Dienstag, 3. März 2015

Apotheker geben Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit



Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Jeder Zweite kennt das Phänomen: Der lang ersehnte Frühling ist da, aber man fühlt sich schlapp und antriebslos. In der Übergangszeit vom Winter zum Frühling klagen viele über Symptome wie Kopfschmerzen, Blutdruckschwankungen, Wetterfühligkeit, Verdauungsstörungen oder Müdigkeit. Die Ursache: Der Körper stellt den Hormonhaushalt um, sobald die Tage wieder länger werden. Patienten mit niedrigem Blutdruck, Frauen und Jugendliche sind vermehrt betroffen. Die Apothekerkammer Niedersachsen gibt wertvolle Tipps, besser mit den Folgen der Frühjahrsmüdigkeit umzugehen.
Frühlingserwachen: Der Körper stellt sich um
Im Winter schüttet der Körper verstärkt das schlaffördernde und durch Dunkelheit ausgelöste Hormon Melatonin aus. Werden die Tage im März wieder länger, sorgt der Botenstoff Serotonin, vielen als „Glückshormon“ bekannt, für einen Umschwung im Organismus. Milde Tagestemperaturen verbunden mit noch kalten Nächten setzen den Körper starken Temperaturschwankungen aus, eine ständige Erweiterung und Verengung der Blutgefäße ist die Folge. Zusätzlich muss sich der Körper der instabilen Wettersituation und den veränderten Lichtverhältnissen immer neu anpassen. Diese Umstellung strengt an.
Im Rhythmus bleiben
„Frühjahrsmüdigkeit äußert sich vor allem tagsüber“, stellt die Apothekerkammer Niedersachsen fest. Das A und O gegen Frühjahrsmüdigkeit ist eine gesunde Balance: Bewegung an der frischen Luft, viel Licht, ausgewogene Kost, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie ein geregelter Schlafrhythmus helfen, die Umstellung gut zu meistern. Leber, Darm und Nieren mussten im Winter meist reichhaltige Nahrung verarbeiten, diese Entgiftungsorgane sollten gerade in der Übergangszeit mit einer vitamin- und ballaststoffreichen Ernährung unterstützt werden. Der Stoffwechsel wird stabilisiert, das Wohlbefinden gesteigert. Ein vitaminreiches Frühstück bringt den Kreislauf zusätzlich in Schwung, der Start in den Tag fällt leichter. Auch der maßvolle Genuss von koffeinhaltigen Getränken ist, solange keine medizinischen Bedenken vorliegen, als Muntermacher erlaubt.
Nach einer Umstellungsphase von rund zwei Wochen sollte die Frühjahrsmüdigkeit überwunden sein. Halten die Beschwerden an, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen, einen Arzt hinzuzuziehen. Hintergrund der Symptome könnten auch Krankheiten wie Depressionen oder Leberprobleme sein.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation.  Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 2. Februar 2015

Patentrezepte gegen Erkältungen

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Schluckbeschwerden und Kratzen im Hals – wer häufig hustet und sich laufend räuspert, bekommt schnell ein paar Tipps von Freunden oder sogar vom Sitznachbarn im Bus, wie beispielsweise Halstabletten lutschen oder jede Stunde zehn homöopathische Tropfen einnehmen. Fast jeder scheint ein Patentrezept gegen Erkältungen und Halsweh zu haben. Aber was hilft wirklich?

Halsschmerzen sind unangenehm, aber oft harmlos. Meistens werden sie durch einen Virusinfekt ausgelöst und klingen nach einigen Tagen von selbst wieder ab, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit. Doch so lange möchten die Betroffenen ungern  warten, sie wollen die Schmerzen schnell wieder loswerden. In der Apotheke fragen sie deshalb nach ihren bewährten Arzneimitteln, mit denen sie schon vorher gute Erfahrungen gemacht haben, um Halsweh und Schnupfen zu mildern. Häufig werden allerdings Präparate gewünscht, für die es keine wissenschaftlich anerkannten Studien zur Wirksamkeit gibt. Es gibt in der Medizin immer wieder Phänomene wie den Placeboeffekt, für den es keine eindeutigen Erklärungen gibt. Die meisten Patienten fühlen sich einfach wohler, wenn sie selbst etwas gegen die Symptome unternehmen können. Auch die Homöopathie findet viele Anhänger, obwohl die Wirksamkeit für Fachleute nicht nachweisbar ist. Dennoch gilt: Apothekenpflichtige Halstabletten oder Erkältungsmittel sind durch Behörden zugelassene Arzneimittel, deren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Wirkstoffqualität geprüft sind.

Symptome ernst nehmen

Wenn das Schlucken schmerzt, sollte man etwas dagegen unternehmen, denn Halsschmerzen sind häufig erste Anzeichen für eine Erkältung. Wer eine beginnende Erkältung selbst therapiert, sollte Folgendes beachten: Bei Halsschmerzen mit hohem Fieber, eitrigem Auswurf oder chronischen bzw. einseitigen Halsschmerzen soll sofort ein Arzt aufgesucht werden. Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen, unter Allergien leiden oder schwanger sind, sollten sich in der Apotheke beraten lassen, welche Erkältungsmittel für sie unbedenklich sind.

Das richtige Mittel im Gespräch mit dem Apotheker finden

Wer ein Kratzen im Hals spürt, sollte sich ausruhen und auf eine vitaminreiche Ernährung achten. Viel Trinken hält die Mundschleimhäute feucht und fördert so den Heilungsprozess. Rauchen ist tabu. Der Apotheker gibt gerne Tipps, welche Erkältungsmittel sich gut in den persönlichen Alltag integrieren lassen. Grundsätzlich unterstützen das Trinken von Tees und heißer Zitrone, Gurgeln mit Salzwasser, Salbeitee oder mit einer verdünnten Wasserstoffperoxidlösung die Heilung. Das Lutschen von Husten- oder Halsbonbons regt die Speichelproduktion an und lindert so die Beschwerden. Auch feuchtkalte Halswickel helfen. Bei einer Erkältung empfinden viele Patienten Hausmittel als wohltuend. Doch nicht immer lassen sich „Großmutters Rezepte“ wie Gurgeln und Halswickel auch am Arbeitsplatz anwenden. Ein Busfahrer wünscht sich schnelle Hilfe für unterwegs, eine Lehrerin will vor den Schülern ohne Schmerzen sprechen, ein Arbeiter am Fließband braucht vor allem ein unkompliziertes Mittel. Hier können Arzneimittel helfen, die Entzündungen direkt im Hals hemmen und Schmerzen lindern. Manch einer leidet so stark unter den Halsschmerzen, dass er keine Nachtruhe findet. Eine Halstablette, die direkt im Rachenraum wirkt, kann Gutes tun und der Patient findet endlich in den wohltuenden Schlaf. Ebenso geeignet sind Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure. Die Einnahme von Acetylsalicylsäure, dem Verbraucher unter dem Namen Aspirin bekannt, sollte bei Kindern unter 12 Jahren unterbleiben. Doch auch hier gilt: Ob Schmerzmittel oder Halstablette, beides sind Arzneimittel. Vor der Einnahme sollte der Patient den Beipackzettel sorgfältig lesen und die Dosierungshinweise beachten. Der Apotheker findet im Gespräch das individuell auf den Patienten abgestimmte Mittel, das auch im Alltag gut anwendbar ist.

Kinder gut versorgen

Kinder unter sechs Jahren sollten bei Halsschmerzen nicht mit Halstabletten behandelt werden, die Benzocain oder Lidocain enthalten. Hier sind Lutschtabletten mit Mineralsalzen anderen Arzneimitteln vorzuziehen. Für erkrankte Säuglinge und Kleinkinder gelten besondere Empfehlungen, über die sich Eltern beim Arzt und Apotheker informieren können.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Schmerzmittel sind keine Heilmittel


Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Ob Kopfweh oder Schmerzen in den Gelenken: Heute können Verbraucher eine große Auswahl verschiedener Schmerzmittel ohne Rezept in Apotheken kaufen. Häufig auftretende Schmerzen sind
-       Kopfschmerzen: Sie haben verschiedene Ursachen, bei denen die Auswahl des Schmerzmittels eine Rolle spielt.
-       Gelenk- und Muskelschmerzen: Sie können entzündlich oder durch Verletzung beziehungsweise Überanstrengung bedingt sein.
-       Schmerzen und Fieber begleitend zu Erkältungskrankheiten.
Nicht für jeden Schmerz ist ein eigenes, ganz spezielles Schmerzmittel notwendig. Die meisten Präparate sind für viele Schmerzen einsetzbar. Dennoch gibt es Unterschiede, die man bei der Auswahl berücksichtigen sollte. Dabei sollte jedoch unbedingt beachtet werden, dass in den allermeisten Fällen Schmerz an sich kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Warnsignal des Körpers ist. Die Landesapothekerkammer Hessen rät daher, Schmerzmittel nur mit Bedacht einzunehmen und der Ursache in jedem Fall auf den Grund zu gehen.
Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) ist der Klassiker unter den Schmerzmitteln und vielseitig einsetzbar. Er wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und  entzündungshemmend. Selbst wenn es für einzelne Schmerzarten spezifisch wirkende Mittel gibt, ist ASS grundsätzlich immer für die Anfangsbehandlung geeignet. Der Wirkungseintritt erfolgt nach etwa 30 Minuten und hält vier bis sechs Stunden an. Allerdings bewirkt ASS auch eine Blutverdünnung. Bei blutenden Wunden z.B. nach Verletzungen, Operationen und einer Zahnextraktion ist es also nicht das Mittel der ersten Wahl.
Diclofenac kommt in verschiedenen Verbindungen vor und hat eine entzündungshemmende, schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung. Der Wirkungseintritt variiert zwischen einer halben und zwei Stunden, hält in der Regel sechs bis acht Stunden und damit länger als ASS. Diclofenac wird gerne zur Behandlung von Schmerzen verwendet, die im weitesten Sinne rheumatisch bedingt sind, so zum Beispiel bei Gelenk- und Muskelschmerzen.
Ibuprofen und Ibuprofenlysinat, im Wirkungsspektrum den beiden anderen ähnlich, werden sehr häufig zur Behandlung von Kopf-, Zahn-, Gelenk- und Muskelschmerzen verwendet, kommen aber auch bei Menstruationsbeschwerden zum Einsatz. Das Lysinat hat gegenüber dem Ibuprofen den Vorteil, dass die Wirkung bereits nach etwa 30 Minuten eintritt. Die Wirkdauer wird mit sechs bis acht Stunden angegeben.
Naproxen ist in seinem Wirkprofil am ehesten mit Diclofenac vergleichbar. Die Wirkung tritt, je nach gewählter Verbindung, nach ein bis zwei Stunden ein und hält bis zu zwölf Stunden an. Naproxen ist damit das am längsten wirkende der freiverkäuflichen Schmerzmittel.
Das Nebenwirkungsspektrum der genannten Mittel ist ähnlich. Eine Blutverdünnung tritt bei allen auf, bei ASS allerdings stärker. Bei allen Wirkstoffen ist nach längerer Einnahme mit Magenbeschwerden zu rechnen, je nach persönlicher Empfindlichkeit auch schon nach einer oder wenigen Tabletten. Alle schränken die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln ein, so dass bei häufiger Einnahme die Blutdruckmedikation angepasst werden muss – nicht in Eigenregie, sondern zusammen mit dem Arzt. Außerdem können alle vorhandene asthmatische Beschwerden verstärken. Bei allen Mitteln ist die auf dem Beipackzettel angegebene Dosierung einzuhalten. Sie ist praktisch immer so gewählt, dass eine Tablette drei bis vier Mal täglich eingenommen werden kann.
Paracetamol ist das etwas andere Schmerzmittel. Seine schmerzstillende Wirkung ist ähnlich dem der anderen, seine fiebersenkende Wirkung stärker ausgeprägt. Das Mittel wirkt nicht entzündungshemmend, zeichnet sich jedoch durch eine bessere Magenverträglichkeit aus. Die Wirkung tritt nach etwa einer halben Stunde ein und hält vier bis sechs Stunden an. Nachteil: die Leberschädlichkeit. Dabei schadet es nicht, wenn Menschen mit gesunder Leber gelegentlich Paracetamol-Tabletten einnehmen. Als Regel gilt: Die im Beipackzettel angegebene Tageshöchstmenge des jeweiligen Präparates darf nicht überschritten werden. Sie liegt meist bei sechs Tabletten zu 500 mg oder drei Portionen zu 1 g Paracetamol. Sind allerdings die Leberwerte nicht in Ordnung, wird gleichzeitig Alkohol konsumiert oder werden andere Medikamente eingenommen, die die Leber belasten, ist höchste Vorsicht geboten.
Bevor man zu einem Schmerzmittel greift, ist es unabdingbar, den Rat in der Apotheke einzuholen. Neben den genannten Nebenwirkungen kommen noch Unverträglichkeitsreaktionen mit anderen Arzneimitteln hinzu, die individuell in der Apotheke abgeklärt werden müssen. Außerdem ist zu beachten, dass die angegebenen Dosierungen für Erwachsene gelten. Die Tabletten dürfen für Kinder daher nicht einfach geteilt werden, denn Kinderdosen werden anders berechnet.
Eine Regel gilt immer: Schmerzmittel sind keine Heilmittel. Die Ursache des Schmerzes muss gesucht und nach Möglichkeit abgestellt werden. Ganz besonders, wenn ein Schmerz – auch Kopfschmerz - zum ersten Mal auftritt oder sich ein schon länger bestehender Schmerz plötzlich verstärkt.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 13. Januar 2015

Wenn der eigene Körper zum Feind wird

Rheumatoide Arthritis: Auf eine schnelle Diagnose kommt es an

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Weiche Schwellungen der Gelenke, eine lang anhaltende Morgensteifheit sowie ein latentes Krankheitsgefühl können die ersten Anzeichen einer rheumatoiden Arthritis sein. Betroffene sollten sich unbedingt gründlich von einem Arzt untersuchen lassen. Eine frühe Diagnose und ein schneller Therapiebeginn können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Die individuelle Therapie richtet sich immer daran aus, die Beweglichkeit und damit auch die Lebensqualität des Patienten möglichst lange und gut zu erhalten, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit.
Individuelle Verläufe
Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit, das heißt das Immunsystem der Betroffenen richtet sich gegen den eigenen Körper und verursacht schwere Entzündungen. Der Verlauf der Krankheit ist sehr individuell. Fest steht: Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar. Wird sie nicht frühzeitig angemessen therapiert, kann sich der Zustand der Patienten gerade zu Beginn innerhalb nur weniger Monate deutlich verschlechtern. Aus diesem Grund sind die Früherkennung sowie ein zügiger Therapiebeginn entscheidend für den Verlauf der Krankheit. Mehr als 80 Prozent der Schäden erfolgen in den ersten beiden Jahren, 40 Prozent sogar in den ersten sechs Monaten. Nach zehn Jahren wurden 17 Prozent der Betroffenen an großen Gelenken operiert, 10 Prozent der Patienten leiden unter schweren körperlichen Behinderungen. Ein optimales Behandlungsergebnis kann durch eine frühzeitige Therapieaufnahme 12 bis 16 Wochen nach Krankheitsbeginn erzielt werden.
Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind noch nicht gänzlich geklärt. Durchschnittlich ein Prozent der Deutschen leidet unter der Erkrankung, Frauen sind dabei dreimal häufiger betroffen als Männer. Als Auslöser wird ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und äußeren Einflüssen wie akuten Infektionen oder dem Rauchen vermutet, die zum Ausbruch der Krankheit führen. Für genetisch vorbelastete Personen, in deren Familie es Rheumapatienten gibt, ist daher eine besonders sorgfältige Mundhygiene ratsam. Eine Zahnfleischentzündung kann eine Eintrittspforte für Erreger sein.
Hilfe und Beratung in der Apotheke
Die Apotheker sind ein wichtiger Teil des therapeutischen Netzwerkes und für Rheumapatienten kompetente Ansprechpartner bei Fragen rund um die medikamentöse Therapie. Die Beratung durch den Apotheker ist umso wichtiger, da es sich bei den Arzneimitteln, die bei einer modernen und wirksamen Therapie der rheumatoiden Arthritis zum Einsatz kommen, um sehr starke Medikamente handelt. Außerdem kann in der Apotheke Hilfestellung geleistet werden, sei es bei der Vermittlung von Kontakten zu lokalen Selbsthilfegruppen oder wenn die Arzneimittelanwendung aufgrund eingeschränkter Handkraft oder –beweglichkeit Schwierigkeiten bereitet
Motivation und Unterstützung durch den Apotheker
Einmal ausgebrochen, muss die Krankheit möglichst rasch und angemessen medikamentös behandelt werden. Die therapeutische Begleitung erfolgt durch den Arzt und den Apotheker. Ein wichtiges Therapieziel ist es, die Entzündung zu stoppen und unter Kontrolle zu halten. Dazu müssen die entsprechenden Präparate dauerhaft eingenommen werden. Zu Beginn der Therapie benötigen diese sogenannten Basistherapeutika einige Wochen, manchmal sogar Monate, bis sie wirken. Apotheker sind in dieser Zeit hilfreiche Motivatoren für Patienten, sie klären auf und ermuntern zum Durchhalten. Denn nur die konsequente Einhaltung der Therapie gewährleistet einen langfristigen Erfolg. Erleidet der Patient trotzdem einen akuten Schub, steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Dafür stehen in erster Linie die sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zur Verfügung. Um den Krankheitsverlauf zu mildern, ist auch die Kontrolle des Gewichts hilfreich, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet. Letztendlich orientiert sich die Therapie der rheumatoiden Arthritis immer daran, die individuelle Lebensqualität des Patienten und dessen Beweglichkeit möglichst lange und gut zu erhalten. Der Apotheker steht den Patienten in jeder Phase ihrer Erkrankung unterstützend und beratend zur Seite.
Vorteil: Stammapotheke
Apotheker, die ihren Patienten und dessen Krankheitsbild kennen, sind in der Lage, eventuelle Nebenwirkungen der Rheumamedikamente oder ihre Interaktionen mit anderen Präparaten zu erkennen und zu beurteilen. Sie können so Unsicherheiten ausräumen und mit für einen reibungslosen Ablauf der Therapie sorgen. In jedem Fall bietet eine Stammapotheke bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis Unterstützung und Sicherheit.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 12. Januar 2015

Gesund und fit durch den Winter

Die richtige Kleidung, vernünftige Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen gesund und gut gelaunt über die bevorstehende kalte Jahreszeit zu kommen

Regensburg (obx-medizindirekt) - Lange Nächte, kurze, kalte Tage: Da wird von vielen Menschen die körperliche Bewegung auf ein Winter-Minimum eingeschränkt. Und dafür üppiger gegessen. Anders herum wäre es aber erheblich sinnvoller. Denn gerade im Winter sollte man für Bewegung und damit für bessere Durchblutung und Anregung des Stoffwechsels und erst recht für gesunde Ernährung sorgen. Denn gerade in der kalten, feuchten Jahreszeit wird der Organismus anfälliger für Infektionen. Wir sollten daher alles tun, um unser Immunsystem zu stärken, das im Winter besonders strapaziert wird.

Die beste Lebensweise


Das "Fit durch den Winter"-Programm beginnt schon mit der Lebensweise. Den Kreislauf regen beispielsweise kalt-warme Wechselduschen an, die immer mit kaltem Wasser beendet werden sollten. Auch Massagen mit Bürste oder Luffaschwamm wecken die Lebensgeister. Wer sich die Zeit nimmt für ein wenig Training am Morgen, ist allen Anforderungen gewachsen. Ein paar Runden auf dem persönlichen Fitnessgerät, einem Stepper, einem Laufband, einen Crosstrainer oder einem Trampolin wirken Wunder. Am besten am offenen Fenster trainieren oder zumindest in einem gut gelüfteten Raum. Bei der Ernährung sollte immer auf genügend Obst, Salat, Gemüse (etwa 500 Gramm pro Tag) und ausreichende Trinkmengen geachtet werden. Gerade im Winter ist Flüssigkeit wichtig, denn die trockene Heizungsluft entzieht dem Körper Feuchtigkeit.

Tipps für draußen

Auf dem Weg ins Büro, in die Schule oder den Kindergarten sollte man gerade jetzt an wärmende, aber atmungsaktive Kleidung denken. Damit man im Dunkeln gut sichtbar ist, sollten helle Kleidung oder Reflektoren gewählt werden. Speziell für den Sport im Freien gibt es viele moderne, hochwertige Textilien, so genannte Funktionswäsche, die einerseits warm hält, andererseits die Feuchtigkeit von außen abweist und die von innen nach außen leitet. Inzwischen werden Unterwäsche, T-Shirts, aber auch Jacken, Mützen und Handschuhe aus diesen Materialien angeboten.

Walking im Winter

So sind Sie jedenfalls für Ihr Bewegungsprogramm im Freien bestens gerüstet - ob Sie nun zu den Anhängern des alpinen Skilaufs, zu den Eisläufern, den Skilangläufern, den Eiskeglern oder schlicht zu den Spaziergängern gehören. Sie wissen ja: Bewegung hilft, den Winter gesund zu überstehen. Sie sorgt für eine bessere Sauerstoffversorgung und Durchblutung von Haut und Schleimhäuten, sie trainiert Herz und Kreislauf und regt den Stoffwechsel an. Schon ein strammer Fußmarsch auf dem Weg ins Büro oder Treppensteigen statt den Aufzug zu benutzen sind gute Ansätze. Ein wahrer Renner unter den Ausdauersportarten ist übrigens das "Nordic Walking" geworden. Heute sind die Schnellgeher mit Skistöcken (aber ohne Ski) aus der Landschaft gar nicht mehr wegzudenken.

Licht macht Laune

Auch um der Winterdepression entgegen zu wirken und Sie bei Laune und Schaffenskraft zu halten ist das Training im Freien geeignet. Gerade in den Wintermonaten sollten Sie häufig die Sonne draußen suchen und etwa den Anblick einer tief verschneiten Winterlandschaft genießen. Besonders anfällige Menschen können sich den nötigen Lichtblick auch zu Hause verschaffen: Mit Hilfe von speziellen, im Fachhandel erhältlichen Lampen, deren Licht über die Augen auf die Zirbeldrüse einwirkt. Dadurch werden Stoffe freigesetzt, die keine Depression aufkommen lassen.

Das Training drinnen

Wenn das Wetter Ihnen einen Strich durch die Rechnung macht, sollten Sie auf Sport ausweichen, der in geschützten Hallen oder Fitness-Studios praktiziert werden kann. Die Zeiten sind längst vorbei, dass im Fitness-Studio nur Anwärter auf den Titel "Mister Universum" unter Hanteln und stählernen Gewichten schwitzen. Heute wird die gesamte Palette der Trainingsmöglichkeiten unter einem Dach angeboten - vom Kraft- über das Ausdauertraining bis hin zu Aerobic und Yoga. Die "Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention" stellt jedenfalls fest: "Sport im Fitness-Studio kann durch ein sportmedizinisch sinnvoll gestaltetes Training zur Prävention und Gesunderhaltung des Einzelnen beitragen."

So finden Sie das richtige Fitness-Studio

Was ist das Richtige für Sie: Spinning, Crosstrainer, Kraftmaschinen oder Gruppen-Aerobic? Experten des Deutschen Sportärztebundes geben ein paar wichtige Ratschläge.

- Stellen Sie fest, ob Ihnen die Vielfalt des Angebotes im Studio zusagt. Und überzeugen Sie sich, ob die Trainingsgeräte den TÜV-Bestimmungen für gesundheitsorientierte Fitness-Anlagen entsprechen.

- Vereinbaren Sie ein (kostenloses) Probetraining. Das gibt Ihnen die Gelegenheit, herauszufinden, ob die Geräte Ihnen zusagen und ob die Beratung und Betreuung durch das Personal qualifiziert ist und Ihren Vorstellungen entspricht.

- Geben Sie vor dem Probetraining an, welche Ziele Sie mit ihrem Training verfolgen. Diesen Zielvorstellungen sollte die Auswahl der Geräte und die Beratung durch den Trainer entsprechen.

- Ältere und kranke Menschen sollten eine ärztliche Untersuchung vor Aufnahme des Trainings machen lassen: Wer über 35 ist und sich gesund fühlt - erst recht aber alle, die unter Herz-Kreislauf-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen, an Problemen des Haltungs- und Bewegungsapparates oder an neurologischen Veränderungen leiden.

- In Fitness-Studios werden auch so genannte Eingangstests angeboten. Diese können die ärztliche Untersuchung keineswegs ersetzen. Sie dienen vielmehr zur Bestimmung der Belastbarkeit.

- Achten Sie darauf, ob der Ablauf der sinnvollen fünf Trainingsphasen eingehalten wird: Kurze Aufwärmphase, Krafttraining mit nicht zu hoher Belastung, Ausdauertraining, Abwärmphase und Erholungsphase (evtl. verbunden mit Sauna und Ruhe).

- Falls Sie an einer chronischen Krankheit leiden, etwa an Bluthochdruck oder Rückenproblemen, sollten Sie eingangs darauf hinweisen. Das Training wird dann entsprechend darauf abgestimmt: Hypertoniker sollten beispielsweise ein intensives Krafttraining meiden. Dagegen kann ein Ausdauertraining wie Laufen, Radfahren oder Aerobic sogar den Blutdruck senken helfen.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Wenn Stress auf den Magen schlägt

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen)  – Eine Prüfung, der Termin mit dem Chef oder sogar hektische Weihnachtsvorbereitungen: Anspannung und Stress können manchmal buchstäblich auf den Magen schlagen. Die Folgen sind Magenschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl. Die Apothekerkammer Niedersachsen erklärt, wie es zu diesen Problemen kommt, was man selbst dagegen tun kann und wann ein Arzt hinzugezogen werden sollte.

Magen reagiert auf Stresshormone

Die unangenehmen Magenschmerzen werden unter anderem durch Anspannung und Nervosität ausgelöst, da es durch Stress zu Änderungen in der Hormonproduktion kommt, die auch den Magen beeinflussen. Das Zwischenhirn meldet Stress an die Nebennieren, die dann Adrenalin ausschütten. Einige Minuten später wird zusätzlich Cortisol ausgestoßen. Diese Hormonkombination setzt den Körper in Alarmbereitschaft. Atmungs- und Herzfrequenz steigen, die Muskulatur wird stärker durchblutet. Das Blut, das unter anderem die Muskeln benötigen, wird aus dem Magen-Darm-Trakt abgezogen. Die Nahrung kann nicht weiter verdaut werden, es entsteht Übelkeit, da der Körper sich der Nahrung schnellstmöglich entledigen will. Langanhaltender Stress führt deshalb zu einer dauerhaft schlechten Durchblutung des Magen-Darm-Trakts, ständige Beschwerden oder Folgeerkrankungen sind keine Seltenheit. Durch die unzureichende Durchblutung bildet die Magenschleimhaut weniger Schleim aus und wird so anfällig für Angriffe der Magensäure. Genauso stressig für den Magen sind Nikotin und Alkohol, da sie die Produktion der Magensäure und anderer Verdauungsenzyme erhöhen. Außerdem kann übermäßiger Kaffeekonsum bei einigen Menschen Magenschmerzen oder Sodbrennen hervorrufen.

Infektion mit Bakterien

Ein weiterer Grund für Magenschmerzen kann eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori sein, das durch Speichel oder befallene Nahrungsmittel übertragen wird. Eine Infektion geht nicht immer mit einer Gastritis einher. Der Nachweis für den Keim ist mit einem Atem-, Blut- oder Stuhltest möglich. Die von einem Arzt begleitete Behandlung erfolgt mit einer Kombination aus Antibiotika und Protonenpumpenhemmern.

Guter Rat und schnelle Hilfe

Wer auf Stress empfindlich reagiert, sollte versuchen, seine Lebensumstände zu ändern. Zum Beispiel sollte in ruhiger Atmosphäre gegessen und der Kaffee-, Zigaretten- und Alkoholkonsum reduziert werden. Vor absehbaren Stresssituationen sind leichte, fettarme Mahlzeiten zu empfehlen, z.B. geschmortes oder gedünstetes Gemüse. Außerdem sollten Betroffene darauf achten, die Nahrung immer gut durchzukauen, da so der Verdauungsprozess erleichtert wird. Durch Entspannungsübungen und ausgleichenden Sport kann das Stressniveau insgesamt gesenkt werden. Pausen während der Arbeitszeit, Spaziergänge an der frischen Luft und kleine mentale Auszeiten reduzieren Anspannung und Stress.

Wenn sich der „Magenstress“ als Sodbrennen äußert, können kurzfristig frei verkäufliche Medikamente Abhilfe schaffen. H2-Antihistaminika und Protonenpumpenhemmer sorgen dafür, dass der Magen weniger Säure produziert. Anders wirken dagegen Antacida; sie binden und neutralisieren die Säure, hemmen aber nicht die Produktion der Magensäure. Dadurch wirken die Antacida schneller, aber nicht so langanhaltend wie H2-Antihistaminika oder gar Protonenpumpenhemmer.

Eine Beratung durch den Apotheker hilft, das optimale Präparat gegen das Magenleiden zu finden. Im Gespräch mit dem Patienten kann ferner herausgearbeitet werden, ob ein Arztbesuch notwendig ist, was beispielsweise bei sehr plötzlich auftretenden Beschwerden oder Blut im Stuhl der Fall wäre. Auch wenn das Problem schon mehr als vier Wochen besteht, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Mittwoch, 12. November 2014

Der Apotheker als Begleiter


Was Pharmazeuten in der Palliativversorgung leisten

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Symptome bekämpfen, Schmerzen lindern und einen würdigen letzten Lebensabschnitt ermöglichen, das sind die Ziele der palliativmedizinischen Betreuung. Sobald keine Chance auf Heilung besteht, zielt die Behandlung von Palliativpatienten darauf, die Lebensqualität der Schwerstkranken und Sterbenden zu bewahren. Dem Patienten und seinen Angehörigen steht dann ein Palliativ-Team zur Seite, um eine umfassende ambulante oder stationäre Versorgung zu gewährleisten. Eine bedeutende Rolle spielt in diesem Team der Stammapotheker.
Palliativpatienten, das sind Schwerstkranke und Sterbende, bei denen das Therapieziel nicht mehr die Heilung ihrer Krankheit, sondern die Linderung belastender Symptome wie Atemnot, Ängste und Krämpfe ist. Betroffene, egal ob Kinder oder ältere Menschen, sind auf eine intensive medizinische, pharmazeutische, soziale und psychologische Versorgung angewiesen. Ein Team aus speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegekräften vernetzt sich mit Apotheken, Hospizen, Psychologen, Ehrenamtlichen, Kranken- und Sanitätshäusern, um eine umfassende Begleitung des Palliativpatienten, seiner Familie und den Freunden zu ermöglichen.
Apotheker haben in der Palliativbetreuung eine wichtige Rolle: Sie organisieren kurzfristig und sehr flexibel die Versorgung des Patienten mit Medikamenten, Hilfsmitteln und Pflegepräparaten, sie stellen Individualrezepturen her und kontrollieren die Einhaltung der Vorschriften zur Lagerung von Betäubungsmitteln wie zum Beispiel Morphin in Einrichtungen der Palliativversorgung. Durch ihre hohe Expertise bei der Versorgung mit Medikamenten tragen Apotheker, die sich in der Palliativmedizin intensiv fortgebildet haben dazu bei, die Arzneimitteltherapie an den sich immer wieder ändernden Zustand des Patienten und nach Anweisung des Arztes anzupassen.Dabei ist schnelles und professionelles Vorgehen ebenso gefragt wie Empathie und Sensibilität. Grundlage ist eine stabile und am Patienten orientierte Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apothekern und Pflegepersonal. Zusätzlich zu der Arzneimittelversorgung ist der Apotheker für viele Patienten und deren Angehörigen Ansprechpartner für größere und kleinere Probleme des Alltags. So muss erörtert werden, ob bestimmte Arzneimittel über Sonden verabreicht werden können oder ob sich andere Arzneiformen zur Behandlung anbieten. Das Apothekenpersonal wird dabei oftmals zum wichtigen Wegweiser, Vermittler und Vertrauten für Schwerstkranke und deren Angehörige.
Apotheken decken alle Dienstleistungen für eine palliativpharmazeutische Behandlung ab und können die Versorgung jederzeit bereitstellen. In der Praxis ist es sehr hilfreich, wenn bereits seit Jahren ein persönliches und enges Verhältnis zwischen Patienten, deren Familien und der Stammapotheke besteht. Dadurch besitzen Apotheker einen tieferen Einblick in den Alltag der Betroffenen, den Angehörigen fällt es leichter Fragen zur Behandlung zu stellen und die Patienten fühlen sich von der vertrauten Person oft besser betreut. Wenn sich Schwerstkranke und Sterbende darauf verlassen können, dass stets ausreichend Arzneimittel vorhanden sind, um die Symptome zu kontrollieren und eventuelle Krisen meistern zu können, sind sie zumindest von dieser Sorge befreit und auch Angehörige können Ängste und Verunsicherungen abbauen. „Das verbessert die Lebensqualität und ermöglicht den Patienten, die letzte Lebensphase in der vertrauten häuslichen Umgebung erleben zu können“, stellt die Apothekerkammer Niedersachsen fest.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 11. November 2014

Richtiges Medikationsmanagement


Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Es klingt banal, doch wenn Arzneimittel wirken sollen, müssen Patienten sie nach Vorschrift einnehmen. Um dies sicherzustellen, sind ein verantwortungsvoller Umgang sowie eine solide Planung unerlässlich, so Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.
Medikationsmanagement wirft Fragen auf
Obwohl häufig in den Medien und von Politikern thematisiert, ist der Begriff Medikationsmanagement für viele Patienten noch immer erklärungsbedürftig. Grundsätzlich betrifft Medikationsmanagement diejenigen, die mehrere Arzneien einnehmen müssen: Eine sorgfältige Überwachung der pünktlichen Einnahme sowie die Verträglichkeit für den Patienten und die Vereinbarkeit der Medikamente untereinander gilt es dabei sicherzustellen.
Medikamente werden schlicht nicht eingenommen
Der Knackpunkt: Viele Patienten nehmen ihre Medikamente nicht oder nicht der Vorschrift entsprechend ein. Warum ist das so? Zeitmangel, Vergesslichkeit oder eine Phase ohne Beschwerden, das sind oft angeführte Gründe der Patienten. Ebenso bedenklich ist es, dass Kranke der Medikamenteneinnahme skeptisch gegenüberstehen oder diese für unwichtig halten. „Manche wissen auch gar nicht mehr, für welche Beschwerden sie welches Präparat erhalten haben und verwechseln die Arzneien“, weiß Erika Fink aus ihrer langjährigen Erfahrung als Apothekerin. Hier ist die Beratungskompetenz der Apotheker gefragt, um die Patienten zum Durchhalten ihrer Therapie zu ermutigen.
Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Apothekern und Patienten
Nachlässigkeiten bei der Einnahme ließen sich durch einen regelmäßig durchgeführten Medikationscheck zuverlässig aufdecken und beseitigen. „Damit wäre ein wichtiger Beitrag zur Gesundheit und Lebensqualität geleistet“, gibt Erika Fink zu bedenken. Dabei ist es sinnvoll, Apotheker mit dieser Aufgabe zu betrauen, sind sie die erfahrenen Fachleute für Arzneimittel und deren Wirkungen. Die Abstimmung mit dem Arzt ist für ein erfolgreiches Medikationsmanagement unerlässlich. Damit der Apotheker beurteilen kann, warum bestimmte Arzneimittel gleichzeitig, eventuell in einer vom Standard abweichenden Dosierung eingenommen werden sollen, muss die Diagnose auch für ihn transparent sein. Diese kennt in der Regel jedoch nur der behandelnde Arzt.
Individuelle Dosierung für die Erkrankten
Arzt und Apotheker sollten sich über die Anwendungen und Dosierungen von Medikamenten abstimmen, wenn für einen Patienten ein Medikationsmanagement angezeigt ist. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die Zeit kostet und nicht nebenbei erledigt werden kann.
Krankenkassen interessieren sich in der letzten Zeit sehr für diese Form der Patientenbetreuung, erwarten sie doch, dass durch die intensive Betreuung zum Beispiel Krankenhausaufenthalte chronisch kranker Patienten deutlich abnehmen können. Nicht oder falsch eingenommene Arzneimittel führen in vielen Fällen zur Einweisung in ein Krankenhaus, die mit hohen und unnötigen Kosten für die Krankenkassen verbunden ist. Wenn durch ein Medikationsmanagement mithilfe von Arzt und Apotheker die Arzneitherapie optimiert wird, wirkt sich dies für Krankenkassen und Patienten positiv aus.
Derzeit laufen in zwei Bundesländern Modellversuche zum Medikationsmanagement. Zwar zählt Hessen nicht zu den Modellregionen, davon ungeachtet können Patienten jederzeit in der Apotheke erfragen, ob sich die Medikamente, die sie einnehmen, miteinander vertragen und ob die Dosierung sinnvoll ist. Allein das richtigzustellen, kann schon viel zur Gesundheit und Lebensqualität beitragen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Durchwachte Nächte sind keine Bagatelle


Schlafstörungen: Ursachen jetzt erkennen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen)Jeder kennt das Gefühl, wenn nach einer unruhigen Nacht der Wecker klingelt. Matt und unkonzentriert werden die Aufgaben des Alltags bewältigt, leicht von der Hand geht es jedoch nicht. Gelegentlich durchwachte Nächte werden von vielen hingenommen. Treten Schlafstörungen allerdings häufiger auf, greifen Patienten zu eilig auf Schlaftabletten zurück, weiß Erika Fink, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen.

Der Schritt hin zur Einnahme von Tabletten ist rasch getan: Das Angebot ist groß und erstreckt sich von pflanzlichen Präparaten, die schlafanstoßend wirken, bis hin zu synthetischen Produkten, die über mehrere Stunden beruhigen und den Schlaf einleiten. „WennSchlaftabletten über längere Zeit eingenommen werden, liegt darin schon eine gewisse Gefahr“, gibt Erika Fink zu bedenken. Immerhin wirken die Präparate relativ lange, so dass Betroffene am nächsten Tag noch müde und schwerfällig in ihren Reaktionen sein können, besonders wenn zusätzlich Alkohol konsumiert wird. Je größer der Zeitraum, über den Patienten diese Präparate einnehmen, desto schwerer fällt es, konzentriert zu arbeiten oder am Straßenverkehr teilzunehmen. Oft nehmen Betroffene diese Veränderungen nicht bewusst wahr, deshalb ist es wichtig, die Warnhinweise auf dem Beipackzettel zu befolgen.

Was viele Patienten nicht wissen: Die durch Medikamente herbeigeführte Nachtruhe hat nicht dieselbe Qualität wie der natürliche Schlaf. Betroffene sind weniger erholt, ausgeruht und leistungsfähig. Dieser Zustand wird auch durch einen Wechsel des Mittels nicht beendet. „Auch länger eingenommene rezeptpflichtige Präparate führen zur Gewöhnung, sogar zur Abhängigkeit“, warnt Erika Fink. Setzt man die Tabletten ab, folgt häufig wieder die Schlaflosigkeit. Nicht selten erhöhen Patienten dann ihre Dosis. Ist erst einmal eine solche Gewöhnung eingetreten, kann diese nur durch eine lange Phase ohne Schlafmittel abgebaut werden. Gelegentlich eine Tablette einzunehmen, ist nicht weiter problematisch. Doch sollte dies eine Ausnahme bleiben, denn die dauernde Einnahme bekämpft nicht die eigentlichen Ursachen des Problems.

Betroffene sollten so früh wie möglich den Ursachen auf den Grund gehen. Diese können zahlreich sein: Dauerstress, Sorgen, Lärm, Krankheiten und chronische Erschöpfung – auch als Burn-Out-Syndrom bekannt – können ebenso Gründe sein wie eine ungesunde Lebensweise in Bezug auf Bewegung, Schlafenszeiten, Essen, Kaffee- und Alkoholkonsum. Besonders ältere Menschen sind oft von Muskelschmerzen oder rheumatischen Beschwerden geplagt, was die Nachtruhe behindert. Statt Schlaftabletten einzunehmen, ist hier eine Schmerztherapie anzuraten. Bestimmte Formen von Kopfschmerzen machen sich erst nachts bemerkbar und führen zum Aufwachen. In diesen Fällen sind andere medizinische Methoden angebracht. Ebenso können Wechseljahresbeschwerden und Schilddrüsenerkrankungen zu durchwachten Nächten führen. Depressionen, Herzkrankheiten, hoher Blutdruck sowie Krankheiten, die mit Atemnot einhergehen, behindern eine ruhige Nacht. Nicht zuletzt können auch Arzneimittel den gesunden Schlaf stören.

Betroffene finden jederzeit Rat bei ihrem Apotheker. Wichtig: Patienten sollten alle Medikamente, die sie einnehmen, selbst gewählte sowie vom Arzt verordnete, in die Apotheke mitbringen. „Da kann durchaus das ein oder andere dabei sein, das schlafstörende Substanzen enthält“, weiß Erika Fink aus ihrem Alltag in der Apotheke.

Anhaltende Schlafstörungen sind keine Bagatelle. Sie erfordern eine grundlegende Diagnose und die Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen. Doch Erika Fink macht allen Betroffenen Mut: „Die Behandlung ist zwar nicht immer leicht, aber den meisten kann geholfen werden. Voraussetzung ist, dass sich Patienten nicht kritiklos jedes Medikament selbst verordnen, sondern beizeiten fachlichen Rat einholen.“

Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Hochwertige Individualrezepturen aus der Apotheke

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Eine Mutter steht mit ihren vier Monate alten Zwillingen in der Apotheke. Gleich ist sie an der Reihe. Den Abholschein schon griffbereit, wartet sie geduldig auf ein Präparat, das nicht industriell produziert werden kann. Seit der zu frühen Geburt leidet eine ihrer Töchter unter Atemaussetzern. Sie benötigt Koffeintropfen, die individuell vom Apotheker für den Säugling hergestellt werden. Eigene Rezepturen herstellen - das anspruchsvolle Handwerk des Apothekers ist auch in unserer hochtechnisierten Welt unverzichtbar.

Spezial- und Individualrezepturen werden auf den persönlichen Bedarf des Patienten abgestimmt und sind feste Bestandteile im Alltag des Apothekers. Besonders anspruchsvoll ist die Versorgung von Kindern und Säuglingen. Denn oft stehen nur Medikamente für Erwachsene zur Verfügung: Rezepturen in kindgerechter Dosierung werden vom Apotheker in Kapselform, als Tropfen oder Saft angefertigt. Dr. Gabriele Röscheisen-Pfeifer, Apothekerin aus Oldenburg, kennt das aus eigener Erfahrung: „Die Mutter der Zwillinge erhielt vom Krankenhausarzt ein Rezept für Koffeintropfen, die die Atmung stabilisieren sollten. Die Tropfen haben wir in einer niedrigen Dosierung hergestellt und zusätzlich auf den guten Geschmack geachtet. Das kommt bei der kleinen Patientin sehr gut an.“ Und die Mutter ergänzt: „Auch ein kleiner Blutschwamm an der Lippe wird mit speziell hergestellten, niedrig dosierten Betablocker-Kapseln behandelt. Es ist ein gutes Gefühl, dass die Mitarbeiter der Apotheke unser Kind kennen und auch einen Blick auf die Medikamente haben.“
Zusätzlich zu diesen pharmazeutischen Tätigkeiten unterstützt der Apotheker seine Patienten bei kleineren, alltäglichen Problemstellungen. Ob Gluten-Unverträglichkeit, Laktoseintoleranz oder Hautallergien: Viele Patienten reagieren sensibel auf bestimmte Inhaltsstoffe und können sich vom Apotheker ganz individuell beraten lassen. Der Apotheker kann Cremes mit gut verträglichen Inhaltsstoffen für die Hautpflege empfehlen oder alternative Rezepturen für Allergiker herstellen.
Eine Herausforderung für viele Patienten ist die Einnahme von Medikamenten. Der Apotheker findet auch hier eine passende Lösung: streng schmeckendes Algenpulver füllt der Apotheker in Kapseln, bittere Koffeintropfen vermischt er mit süßem Kirschsirup zu einem kindertauglichen Saft. Haben Patienten Schwierigkeiten beim Schlucken von Tabletten, kann der Apotheker eine Rezeptur in geeigneter Darreichungsform anbieten.
In den Individualrezepturen zeigt sich die traditionelle pharmazeutische Handwerkskunst, an deren Qualität höchste Anforderungen gestellt werden. Für jedes händisch gefertigte Präparat legt der Apotheker ein Herstellungsprotokoll an, in dem er Chargen von verarbeiteten Ausgangsstoffen und Fertigarzneimitteln sowie die verwendeten Mengen dokumentiert. Der Herstellungsprozess ist von genauen, bis ins Detail standardisierten Kontrollen durchzogen.
Ist der Patient auf ein individuelles Rezepturarzneimittel angewiesen und muss dieses beispielsweise auf Reisen herstellen lassen, sollte er dem Vertretungsarzt für die korrekte Rezeptausstellung unbedingt das Originalgefäß mit Etikett vorlegen. Auf den Etiketten befinden sich Informationen über die Wirk- und Hilfsstoffe sowie zur Darreichungsform und der Aufbrauchfrist. In der Regel kann jede Apotheke Individualrezepturen herstellen. Es gibt aber auch aufwändige Rezepturen, die besondere Geräte oder Räumlichkeiten wie ein Steril-Labor erfordern.
Individuelle Rezepturen für Erwachsene und Kinder anzufertigen, gehört zu den Kernkompetenzen des Apothekers. Doch nicht nur die präzise Abstimmung der Inhaltsstoffe und die persönliche Versorgung sind für die Mutter der Zwillinge wichtig: „Ich weiß erst jetzt zu schätzen, wie gut es ist, eine Stammapotheke zu haben.“
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.