden der Deutschen. Rund 25 Prozent der Bevölkerung sind betroffen. Zehn Prozent räumen ein, häufig oder dauerhaft nicht zu erholsamem Schlaf zu gelangen. Vielfältig sind die Ursachen, doch nur bei einem geringen Anteil der Patienten liegt auch eine Erkrankung vor. Eine gelegentlich durchwachte Nacht ist unerfreulich, stellt jedoch noch kein Problem dar. Der Apotheker weiß hier Rat. Doch wird die Schlaflosigkeit zum Dauerzustand, sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen, rät die Apothekerkammer Niedersachsen.
Probleme nicht mit ins Bett nehmen
Eine wichtige Anlaufstelle für die Beratung bei Schlafstörungen sind die Apotheker. Erholsamer Schlaf ist immer noch ein Geheimnis, viele Ursachen und Wirkungen sind nicht ausreichend erforscht, aber dennoch kann jeder selbst etwas für seine gesunde Nachtruhe tun. Aus langjähriger Erfahrung weiß der Apotheker, dass Patienten oft ihre Sorgen mit ins Bett nehmen. Abhilfe kann in diesen Fällen bereits das Aufschreiben der Gedanken und Nöte sein. Rituale vor dem Zubettgehen zu schaffen, ist eine weitere Erfolg versprechende Methode, um das Einschlafen zu erleichtern: So können beispielsweise Entspannungs- und Atemübungen durchgeführt werden. Ebenso helfen Kräutertees aus der Apotheke, die eine auf den Körper entspannende Wirkung haben und auf die anstehende Ruhephase einstimmen. Ratsam ist es auch, einen regelmäßigen Schlafrhythmus einzuhalten und möglichst zu festen Zeiten ins Bett zu gehen und wieder aufzustehen. Wer nachts nicht zur Ruhe kommt, sollte auf den Mittagsschlaf verzichten und erst ins Bett gehen, wenn er wirklich müde ist. Der Schlafraum sollte ausreichend dunkel und abgeschirmt von störendem Lärm sein. Außerdem sollten Menschen mit Einschlafproblemen Koffein und Tabak am Abend meiden und nur ein leichtes Abendessen zu sich nehmenModerate Schlafstörungen ohne organische Ursachen können unterstützend mit Präparaten aus Passionsblume, Baldrian, Hopfen, Melisse und Lavendel behandelt werden. Die Einnahme von freiverkäuflichen Schlafmitteln sollte immer mit dem Apotheker besprochen werden, um Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.

Anhaltende Schlafstörungen beim Arzt abklären
Halten die Schlafstörungen über mehrere Wochen an oder kehren sie ständig wieder, sollten die Ursachen unbedingt medizinisch abgeklärt werden, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen. Wird der Schlaf dauerhaft beeinträchtigt, kann sich der Körper nicht ausreichend erholen. Abgeschlagenheit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Krankheiten wie Bluthochdruck oder Depressionen können durch dauerhafte Schlafstörungen hervorgerufen werden. Eine Beratung ist außerdem sinnvoll, wenn der Leidensdruck des Patienten sehr hoch ist und der Alltag nur schwer bewältigt werden kann. Liegt beispielsweise eine Depression vor, muss diese unbedingt ärztlich behandelt werden. Um die Ursachen für die Schlaflosigkeit abzuklären, kann der Hausarzt den Patienten an ein Schlaflabor überweisen. Dort können z. B. Atemaussetzer festgestellt werden, die sogenannte Schlafapnoe, die durch verengte Atemwege in Nase und/oder Rachen oder durch eine verdickte oder krumme Nasenscheidewand ausgelöst werden kann. Gemeinsam mit dem Arzt können dann weitere Maßnahmen zur Abhilfe besprochen werden.
Medikamentenanalyse
Bei Schlafstörungen sollten Betroffene die Medikamente, die sie einnehmen müssen, vom Apotheker analysieren lassen. Es kann sein, dass die Schlafstörung auf Neben- oder Wechselwirkungen von Arzneimitteln beruhen. So können Bluthochdruckpräparate, Antidepressiva und Hormone zu einem Unruhegefühl in der Nacht führen. Diuretika können einen erhöhten Harndrang zur Folge haben, der Patient kann nicht mehr durchschlafen, da er während der Nacht öfter auf die Toilette gehen muss. Hier kann es manchmal schon helfen, in Absprache mit dem Arzt die Hauptdosis der Medikamente bereits am Vormittag einzunehmen.
Schlaftablettendosis nicht eigenmächtig erhöhen
Auch sollten Patienten, die nachts aufwachen und nicht mehr einschlafen können, keine Schlaftabletten „nachschieben“. Das kann unerwünschte Folgen haben, wieanhaltende Müdigkeit am Morgen (Hangover) und wer müde ist, verliert schnell das Gleichgewicht: Das kann zu Stürzen führen. Für eine individuelle Beratung wenden sich Patienten mitsamt ihrer Medikamente am besten an ihren Apotheker.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Im Sommer mit Medizin richtig umgehen

Frankfurt am Main (landesapothekenkammer-hessen) – Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit oder Sonneneinstrahlung: Arzneimittel sind empfindliche Produkte, deren hohe Qualität und Wirksamkeit ausreichend vor Umwelteinflüssen geschützt werden sollte. Beachten Patienten die Ratschläge des Apothekers sowie die Anweisungen auf den Verpackungen, ist eine sachgemäße Medikamentenlagerung zu Hause einfach umsetzbar. Eine Herausforderung stellen die Sommermonate dar, wenn hohe Temperaturen oder veränderte klimatische Bedingungen auf die Präparate einwirken. Die Landesapothekerkammer Hessen gibt wertvolle Tipps zum richtigen Umgang mit Arzneimitteln in der warmen Jahreszeit.

Sicher und schonend gelagert
Ein Großteil der Arzneimittel ist bei Zimmertemperaturen von 15 bis 25 Grad gut aufgehoben. Trockene und lichtgeschützte Plätze sind für die Lagerung optimal. Wenig geeignet sind übrigens Badezimmer: Die stark schwankenden Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit können sich negativ auf die Qualität der Arzneien auswirken. Präparate, die kühl gelagert werden sollen, tragen einen entsprechenden Vermerk auf der Verpackung. Sie werden am besten in der Kühlschranktür aufbewahrt, hier herrschen Temperaturen von zwei bis acht Grad Celsius. Eine kurzzeitige Unter- oder Überschreitung der Temperaturen ist im Allgemeinen unbedenklich. Es gibt allerdings auch Medikamente, die bei einer festgelegten Lagertemperatur aufbewahrt werden müssen. Diese Temperatur muss sowohl beim Transport als auch bei der Aufbewahrung unbedingt gewährleistet sein. Ein Tipp gilt für alle Medikamente: Im Bestfall werden sie in der Faltschachtel belassen, die Umverpackung dient als wichtiger Lichtschutz. Außerdem sollte der Beipackzettel aufgehoben werden, hier sind u.a. auch spezielle Lagerungshinweise vermerkt.
Auch unterwegs gut vorbereitet
Der Transport und die richtige Aufbewahrung von Medikamenten auf Reisen ist zwar anspruchsvoller, aber mit ein paar Tricks eine gut lösbare Aufgabe. Wer in südliche Gefilde reist, sollte sicherstellen, dass die notwendigen Arzneien weder Hitze noch Feuchtigkeit ausgesetzt werden. Für die richtige Temperatur sorgen in der Apotheke erhältliche Isoliertaschen. Sie sind in diversen Größen zu haben und können zusätzlich mit einem Kühlelement ausgerüstet werden. Am Urlaubsort angekommen, ist die Minibar im Hotelzimmer der richtige Aufbewahrungsort. Im Zweifelsfall sollten sich Urlauber vorweg mit dem Hotel abstimmen.
Medikamente auf den Prüfstand stellen
Sind Medikamente trotz aller Vorkehrungen Sonne oder Hitze zu lange ausgesetzt, können sie Schaden nehmen. Verfärbungen oder Verflüssigungen bei Salben, Gelen, Cremes oder Zäpfchen, aber auch Risse im Überzug von Dragees oder Geruchsveränderungen bei Tabletten sind vom Patienten ernst zu nehmen. Arzneimittel, deren Veränderung bereits sensorisch wahrnehmbar ist, müssen entsorgt werden. Bei flüssigen Medikamenten ist darauf zu achten, dass die Substanz nicht ausgeflockt oder eingetrübt ist. Dies gilt insbesondere bei Injektionen. „Allerdings gibt es auch nicht direkt erkennbare Veränderungen, die nur durch eine Untersuchung im Labor nachweisbar sind“, erläutert Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Arzneimittel sollten daher nie nach dem Verfallsdatum verwendet werden“.
Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
Eine weitere Besonderheit im Sommer: Einige Arzneimittel reagieren zusammen mit Sonnenlicht und können photoallergische bzw. phototoxische Reaktionen auslösen. Diese Hautreaktionen können bei der Einnahme von Entwässerungsmitteln, entzündungshemmenden Stoffen, Antibiotika, Antidepressiva oder herzwirksamen Substanzen, aber auch Naturheilmitteln wie Johanniskraut beobachtet werden. Ob und wie sich eine Lichtempfindlichkeit der Haut zeigt, ist auch von der individuellen Hautbeschaffenheit des Patienten abhängig. So können sonnenbrandähnliche Reaktionen wie Rötungen, Pusteln oder Juckreiz auftreten, aber auch hartnäckige Hautverfärbungen entstehen. Patienten lassen sich am besten vor der Reise kompetent in ihrer Apotheke zu ihren Medikamenten beraten, um unangenehme Hautreaktionen zu vermeiden. Am Urlaubsort sollte eine direkte Sonneneinstrahlung in der Zeit von 11 bis 15 Uhr vermieden und zusätzlich zu einem textilen Sonnenschutz ein hoher Lichtschutz Mittel der Wahl sein.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Welche Arzneien in Verbindung mit Sonnenlicht reagieren

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Sonne und warme Temperaturen locken die Menschen an die frische Luft. Die positive Wirkung, die das Sonnenlicht auf Stimmung und Gesundheit hat, ist allgemein bekannt. Dass bestimmte Medikamente Lichtempfindlichkeiten hervorrufen können, ist vielen Patienten jedoch nicht bewusst. Welche Arzneien in Verbindung mit Sonnenlicht reagieren und wie sich Betroffene optimal vor schmerzhaften Hautirritationen schützen können, schildert die Apothekerkammer Hamburg.
Phototoxisch oder photoallergisch?
Wer regelmäßig zu Medikamenten greift, sollte sich mit den Neben- oder Wechselwirkungen der Arzneien gut auskennen. Allerdings wissen viele Patienten nicht, dass bei rund 300 Medikamenten sogenannte photoallergische bzw. phototoxische Effekte beobachtet werden können, die sich als entzündungsähnliche Schäden der Haut zeigen. Bei phototoxischen Prozessen zeigen sich die Reaktionen auf der Haut bereits beim ersten Kontakt mit dem Sonnenlicht. Betroffen sind vor allem Handrücken, Gesicht oder Unterarme. Schon nach kurzem Kontakt mit der Sonne schwillt die Haut an, es kommt zu Rötungen, oftmals schuppt sich die Haut oder bildet Bläschen. Die Reaktion tritt meist schneller auf als ein herkömmlicher Sonnenbrand. Es gilt die Formel: je höher die Dosis des auslösenden Wirkstoffes, desto heftiger die Wirkung.
Handelt es sich um eine photoallergische Reaktion, spielt das Immunsystem des Betroffenen eine wesentliche Rolle. Aufgenommene Medikamente werden nach dem Kontakt mit der Sonne als Fremdkörper eingestuft und vom Abwehrsystem bekämpft. Wer die Haut dann dem Licht aussetzt, riskiert eine sonnenbrandähnliche Reaktion. An den exponierten Stellen breiten sich Rötungen sowie Juckreiz aus. Es können sich sogar ganze Hautareale bilden, die mit Bläschen, Schuppen oder Krusten übersät sind. Während dunkle Hauttypen weniger betroffen sind als hellhäutige Menschen, spielt auch die individuelle Beschaffenheit der Haut, der Vorbräunungsgrad sowie die Behaarung des Patienten eine Rolle.
Beim Apotheker im Sommer nach einer erhöhten Lichtempfindlichkeit fragen
Einige Medikamente können sogar beide Reaktionen hervorrufen. Zu diesen Mitteln zählen beispielsweise bestimmte Antibiotika, Antirheumatika, Psychopharmaka, Bluthochdruckmittel sowie Diuretika. Unter den nicht rezeptpflichtigen Arzneien können einige Schlaftabletten und Mittel gegen Reiseübelkeit die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Daneben verstärken auch bestimmte pflanzliche Wirkstoffe die Anfälligkeit. Ein Beispiel ist das Johanniskraut. Genaue Hinweise finden Patienten bei allen Arzneien auf dem jeweiligen Beipackzettel unter der Überschrift „Nebenwirkungen“. Wer ein neu verordnetes Medikament erhält, kann sich immer in der Apotheke beraten lassen, inwiefern das Risiko einer erhöhten Lichtempfindlichkeit besteht.
Ist die Haut erst einmal geschädigt, hängt der Heilprozess davon ab, wieviel Zeit der Körper benötigt, um den Wirkstoff abzubauen, der die Empfindlichkeit auslöst. Unter Umständen müssen Patienten mehrere Tage oder sogar Wochen aushalten, bis die Rötungen abklingen.
Regeln für eine gesunde Haut
Beide Formen der Lichtempfindlichkeit werden durch UVA-Strahlung verursacht. Die Apothekerkammer Hamburg rät Patienten, einige Regeln zu beachten, um die Haut zuverlässig vor den UVA-Strahlen zu schützen:
  1. Alle dem Licht ausgesetzten Körperstellen mit vor UVA-Strahlen schützender Creme oder Lotion einreiben, besonders Gesicht, Beine, Arme, Nacken, Dekolleté und Hals.
  2. Körperbedeckende Kleidung tragen.
  3. Im Sommer die Mittagssonne meiden und möglichst nicht während der Mittagshitze hinausgehen.
  4. Die auslösenden Arzneimittel abends einnehmen.
  5. Das Autofenster mit UVA-undurchlässiger Folie abkleben, denn die UVA-Strahlen durchdringen auch Glas und Kunststoff.
  6. Unbedingt Solarien meiden.
  7. Bei unverzichtbaren Arzneimitteln ist  unter Umständen und nach einer Rücksprache mit dem Arzt die Dosis zu reduzieren.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen sowie Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Entspannt durch die Wechseljahre

Beschwerden mit dem Apotheker besprechen

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Erst zu warm, dann zu kalt. Schweißausbrüche, Herzrasen und Unausgeglichenheit – zwei Drittel aller Frauen leiden in den Wechseljahren unter diesen oder ähnlichen Symptomen. Frauen erleben diese Zeit des Klimakteriums sehr unterschiedlich. Wenn der Leidensdruck aufgrund der körperlichen und seelischen Veränderungen zu groß ist, muss sich jedoch keine Frau damit abfinden. In einem vertraulichen Gespräch können sich betroffene Frauen in ihrer Apotheke informieren.
Wechseljahre sind keine Krankheit
Wichtig ist: Die Wechseljahre oder das Klimakterium ist keine Krankheit, sondern ein physiologischer Prozess, sie bezeichnen die hormonellen Umstellungen vor und nach der letzten Regelblutung der Frau, der Menopause. Die meisten Frauen haben ihre Menopause zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Erste Anzeichen sind oft Veränderungen des weiblichen Zyklus: Die Regelblutungen werden unregelmäßiger, nehmen in ihrer Stärke zu oder ab. Ursächlich für die meisten Wechseljahresbeschwerden ist der sinkende Östrogenspiegel. Mit zunehmendem Lebensalter nehmen die Produktion der weiblichen Sexualhormone und damit auch die Fruchtbarkeit ab. Östrogene steuern nicht nur den weiblichen Zyklus, sondernbeeinflussen auch noch andere Prozesse im Körper, wie z. B. das Herz-Kreislaufsystem, die Hautregeneration und den Fett- und Zuckerstoffwechsel.
Die Apothekerkammer rät betroffenen Frauen zu einer Überprüfung des Lebensstils. Denn eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung, Sport sowie Entspannungstechniken stärken den Kreislauf und wirken entlastend auf den Körper. Regelmäßige Bewegung steigert das Wohlbefinden und sorgt für mehr Gelassenheit während der Wechseljahre.
Beschwerden variieren
Jede Frau nimmt die hormonelle Umstellung auf ihre Weise wahr und ist unterschiedlich stark von den Symptomen betroffen. Die Klassiker unter den Beschwerden sind Hitzewallungen und Scheidentrockenheit, die für viele sexuelle Probleme verantwortlich ist. Außerdem können während der Blutungen Beschwerden wie Wassereinlagerungen, Reizbarkeit oder Spannungsgefühle in den Brüsten verstärkt auftreten. Einige Patientinnen sind von depressiven Verstimmungen betroffen. Die Beschwerden sind sehr individuell, sie sollten daher in einem ersten Gespräch mit dem Apotheker geklärt werden. Auch ein Arztbesuch ist sinnvoll.
Sanfte Behandlung
Apotheken bieten in der Selbstmedikation verschiedene pflanzliche Präparate an. Bei leichten Beschwerden eignen sich Extrakte der Wurzel des Rhapontikrhabarbers (Rheum haponticum) und des Wurzelstocks der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa). Klagt die die Patientin über ungewohnte Nervosität oder leidet gar unter einer leichten depressiven Verstimmung, können Präparate aus Johanniskraut- oder Baldrianextrakt helfen, das Stimmungstief zu überwinden. Zu beachten ist, dass sich die Wirkung dieser Arzneien erst nach Wochen entfaltet. Es ist also Geduld gefragt. Wer stark unter den Wechseljahren leidet, sollte einen Termin beim Arzt vereinbaren. Nach den neuesten Forschungsergebnissen ist eine Hormonbehandlung eine gute Option. Mit der Gabe von Hormonen wird der Östrogenmangel ausgeglichen und die Beschwerden ursächlich behandelt. Die Hormontherapie bringt viele Vorteile. Mögliche Risiken wie ein Schlaganfall, Herzinfarkt oder Thrombosen schließt der Arzt nach einer individuellen Untersuchung aus. Ein modernes Therapiekonzept sollte immer das Ziel verfolgen: So viel Hormone wie nötig, aber so wenig wie möglich. Hormone können als Tabletten, wirkstoffhaltiges Pflaster oder lokal als Gel oder Zäpfchen in der Scheide angewandt werden. Bei Fragen zur Handhabung finden Frauen stets Rat in der Apotheke.
Keine falsche Scham
Einsetzende Scheidentrockenheit als Folge der Wechseljahre ist noch immer ein Tabuthema. Auch hier berät der Apotheker kompetent zu Therapieoptionen. Sollten Schmerzen oder andere Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr auftreten, können Gleitgele eine gute Hilfe sein.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie, Toxikologie und Klinische Pharmazie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Reiseapotheke für den Urlaub richtig zusammenstellen


Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Wer in den Ferien krank wird, steht oft vor einem Dilemma. Die Sprachkenntnisse reichen selten aus, um dem Apotheker im Urlaubsort seine Beschwerden zu erläutern. Die Landesapothekerkammer Hessen rät Patienten, sich gut auf eine Auslandsreise vorzubereiten, damit sie kleinere Probleme schnell selbst in den Griff bekommen.

Gemeinsam mit einem Apotheker sollten sich Reisende eine speziell auf sie zugeschnittene Reiseapotheke zusammenstellen. So haben Urlauber alles Notwendige dabei, ohne das Gepäck mit unnützen Medikamenten zu beschweren. Für Reisen in verschiedene Länder sind im Vorfeld unterschiedliche Impfungen empfohlen oder vorgeschrieben, hierüber sollte man sich rechtzeitig informieren. Auch hier berät der Apotheker gerne, welche Impfungen für das jeweilige Urlaubsland dringend notwendig sind.

In einer Reiseapotheke sollten immer Mittel gegen Übelkeit, Durchfall oder Erkältungen sowie Verbandsmaterial vorhanden sein. Weiterhin ist die Reiseapotheke immer auf das Urlaubsland abzustimmen. Geht die Reise in die Tropen, darf ein Insektenschutz nicht fehlen. Ist die medizinische Versorgung vor Ort schlecht, gehören vorsichtshalber auch Einweghandschuhe, Spritzen und Kanülen in die Reiseapotheke. Sonnenschutzmittel sollten bei Strandurlaubern wie auch Bergsteigern immer ausreichend vorhanden sein. Wer empfindliche Haut hat, greift am besten zu emulgatorfreien Zubereitungen wie Gelen und Ölen. Fehlt doch einmal etwas, können sich Reisende innerhalb Europas sicher sein, in jedem Land Arzneimittel zu finden, die den deutschen ähnlich sind.

Umfangreicher ist die Vorbereitung für Patienten, die auf eine regelmäßige Arzneimitteleinnahme angewiesen sind. Vor dem Urlaub sollte sichergestellt werden, dass genügend Medikamente vorliegen, falls sich die Reise ungeplant verlängert. Bei Flugreisen sollten die Arzneimittel in mehreren Gepäckstücken verstaut werden, falls ein Koffer verloren geht. Unerlässlich ist auch ein Vorrat im Handgepäck. Dabei ist frühzeitig abzuklären, ob flüssige Medizin mit in das Flugzeug hineingenommen werden darf. Auch einen mehrsprachigen Nothilfepass, in den alle lebenswichtigen Medikamente sowie der Kontakt zu dem behandelnden Arzt eingetragen sind, sollten Patienten bei sich führen.

„Nicht alle Medikamente dürfen über die deutsche Grenze hinaus in ein anderes Land gebracht werden“, betont Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen. „Das gilt insbesondere für Arzneimittel, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, wie starke Schmerzmittel und einige Husten- und Schlafmittel.“ Für Länder des Schengener Abkommens (Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn) gilt: Wer Medikamente dieser Art braucht, muss sich dies von seinem behandelnden Arzt bestätigen und der obersten Landesgesundheitsbehörde (in Hessen sind die Gesundheitsämter zuständig) beglaubigen lassen. Nur mit dem entsprechenden Formular darf eine für die Dauer der Reise angemessene Menge der Arzneimittel mitgenommen werden. Für jedes Medikament ist zwingend eine eigene Bestätigung vorzulegen. Bei Reisen in andere Länder muss eine mehrsprachige Bestätigung von Arzt und Landesgesundheitsbehörde vorliegen, die Angaben über die Dosierung enthält, damit der Bedarf abgeschätzt werden kann. Die notwendigen Formulare finden Patienten auf der Website des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (www.bfarm.de). “Wir empfehlen den Patienten, die derartige Medikamente brauchen, das Vorgehen mit ihrem Apotheker zu besprechen“ rät Ursula Funke.

Immer gilt: Nur der Verwender darf die Arzneimittel mitnehmen. Ein Transport durch andere, Familienangehörige eingeschlossen, ist nicht erlaubt. Eine Verschreibung von Betäubungsmitteln in einem anderen Land durch einen dort ansässigen Arzt ist grundsätzlich erlaubt, allerdings sollte man sich vorher bei seiner heimischen Apotheke erkundigen, ob es das benötigte Arzneimittel dort auch gibt.

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 26. Mai 2015

Medikamente in der Schwangerschaft richtig einsetzen

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Übelkeit oder Erbrechen, Rückenschmerzen oder Sodbrennen: Viele Schwangere leiden im ersten Drittel der Schwangerschaft unter der sogenannten Morgenübelkeit, andere kämpfen im letzten Trimester mit Schlafstörungen. Zusätzlich sind schwangere Frauen auch vermehrt von Erkältungskrankheiten betroffen. Doch die Unsicherheit bei werdenden Müttern ist groß: auf welche Präparate man in dieser sensiblen Lebensphase zurückgreifen kann und welche einfachen Maßnahmen Linderung verschaffen, erläutert die Apothekerkammer Hamburg.
Gewusst wie: Beschwerden in der Schwangerschaft sanft lindern

Schwangere Frauen, die unter Übelkeit leiden, sollten sich körperlich schonen und ausreichend Ruhe gönnen. Kleinere Mahlzeiten und Ingwertee erleichtern die Symptome, anthroposophische oder homöopathische Arzneimittel können zusätzlich hilfreich sein. Frauen, die unter dauerhaftem oder starkem Erbrechen leiden, sollten in jedem Fall einen Arzt konsultieren. Einer Verstopfung lässt sich mit ausreichender Flüssigkeitszufuhr und einer ballaststoffreichen Ernährung entgegensteuern, Füll- und Quellstoffe wie Flohsamen wirken ebenfalls vorbeugend. Bei Rückenschmerzen helfen Wärmebehandlungen wie Fangopackungen. Leiden Schwangere unter Sodbrennen, kommen Arzneimittel mit Schichtgittersilikaten oder Alginaten zum Einsatz. Bei nur leichten Beschwerden kann ein fertig zubereiteter Kartoffelsaft aus der Apotheke Linderung verschaffen. Werdende Mütter, die unter Schlafstörungen leiden, sollten auf eine gute „Schlafhygiene“ mit regelmäßigen Schlaf- und Aufstehzeiten, kleine Abendmahlzeiten, Spaziergänge vor dem Zubettgehen und ein gut durchlüftetes Schlafzimmer achten. In schwerwiegenden Fällen ist ein Arztbesuch ratsam.
Generell gilt: Eine Beratung in der Apotheke kann viele Unsicherheiten nehmen. Ob die beobachtete Symptomatik für eine Selbstmedikation geeignet ist, welche Präparate ratsam sind oder ob ein Arztbesuch erforderlich ist, lässt sich im Gespräch mit dem Apotheker abklären. Auch eine Selbstmedikation sollte ohne Rücksprache mit einem Arzt nicht länger als 14 Tage andauern.
Vom richtigen Umgang mit Erkältungssymptomen
Schwangere sind häufiger von Erkältungen betroffen, die zudem länger andauern. Werdende Mütter sollten sich schonen, Ruhepausen gönnen, ausreichend trinken und zusätzlich inhalieren, um die Schleimhäute ausreichend zu befeuchten. Dazu eignen sich auch Lutschpastillen mit Panthenol oder Isländisch Moos.
Vorrangiges Ziel bei Erkältungen mit Temperaturen über 39 Grad ist es, das Fieber zu senken: Hohes Fieber kann Fehl- und Frühgeburten auslösen. Mit Paracetamol, das auch über die gesamte Schwangerschaft hinweg gegen Schmerzen eingesetzt werden kann, lässt sich das Fieber senken. Bis zur 30. Schwangerschaftswoche kann auch Ibuprofen als Fiebermittel oder entzündungshemmendes Schmerzmittel verwendet werden. Tipp: Schwangere sollten keine kombinierten Erkältungsmittel verwenden, da die Vielzahl der darin enthaltenden Stoffe das Risiko erhöht. Als Mittel bei verschleimtem Husten eignen sich zum Lösen Ambroxol und Thymiankraut bzw. bei trockenem Reizhusten Dextromethorphan und Eibischwurzel.
Unbedenklich? Beratung durch den Apotheker suchen
Generell sollten in der Schwangerschaft Medikamente verwendet werden, die schon lange im Einsatz sind. Außerdem sind Arzneimittel mit einem einzigen Wirkstoff, sogenannte Monopräparate, zu bevorzugen. Schmerzmittel wie Diclofenac sollten nur bis zur 30. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden, Diphenhydramin und Dimenhydrinat nicht mehr ab der 25. Woche zur Anwendung kommen. Bei vielen Arzneistoffen ist Vorsicht im ersten Drittel der Schwangerschaft geboten.
Werdende Mütter sollten sich in der Apotheke beraten lassen, da die Packungsbeilagen der Arzneimittel in Bezug auf die Arzneimittelanwendung in der Schwangerschaft eher allgemein gehalten sind. Hintergrund: Mit Schwangeren dürfen aus ethischen Gründen keine klinischen Studien durchgeführt werden, daher ist man auf Beobachtungsdaten angewiesen. Die Quellen für die Abschätzung des wirklichen Risikos sind jedoch nicht optimal. Ärzte, Apotheker und Patienten erhalten in Deutschland gute Risikodaten über www.embryotox.de und www.reprotox.de bzw. die beiden Informationsstellen, die diese Internetseiten betreiben.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen sowie Pharmazeutinnen und Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 5. Mai 2015

Leben mit der Diagnose Morbus Parkinson

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Was haben Ottfried Fischer und Muhammad Ali gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch leben beide seit mehreren Jahren mit den Symptomen der Krankheit Morbus Parkinson. Die Vorzeichen einer beginnenden Parkinsonerkrankung sind leider oft sehr unspezifisch und daher schwer zu deuten. Frühsymptome werden nicht selten dem allgemeinen Alterungsprozess zugeschrieben. Die Krankheit kündigt sich durch Glieder- oder Nackenschmerzen an, allerdings auch durch depressive Verstimmungen, sodass sich die Patienten zunehmend von Familie und Freunden zurückziehen. Bei vielen Menschen verschlechtert sich lange vor dem Einsetzen der Bewegungsstörungen der Geruchssinn. Auch Gangunsicherheit und Sturzneigung sind diskrete Hinweise, die eine intensive Diagnostik nach sich ziehen sollten. Die Apothekerkammer Niedersachsen klärt auf, wie sich Betroffene und deren Angehörige auf das Leben mit der Erkrankung einstellen können.

Vielseitige Symptome
Morbus Parkinson ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Aus noch unbekannter Ursache sterben nach und nach Zellen ab, die Dopamin bilden – einen Botenstoff, der zu den sogenannten Glückshormonen zählt. Durch den zunehmenden Dopaminmangel entsteht ein Übergewicht an anderen, im Gehirn produzierten Botenstoffen. Ein unausgeglichener Hormonhaushalt innerhalb des Nervensystems ist die Folge und verursacht Symptome wie Muskelstarre, Unbeweglichkeit, Haltungsunsicherheit beim Gehen oder Stehen und häufig das Zittern der Hände in Ruhe. Hinzu können Verdauungsprobleme, unregelmäßiger Schlaf sowie ein gestörtes Geruchsempfinden kommen. Morbus Parkinson ist in der Regel eine Alterserscheinung: Nur 10 Prozent der Erkrankten sind bei der Diagnosestellung jünger als 40 Jahre. Bei mehr als 50 Prozent der Betroffenen wird die Krankheit zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr erkannt. Von den 60-jährigen ist durchschnittlich ein Prozent erkrankt, mit zunehmendem Alter steigt der Prozentsatz.
Die Krankheit in den Griff bekommen
Die Ursachen von Morbus Parkinson sind noch nicht erkannt. Wer erkrankt ist, kann bisher nicht geheilt werden, aber eine medikamentöse Therapie lindert die Beschwerden und hilft, eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. Ein gut eingestellter Patient kann mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung wie ein nicht erkrankter Mensch rechnen. In der ersten Therapiephase und bei Änderungen der Behandlung ist Geduld erforderlich, da anfangs unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie zum Beispiel Tagesmüdigkeit auftreten können, die später wieder nachlassen. Wichtig ist, dass der Patient die Therapie trotz Nebenwirkungen nicht abbricht, sondern mit seinem Arzt auf eine gute medikamentöse Einstellung hinarbeitet.
Auf die positive Haltung kommt es an
Je aufmerksamer der Patient seine Therapie mitgestaltet, desto erfolgreicher ist sie. Die konsequente Einhaltung der mit dem Arzt vereinbarten Therapieempfehlungen durch den Patienten wird auch als Adhärenz bezeichnet. Der Therapieplan wird dabei gemeinsam zwischen Behandler und Patient erarbeitet, der Patient übernimmt innerhalb des Behandlungsprozesses eine aktive Rolle. Durch gezielte Fragen und eine eingehende Beratung kann der Apotheker die Medikation im Alltag begleiten und den Patienten dazu ermutigen, alle Zweifel mit ihm und den Ärzten zu besprechen. Insbesondere wenn der Patient bereits viele unterschiedliche Medikamente einnimmt und daher eine sogenannte Polymedikation vorliegt, ist das Fachwissen des Apothekers gefragt. Als Polymedikation bzw. Multimedikation bezeichnet man die medikamentöse Versorgung, bei der ein Patient fünf oder mehr verschiedene Medikamente als Dauermedikation einnimmt. Mit der Anzahl der gleichzeitig angewendeten Medikamente steigt auch das Risiko z. B. für Neben- oder Wechselwirkungen.Apotheker können die Verträglichkeit zwischen den einzunehmenden Präparaten beurteilen und liefern Hilfsmittel für den Alltag, beispielsweise in Form eines Dispensers, einer Plastikbox, in der die Medikamente für jeden Wochentag und Einnahmezeitpunkt einsortiert werden können. Sie beraten den Patienten zu verschiedenen Darreichungsformen der Arzneien, um das Einnehmen zu erleichtern und motivieren zum Durchhalten der Therapie.
Achtung bei der Selbstmedikation
Wenn sich Patienten bei Gesundheitsproblemen in Eigenregie behandeln, sollten sie die Medikamente stets in Rücksprache mit dem Apotheker auswählen. Zudem ist es sinnvoll, den behandelnden Arzt über die Selbstmedikation zu informieren. Zwar zeigen die meisten frei verkäuflichen Schmerz- und Erkältungspräparate in der Regel keine Wechselwirkungen mit Parkinsonmitteln, dennoch könnten bestimmte Hustenstiller sowie abschwellende Nasensprays von Fall zu Fall problematisch sein.
Für die Behandlung von Morbus Parkinson sind Medikamente natürlich sehr wichtig, aber auch die sozialen Aspekte der Krankheit sollten bedacht werden. Betroffene können beispielsweise zur psychologischen Unterstützung Selbsthilfegruppen aufsuchen. Informationen erhalten sie unter anderem bei ihrem Apotheker. Damit Patienten den Mut finden, ihre Krankheit zu akzeptieren und ihr Leben trotzdem lebenswert zu gestalten, haben sich unterstützend zur medikamentösen Therapie unterschiedliche Methoden bewährt: An Parkinson Erkrankte, die Angebote wie Rehasport, Physio- und Ergotherapie wahrnehmen, schulen damit ihre Beweglichkeit und Körperbeherrschung. Auch erleben viele Patienten Kunst und Musik als heilsame Therapieformen für sich. Durch diese Heilbehandlungen nehmen die Hemmungen ab, sich mit der Krankheit in die Öffentlichkeit zu begeben. Solche Angebote helfen, die Freude am Leben zu bewahren und Kontakte mit anderen Menschen zu pflegen. Das hält nicht nur vital, sondern verbessert auch die Lebensqualität um ein Vielfaches.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 27. April 2015

Jedes dritte verordnete Medikament ist allein wegen der Arzneiform besonders beratungsbedürftig

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) – Es kommt nicht nur auf den Inhalt an: Jedes dritte in Hamburg verordnete Medikament (33 Prozent) ist – unabhängig vom Wirkstoff – allein wegen seiner Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2014 ermittelt. Die rund 430 Apotheken in Hamburg gaben insgesamt rund vier Millionen Packungen besonders beratungsbedürftiger Medikamente zu Lasten der GKV ab. Nicht erfasst wurde die Abgabe von Medikamenten ohne Rezept und an Privatversicherte.
„Viele Medikamente sind komplizierter anzuwenden als allgemein angenommen. Eine Tablette unzerkaut zu schlucken ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren“, sagt Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. Werden Arzneimittel falsch angewendet, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können aber die Wirksamkeit eines Präparats verändern oder zu unerwünschten Wirkungen führen. Siemsen: „Jeder Patient sollte sich in der Apotheke die richtige Anwendung seiner Medikamente zeigen oder erklären lassen.“
Der größte Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Tabletten, die grundsätzlich nicht geteilt werden dürfen (1,7 Millionen Packungen). Siemsen: „Apotheker beraten zur Teilbarkeit, weil wir aus Studien wissen, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen.“ Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (650.000 Packungen) und Medikamente zur Inhalation (430.000 Packungen). Weitere erfasste Darreichungsformen waren Medikamente zur Anwendung am Auge, in der Nase, in der Vagina oder im After. Apotheker erklären auch die Zubereitung von Medikamenten wie Trockensäften oder beraten zur korrekten Anwendung von festen Darreichungsformen, die nicht einfach geschluckt werden können. Ein Beispiel für diese Arzneiformen sind Buccaltabletten, die sich langsam in der Mundhöhle auflösen sollen.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Freitag, 24. April 2015

Großer Beratungsbedarf bei Tabletten, Injektionen und Inhalatoren

Jedes dritte verordnete Medikament ist allein wegen der Arzneiform besonders beratungsbedürftig

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Es kommt nicht nur auf den Inhalt an: Jedes dritte in Niedersachsen verordnete Medikament (31 Prozent) ist unabhängig vom Wirkstoff allein wegen seiner  Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2014 ermittelt.

Viele Medikamente sind komplizierter anzuwenden als allgemein angenommen. Eine Tablette unzerkaut zu schlucken, ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit. Werden Arzneimittel falsch angewendet, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können aber die Wirksamkeit eines Präparats verändern oder zu unerwünschten Wirkungen führen. Deshalb empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen: „Jeder Patient sollte sich in der Apotheke die richtige Anwendung seiner Medikamente zeigen oder erklären lassen.“

Den größten Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Medikamente, die grundsätzlich nicht geteilt werden dürfen (8,11 Millionen Packungen). Studien haben aber gezeigt, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen. Apotheker erklären deshalb besonders häufig, welche Tablette geteilt werden darf und welche nicht. Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (2,77 Millionen Packungen) und Medikamente zur Inhalation (1,96 Millionen Packungen). Außerdem wurden Medikamente zur Anwendung am Auge, in der Nase, in der Vagina oder im After erfasst. Apotheker erläutern auch die Zubereitung von Medikamenten wie Trockensäften oder beraten zur korrekten Anwendung von festen Darreichungsformen, die nicht einfach geschluckt werden können. Ein Beispiel für diese Arzneiformen sind Buccaltabletten, die sich langsam in der Mundhöhle auflösen sollen.

Die rund 2.000 Apotheken in Niedersachsen gaben insgesamt rund 18 Millionen Packungen allein aufgrund der Darreichungsform besonders beratungsbedürftiger Medikamente zu Lasten der GKV ab. Nicht erfasst wurde die Abgabe von Medikamenten ohne Rezept und an Privatversicherte.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 21. April 2015

Hessische Patienten rund um die Uhr gut versorgt

Flächendeckende Dienstbereitschaft von Apotheken

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Wer außerhalb der üblichen Geschäftszeiten dringend ein Medikament benötigt, sucht die nächstgelegene dienstbereite Apotheke auf. Die Landesapothekerkammer Hessen stellt sicher, dass die Bevölkerung in Hessen rund um die Uhr mit Arzneimitteln versorgt wird. Hierzu stehen in Hessen an Sonn- und Feiertagen sowie nachts zwischen 120 und 130 Apotheken im Notdienst zur Verfügung.
In Hessen gibt es rund 100 Notdienstkreise
Für die Menschen ist es wichtig, dass die Versorgung mit Arzneimitteln rund um die Uhr in zumutbarer Weise sichergestellt ist. Dazu sind die hessischen Apotheken in rund 100 Notdienstkreise eingeteilt, in den großen Städten versehen mehrere Apotheken gemeinsam den Notdienst. Hier lohnt ein Blick über die Stadt- oder Kreisgrenzen, da die nächste dienstbereite Apothekie nicht zwingend in der gleichen Gemeinde liegen muss.
Verlässliche Medikamentenabgabe während der Notdienstzeiten
Während des Notdienstes wie auch während der allgemeinen Öffnungszeiten muss in jeder Apotheke ein Apotheker anwesend sein. Dies erhöht zwar die Kosten der Notdienste, ist aber für eine zuverlässige Abgabe sowohl bei der Selbstmedikation als auch bei verordneten Arzneimitteln unerlässlich. Im Notdienst kann es vorkommen, dass das verordnete Arzneimittel nicht mehr vorrätig ist. Der anwesende Apotheker kann und darf dann ein anderes Arzneimittel des gleichen Wirkstoffes abgeben und so sicherstellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger schnell das benötigte Arzneimittel erhalten.
Das Notdienstportal der Landesapothekerkammer Hessen
Eine Übersicht über die notdiensthabenden Apotheken in Hessen finden Patienten tagesaktuell auf der Website der Landesapothekerkammer Hessen unter www.apothekerkammer.de. Diese Daten werden täglich aktualisiert und sind damit sehr verlässlich. Darüber hinaus kann der Apothekennotdienst kostenfrei aus dem Festnetz unter 0800/00 22 833 oder per Handy unter 22 8 33 (max. 69 ct./Min.) abgefragt werden. Im Übrigen sind alle Apotheken verpflichtet, die nächsten dienstbereiten Apotheken auszuschildern. Wer also eine geschlossene Apotheke aufsucht, kann dort einem Aushang die nächstgelegenen dienstbereiten Apotheken entnehmen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.