Freitag, 24. April 2015

Großer Beratungsbedarf bei Tabletten, Injektionen und Inhalatoren

Jedes dritte verordnete Medikament ist allein wegen der Arzneiform besonders beratungsbedürftig

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Es kommt nicht nur auf den Inhalt an: Jedes dritte in Niedersachsen verordnete Medikament (31 Prozent) ist unabhängig vom Wirkstoff allein wegen seiner  Darreichungsform besonders beratungsbedürftig. Dies hat das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) mit Rezeptdaten von Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2014 ermittelt.

Viele Medikamente sind komplizierter anzuwenden als allgemein angenommen. Eine Tablette unzerkaut zu schlucken, ist vergleichsweise einfach. Schwieriger ist es, sich selbst Insulin zu spritzen oder mit einem Pulverinhalator richtig zu inhalieren, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit. Werden Arzneimittel falsch angewendet, bemerken Patienten dies selbst meist nicht. Fehlanwendungen können aber die Wirksamkeit eines Präparats verändern oder zu unerwünschten Wirkungen führen. Deshalb empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen: „Jeder Patient sollte sich in der Apotheke die richtige Anwendung seiner Medikamente zeigen oder erklären lassen.“

Den größten Anteil der beratungsintensiven Darreichungsformen entfiel auf Medikamente, die grundsätzlich nicht geteilt werden dürfen (8,11 Millionen Packungen). Studien haben aber gezeigt, dass Patienten rund ein Viertel aller Tabletten vor der Einnahme teilen. Apotheker erklären deshalb besonders häufig, welche Tablette geteilt werden darf und welche nicht. Auf Platz zwei und drei der beratungsbedürftigen Darreichungsformen folgten Medikamente zur Injektion bzw. Infusion (2,77 Millionen Packungen) und Medikamente zur Inhalation (1,96 Millionen Packungen). Außerdem wurden Medikamente zur Anwendung am Auge, in der Nase, in der Vagina oder im After erfasst. Apotheker erläutern auch die Zubereitung von Medikamenten wie Trockensäften oder beraten zur korrekten Anwendung von festen Darreichungsformen, die nicht einfach geschluckt werden können. Ein Beispiel für diese Arzneiformen sind Buccaltabletten, die sich langsam in der Mundhöhle auflösen sollen.

Die rund 2.000 Apotheken in Niedersachsen gaben insgesamt rund 18 Millionen Packungen allein aufgrund der Darreichungsform besonders beratungsbedürftiger Medikamente zu Lasten der GKV ab. Nicht erfasst wurde die Abgabe von Medikamenten ohne Rezept und an Privatversicherte.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach drei Staatsexamina erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Dienstag, 21. April 2015

Hessische Patienten rund um die Uhr gut versorgt

Flächendeckende Dienstbereitschaft von Apotheken

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Wer außerhalb der üblichen Geschäftszeiten dringend ein Medikament benötigt, sucht die nächstgelegene dienstbereite Apotheke auf. Die Landesapothekerkammer Hessen stellt sicher, dass die Bevölkerung in Hessen rund um die Uhr mit Arzneimitteln versorgt wird. Hierzu stehen in Hessen an Sonn- und Feiertagen sowie nachts zwischen 120 und 130 Apotheken im Notdienst zur Verfügung.
In Hessen gibt es rund 100 Notdienstkreise
Für die Menschen ist es wichtig, dass die Versorgung mit Arzneimitteln rund um die Uhr in zumutbarer Weise sichergestellt ist. Dazu sind die hessischen Apotheken in rund 100 Notdienstkreise eingeteilt, in den großen Städten versehen mehrere Apotheken gemeinsam den Notdienst. Hier lohnt ein Blick über die Stadt- oder Kreisgrenzen, da die nächste dienstbereite Apothekie nicht zwingend in der gleichen Gemeinde liegen muss.
Verlässliche Medikamentenabgabe während der Notdienstzeiten
Während des Notdienstes wie auch während der allgemeinen Öffnungszeiten muss in jeder Apotheke ein Apotheker anwesend sein. Dies erhöht zwar die Kosten der Notdienste, ist aber für eine zuverlässige Abgabe sowohl bei der Selbstmedikation als auch bei verordneten Arzneimitteln unerlässlich. Im Notdienst kann es vorkommen, dass das verordnete Arzneimittel nicht mehr vorrätig ist. Der anwesende Apotheker kann und darf dann ein anderes Arzneimittel des gleichen Wirkstoffes abgeben und so sicherstellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger schnell das benötigte Arzneimittel erhalten.
Das Notdienstportal der Landesapothekerkammer Hessen
Eine Übersicht über die notdiensthabenden Apotheken in Hessen finden Patienten tagesaktuell auf der Website der Landesapothekerkammer Hessen unter www.apothekerkammer.de. Diese Daten werden täglich aktualisiert und sind damit sehr verlässlich. Darüber hinaus kann der Apothekennotdienst kostenfrei aus dem Festnetz unter 0800/00 22 833 oder per Handy unter 22 8 33 (max. 69 ct./Min.) abgefragt werden. Im Übrigen sind alle Apotheken verpflichtet, die nächsten dienstbereiten Apotheken auszuschildern. Wer also eine geschlossene Apotheke aufsucht, kann dort einem Aushang die nächstgelegenen dienstbereiten Apotheken entnehmen.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Montag, 20. April 2015

Medikamente auf Reisen

Niedrige Temperaturen im Frachtraum können Medikamenten schaden

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) –  Es ist Urlaubszeit und die Deutschen wollen verreisen. Doch Patienten, die im Urlaub Medikamente benötigen, sollten sich vorher eingehend informieren. Mitgeführte Arzneien müssen richtig gelagert, transportiert und vor den äußeren Umwelteinflüssen auf Reisen geschützt werden, erklärt die Apothekerkammer Hamburg. Berücksichtigen Patienten einige wenige Regeln, steht dem sorgenfreien Urlaub nichts im Wege.

Medikamente sicher transportieren
Die meisten Deutschen verbringen ihre freien Tage im Jahr im Urlaub, gern auch in tropischen Ländern. Für chronisch Kranke und Patienten, die während der Reisezeit Medikamente benötigen, stellen sich einige praktische Fragen und Herausforderungen. Zuerst ist der Transport von Medikamenten genau zu planen. Wer fliegt, sollte kälteempfindliche Wirkstoffe wie Insulin immer im Handgepäck mit sich führen, da im Frachtraum oft empfindlich niedrige Temperaturen vorherrschen. Bei null Grad Celsius kristallisiert beispielsweise Insulin und verliert seine Wirkung mit schwerwiegenden Folgen für den Patienten. Medikamente, die der Patient während des Fluges benötigt, sollten ebenfalls im Handgepäck verstaut werden. Wichtig: Flugzeug und Bahn können sich verspäten oder das Gepäck steht nicht immer sofort nach der Landung zur Verfügung. Es empfiehlt sich daher immer, eine zusätzliche Menge der benötigten Arzneimittel für einige Tage auf Vorrat griffbereit im Handgepäck aufzubewahren. Falls möglich sollten Reisende ihre Arzneien auf mehrere Handgepäckstücke verteilen. Patienten, die flüssige Medikamente mit in die Flugzeugkabine nehmen müssen, sollten eine Bescheinigung vom Arzt oder Apotheker bereithalten, da Flüssigkeiten nur in Ausnahmefällen mitgeführt werden dürfen. Um das Präparat schnell zu identifizieren, ist zudem ein Beipackzettel bereitzuhalten. Arzneimittel wie Augentropfen, Nasenspray oder Insulin können außerhalb des durchsichtigen Plastikbeutels mit an Bord genommen werden, jedoch sind sie an der Sicherheitskontrolle separat vorzuzeigen.

Schutz vor Licht und schwankenden Temperaturen
Bei der Mitnahme von kühlpflichtigen sowie kühlkettenpflichtigen Präparaten ist zu berücksichtigen, dass diese während des Transports vor Wärme isoliert werden müssen. Am besten eignen sich thermogeschützte Reiseapothekentaschen, die in der Apotheke erhältlich sind. Patienten unterschätzen oft die Temperaturschwankungen auf Reisen. Im Auto kann das Thermometer bis auf 60 Grad Celsius steigen, dies beeinträchtigt die Wirksamkeit der meisten Arzneien. Oft werden Pflaster, Cremes, Salben oder Dosieraerosole im parkenden Auto vergessen, so dass die Produkte Schaden nehmen. Daher gilt es, alle Arzneimittel beim Parken in heißen Ländern mitzunehmen, wenn man das Auto verlässt. Meist ist auch die Lichtintensität in südlichen Ländern höher. Optimalen Schutz für lichtempfindliche Medikamente bietet die Originalverpackung.

Gut informiert in den Urlaub
Vereinzelt fallen Medikamente unter das Betäubungsmittelgesetz. Dazu zählen unter anderem starke Schmerzmittel sowie einige Husten- und Schlafmittel. Solche Präparate erwecken  Aufmerksamkeit bei den Behörden der Reiseländer. Im Schengen-Raum, dazu zählen die meisten EU-Staaten, Norwegen, Island sowie die Schweiz, dürfen Betäubungsmittel nur mit einer speziellen ärztlichen Bescheinigung oder einer Beglaubigung der obersten Landesgesundheitsbehörde mitgeführt werden. Für jedes Medikament muss der Patient zwingend eine mehrsprachige Bestätigung vorlegen, die Angaben zur Dosierung erhält, damit der Bedarf für die Reise abgeschätzt werden kann. Die notwendigen Formulare erhalten Patienten auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (www.bfarm.de). Bestimmungen für andere Reiseziele finden Patienten unter folgender Internetadresse:http://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/Reisen/_node.html.
Für Fernziele und Reisen in tropische Länder ist eine Beratung zur Reisemedizin zu empfehlen. Idealerweise sollten sich Reisende acht bis zehn Wochen vor dem Reiseantritt in ihrer Apotheke oder beim Arzt informieren.
Die Apothekerkammer Hamburg ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Institution der apothekerlichen Selbstverwaltung für die ca. 2.700 Apotheker und Apothekerinnen, sowie Pharmazeuten im Praktikum in Hamburg. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberuf. Er ist laut Gesetz für die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln zuständig. Wer Apotheker werden will, muss ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr absolvieren. Der Apotheker berät die Patienten hinsichtlich ihrer Medikation und unterstützt sie, ihre Therapie im Alltag umzusetzen. Als Fachmann für Arzneimittel und Prävention ist der Apotheker neben dem Arzt der erste Ansprechpartner in gesundheitlichen Problemen.

Dienstag, 7. April 2015

Schmerzmittel haben ihre Grenzen

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) –  Medikamente sollten nie bedenkenlos eingenommen werden. Das gilt auch für frei verkäufliche Arzneien. Schmerzmittel in der Selbstmedikation dürfen ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht länger als drei oder vier Tage hintereinander eingenommen werden. Monatlich sollte die Dosis unter zehn Tabletten liegen. Wer neben Schmerzmitteln noch weitere Medikamente einnimmt, sollte im Gespräch mit einem Apotheker gefährliche Wechselwirkungen ausschließen, warnt die Apothekerkammer Niedersachsen.

Schmerzmittel beeinflussen andere Medikamente
Überschreiten Patienten in der Selbstmedikation die zulässige Dosierung und die Einnahmedauer bei entzündungshemmenden Schmerzmitteln, so ist dies mit einem erhöhten Risiko für das Entstehen von Magengeschwüren und Nierenschäden verbunden. Andere Schmerzmittel, wie z. B. Paracetamol, die in zu hohen Dosen genommen werden, können Leberschäden hervorrufen.

Werden gleichzeitig zur Selbstmedikation vom Arzt verordnete Mittel eingenommen, steigt die Gefahr von Wechselwirkungen. So kann es bei der Kombination von Cortison mit
entzündungshemmenden Schmerzmitteln zu Magenreizungen oder sogar
Magenblutungen kommen. Diese Gefahr ist umso größer, je höher die Dosierung
und je länger die Einnahmedauer der Schmerzmittel ist.
Schmerzmittel, in höherer Dosis verabreicht, können die Wirkung von Blutdrucksenkern verringern. Auch die Schmerzempfindlichkeit kann bei regelmäßiger Einnahme sinken. Eine mögliche Folge sind schmerzmittelinduzierte Kopfschmerzen. In bestimmten Fällen verstärken Schmerzmittel die Wirkung anderer Arzneien so massiv, dass medizinische Notfälle ausgelöst werden. So werden Therapien, die die Blutgerinnung hemmen, ernsthaft gefährdet, nimmt der Patient gleichzeitig ein Medikament mit dem weit verbreiteten, schmerzstillenden Wirkstoff Acetylsalicylsäure, kurz ASS, ein.
Schmerzen zunächst mit gut verträglichen Medikamenten lindern
Wer Schmerzen hat, sollte dem Apotheker vor Ort möglichst genau die Symptome schildern und sich dann ein Schmerzmittel mit gut verträglichen Wirkstoffen empfehlen lassen. Bestehen die Schmerzen weiterhin, kann der Patient nach einer ausführlichen Beratung in der Apotheke und nach einem Gespräch beim Arzt auf stärker wirksame Medikamente umsteigen.
Erhöhte Vorsicht für Kinder
Bei Kindern ist die Behandlung mit Schmerzmitteln heikel und bedarf einer gründlichen Beratung durch Ärzte und Apotheker. Nicht alle rezeptfrei erhältlichen Schmerzmittel sind für Kinder geeignet. Der gängige Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann bei Kindern und Jugendlichen in seltenen Fällen sogar das Reye-Syndrom, eine schwere Erkrankung der Leber und des Gehirns, auslösen. Daher darf ein Medikament mit dem Wirkstoff ASS bei Kindern und Jugendlichen nur nach Anweisung eines Arztes verabreicht werden. Kinder brauchen wegen ihres geringen Körpergewichts kindgerechte Dosierungen und Darreichungsformen. Eltern sollten mit ihrem Apotheker vor Ort besprechen, welches Schmerzmittel gut für ihr Kind geeignet ist und ob als Darreichungsform Saft oder lieber Zäpfchen vorzuziehen sind.
Die Beratung durch einen erfahrenen Apotheker bei der Selbstmedikation ist stets empfehlenswert. Im höheren Maße gilt das vor allem für Kinder, Asthmatiker, Allergiker, chronisch Kranke, Schwangere, ältere Menschen, Nierenkranke und für Menschen, die mehrere Medikamente einnehmen müssen. Apotheker sind darin geschult, die Wirkung unterschiedlicher Schmerzmittel einzuordnen, eine passgenaue Medikation sicherzustellen und die Betroffenen umfassend zu beraten.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 16. März 2015

Beratung durch den Apotheker nutzen

Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Es ist ein Notfall. Frauen, die ungeschützten Sex hatten und eine Schwangerschaft verhindern wollen, dürfen nicht lange warten. Soll die „Pille danach“ wirken, muss sie schnell eingenommen werden. Bisher hieß das: einen Termin mit dem Frauenarzt vereinbaren und ein Rezept ausstellen lassen. Doch seit dem 15. März 2015 können betroffene Frauen das Verhütungsmittel für den Notfall direkt in der Apotheke erhalten und damit wichtige Zeit einsparen. Apotheker werden damit zum ersten Ansprechpartner und bieten den Patientinnen einen umfassenden, diskreten und kompetenten Beratungsservice an, so die Landesapothekerkammer Hessen.

Unkomplizierte und schnelle Hilfe im Notfall
Die „Pille danach“ wurde gestern aus ihrer Verschreibungspflicht entlassen. Das bringt vor allem einen zeitlichen Vorteil für die Patientinnen mit sich. Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr sollte nur wenig Zeit vergehen, bis das Notfallverhütungsmittel eingenommen wird. Dabei gibt es Präparate mit unterschiedlichen Wirkmethoden. Der Wirkstoff Levonorgestrel verschiebt den Eisprung. Die Folge: Die „Pille danach“ ist nur wirksam, wenn sie rechtzeitig vor dem Eisprung eingenommen wird. Ist dieser bereits erfolgt, kann trotz Einnahme die Schwangerschaft eintreten. Durch den Wirkstoff Ulipristalacetat wird der Eisprung gehemmt bzw. verzögert. Für beide gilt: Die „Pille danach“ ist zuverlässiger, je früher sie nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird. Absolute Sicherheit bieten Notfallverhütungsmethoden, ebenso wie reguläre Verhütungsmittel, jedoch nicht.
Diskrete Beratung ist ein „Muss“
Vor der Abgabe der „Pille danach“  ist ein ausführliches Beratungsgespräch zwischen Apotheker und Patientin Pflicht. Risiken der Behandlung werden besprochen und auf Nebenwirkungen hingewiesen. Der Apotheker geht zusammen mit der Patientin wichtige Punkte durch, die Einfluss auf die Behandlung haben. Zunächst muss eine bereits bestehende Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, zum Beispiel Psychopharmaka oder Johanniskraut,  können die Wirksamkeit der „Pille danach“ mindern. Patientinnen mit chronischen Vorerkrankungen oder akuten gesundheitlichen Problemen ist von der Verwendung abzuraten. Stillende Mütter müssen eine Stillpause einlegen. Frauen, die sich innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme der „Pille danach“ erbrechen, müssen eine weitere Pille einnehmen. Diese Faktoren gilt es gründlich abzuklopfen, um eine zuverlässige Wirkung zu erzielen. Patientinnen, die sich in der Offizin unwohl fühlen, können den Apotheker um ein vertrauliches Gespräch bitten.
Verlässliche Verhütung
Im Allgemeinen ist die „Pille danach“ für gesunde Frauen gut verträglich. Dennoch sollte sie nur im Notfall verwendet werden, betont die Landesapothekerkammer Hessen. Auch ist von einer wiederholten Anwendung während eines Zyklus‘ abzuraten. Gut zu wissen: Die „Pille danach“ bietet weder einen dauerhaften Verhütungsschutz noch schützt sie vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Frauen, die die “Anti-Baby-Pille“ einnehmen, sollten den Einnahmezyklus nicht unterbrechen, auch wenn der hormonelle Schutz nicht mehr gewährleistet ist. Bis zur nächsten Monatsblutung bieten jedoch mechanische Verhütungsmittel wie ein Kondom oder andere Barrieremethoden Sicherheit und schützen Frauen vor einer ungewollten Schwangerschaft.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Donnerstag, 12. März 2015

Apotheker beraten diskret zur „Pille danach“

Hamburg (apothekerkammer-hamburg) –  Es klingt unkompliziert und nach einer schnellen Lösung zur Vermeidung einer ungewollten Schwangerschaft. Die „Pille danach“ erhalten Patientinnen ab dem 16.03.2015 ohne Rezept in ihrer Apotheke. Die  eingehende Beratung zur „Notfallverhütung“ findet demnächst in der Apotheke statt. Oft sind Frauen unsicher, wie die „Pille danach“ zu verwenden ist und welche Nebenwirkungen auf sie zukommen, berichtet die  Apothekerkammer Hamburg. Umso wichtiger ist es, über die Wirkung und Handhabung der „Pille danach“ sowie über die neuen Regelungen zur Abgabe aufzuklären.

Schnelles Handeln ist gefragt
Grundsätzlich ist die „Pille danach“ ein Notfall-Medikament für Frauen, die nach ungeschütztem Sex eine ungeplante Schwangerschaft verhindern wollen. Die Wirkung der Pille beruht auf der Hemmung oder Verzögerung des Eisprungs und ist daher nur wirksam, wenn sie rechtzeitig vor dem Eisprung angewendet wird. Ist der Eisprung bereits erfolgt, kann trotz Einnahme eine Schwangerschaft zustande kommen, zumal die Spermien etwa fünf Tage überlebens- und befruchtungsfähig sind. Was Betroffene beachten sollten: Frauen müssen die „Pille danach“ schnellstmöglich nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr einnehmen. Es gilt die Devise: Je schneller verwendet, desto sicherer ist die Wirksamkeit. Je nach Präparat bilden 72 bis maximal 120 Stunden nach dem Sex die zeitlichen Grenzen.
Patientengespräch erspart Überraschungen
Patientinnen sollten immer persönlich in der Apotheke nach der „Pille danach“ verlangen. So kann der Apotheker sicherstellen, dass das Medikament auch wirklich für den Notfall bestimmt ist und die Einnahme für die Patientin unbedenklich ist. Wird zum Beispiel der Partner geschickt, kann die Ausgabe des Präparats verweigert werden. Bei minderjährigen Patientinnen entscheidet der Apotheker nach Einzelfall, ob er die Abgabe verantwortet oder zum Arztbesuch rät. Da die „Pille danach“ zukünftig rezeptfrei erhältlich ist, wird die Beratungstätigkeit der Apotheker noch wichtiger. Patientinnen, die die „Pille danach“ verlangen, sollten sich mit dem Apotheker über bereits eingenommene Arzneimittel austauschen. So können bestimmte Psychopharmaka, Antiepileptika oder Antibiotika die Wirksamkeit hemmen. Auch sollten die Patientinnen sich beim Besuch in der Apotheke über die Nebenwirkungen aufklären lassen. Übelkeit, Erbrechen Schwindel, Bauch- und Unterleibsschmerzen sind typische Begleiterscheinungen. Falls sich die Patientin innerhalb von drei Stunden nach Einnahme des Präparats erbricht, muss umgehend eine weitere „Pille danach“ eingenommen werden.
 „Pille danach“ bleibt ein Mittel für den Notfall
Die „Pille danach“ ist nur für den Notfall gedacht und kein dauerhaftes Verhütungsmittel. Genau wie andere Verhütungsmittel bietet sie keinen hundertprozentigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Trotz „Pille danach“ muss die „Anti-Baby-Pille“ weiter eingenommen werden. Zusätzlich ist es ratsam, bis zur nächsten Monatsblutung mit einer Barrieremethode zu verhüten, beispielsweise mit Kondom. Wer unsicher bei Fragen der Verhütung ist, sollte die Beratungsleistung der Apotheke unbedingt nutzen. Keine Frau sollte sich scheuen, ein diskretes Gespräch mit dem Apotheker zu verlangen. Die Beratung kann auch ungestört in einem separaten Raum stattfinden, so die Apothekerkammer Hamburg.

Dienstag, 3. März 2015

Apotheker geben Tipps gegen die Frühjahrsmüdigkeit



Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Jeder Zweite kennt das Phänomen: Der lang ersehnte Frühling ist da, aber man fühlt sich schlapp und antriebslos. In der Übergangszeit vom Winter zum Frühling klagen viele über Symptome wie Kopfschmerzen, Blutdruckschwankungen, Wetterfühligkeit, Verdauungsstörungen oder Müdigkeit. Die Ursache: Der Körper stellt den Hormonhaushalt um, sobald die Tage wieder länger werden. Patienten mit niedrigem Blutdruck, Frauen und Jugendliche sind vermehrt betroffen. Die Apothekerkammer Niedersachsen gibt wertvolle Tipps, besser mit den Folgen der Frühjahrsmüdigkeit umzugehen.
Frühlingserwachen: Der Körper stellt sich um
Im Winter schüttet der Körper verstärkt das schlaffördernde und durch Dunkelheit ausgelöste Hormon Melatonin aus. Werden die Tage im März wieder länger, sorgt der Botenstoff Serotonin, vielen als „Glückshormon“ bekannt, für einen Umschwung im Organismus. Milde Tagestemperaturen verbunden mit noch kalten Nächten setzen den Körper starken Temperaturschwankungen aus, eine ständige Erweiterung und Verengung der Blutgefäße ist die Folge. Zusätzlich muss sich der Körper der instabilen Wettersituation und den veränderten Lichtverhältnissen immer neu anpassen. Diese Umstellung strengt an.
Im Rhythmus bleiben
„Frühjahrsmüdigkeit äußert sich vor allem tagsüber“, stellt die Apothekerkammer Niedersachsen fest. Das A und O gegen Frühjahrsmüdigkeit ist eine gesunde Balance: Bewegung an der frischen Luft, viel Licht, ausgewogene Kost, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie ein geregelter Schlafrhythmus helfen, die Umstellung gut zu meistern. Leber, Darm und Nieren mussten im Winter meist reichhaltige Nahrung verarbeiten, diese Entgiftungsorgane sollten gerade in der Übergangszeit mit einer vitamin- und ballaststoffreichen Ernährung unterstützt werden. Der Stoffwechsel wird stabilisiert, das Wohlbefinden gesteigert. Ein vitaminreiches Frühstück bringt den Kreislauf zusätzlich in Schwung, der Start in den Tag fällt leichter. Auch der maßvolle Genuss von koffeinhaltigen Getränken ist, solange keine medizinischen Bedenken vorliegen, als Muntermacher erlaubt.
Nach einer Umstellungsphase von rund zwei Wochen sollte die Frühjahrsmüdigkeit überwunden sein. Halten die Beschwerden an, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen, einen Arzt hinzuzuziehen. Hintergrund der Symptome könnten auch Krankheiten wie Depressionen oder Leberprobleme sein.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation.  Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Montag, 2. Februar 2015

Patentrezepte gegen Erkältungen

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Schluckbeschwerden und Kratzen im Hals – wer häufig hustet und sich laufend räuspert, bekommt schnell ein paar Tipps von Freunden oder sogar vom Sitznachbarn im Bus, wie beispielsweise Halstabletten lutschen oder jede Stunde zehn homöopathische Tropfen einnehmen. Fast jeder scheint ein Patentrezept gegen Erkältungen und Halsweh zu haben. Aber was hilft wirklich?

Halsschmerzen sind unangenehm, aber oft harmlos. Meistens werden sie durch einen Virusinfekt ausgelöst und klingen nach einigen Tagen von selbst wieder ab, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit. Doch so lange möchten die Betroffenen ungern  warten, sie wollen die Schmerzen schnell wieder loswerden. In der Apotheke fragen sie deshalb nach ihren bewährten Arzneimitteln, mit denen sie schon vorher gute Erfahrungen gemacht haben, um Halsweh und Schnupfen zu mildern. Häufig werden allerdings Präparate gewünscht, für die es keine wissenschaftlich anerkannten Studien zur Wirksamkeit gibt. Es gibt in der Medizin immer wieder Phänomene wie den Placeboeffekt, für den es keine eindeutigen Erklärungen gibt. Die meisten Patienten fühlen sich einfach wohler, wenn sie selbst etwas gegen die Symptome unternehmen können. Auch die Homöopathie findet viele Anhänger, obwohl die Wirksamkeit für Fachleute nicht nachweisbar ist. Dennoch gilt: Apothekenpflichtige Halstabletten oder Erkältungsmittel sind durch Behörden zugelassene Arzneimittel, deren Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Wirkstoffqualität geprüft sind.

Symptome ernst nehmen

Wenn das Schlucken schmerzt, sollte man etwas dagegen unternehmen, denn Halsschmerzen sind häufig erste Anzeichen für eine Erkältung. Wer eine beginnende Erkältung selbst therapiert, sollte Folgendes beachten: Bei Halsschmerzen mit hohem Fieber, eitrigem Auswurf oder chronischen bzw. einseitigen Halsschmerzen soll sofort ein Arzt aufgesucht werden. Patienten, die regelmäßig Medikamente einnehmen, unter Allergien leiden oder schwanger sind, sollten sich in der Apotheke beraten lassen, welche Erkältungsmittel für sie unbedenklich sind.

Das richtige Mittel im Gespräch mit dem Apotheker finden

Wer ein Kratzen im Hals spürt, sollte sich ausruhen und auf eine vitaminreiche Ernährung achten. Viel Trinken hält die Mundschleimhäute feucht und fördert so den Heilungsprozess. Rauchen ist tabu. Der Apotheker gibt gerne Tipps, welche Erkältungsmittel sich gut in den persönlichen Alltag integrieren lassen. Grundsätzlich unterstützen das Trinken von Tees und heißer Zitrone, Gurgeln mit Salzwasser, Salbeitee oder mit einer verdünnten Wasserstoffperoxidlösung die Heilung. Das Lutschen von Husten- oder Halsbonbons regt die Speichelproduktion an und lindert so die Beschwerden. Auch feuchtkalte Halswickel helfen. Bei einer Erkältung empfinden viele Patienten Hausmittel als wohltuend. Doch nicht immer lassen sich „Großmutters Rezepte“ wie Gurgeln und Halswickel auch am Arbeitsplatz anwenden. Ein Busfahrer wünscht sich schnelle Hilfe für unterwegs, eine Lehrerin will vor den Schülern ohne Schmerzen sprechen, ein Arbeiter am Fließband braucht vor allem ein unkompliziertes Mittel. Hier können Arzneimittel helfen, die Entzündungen direkt im Hals hemmen und Schmerzen lindern. Manch einer leidet so stark unter den Halsschmerzen, dass er keine Nachtruhe findet. Eine Halstablette, die direkt im Rachenraum wirkt, kann Gutes tun und der Patient findet endlich in den wohltuenden Schlaf. Ebenso geeignet sind Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol und Acetylsalicylsäure. Die Einnahme von Acetylsalicylsäure, dem Verbraucher unter dem Namen Aspirin bekannt, sollte bei Kindern unter 12 Jahren unterbleiben. Doch auch hier gilt: Ob Schmerzmittel oder Halstablette, beides sind Arzneimittel. Vor der Einnahme sollte der Patient den Beipackzettel sorgfältig lesen und die Dosierungshinweise beachten. Der Apotheker findet im Gespräch das individuell auf den Patienten abgestimmte Mittel, das auch im Alltag gut anwendbar ist.

Kinder gut versorgen

Kinder unter sechs Jahren sollten bei Halsschmerzen nicht mit Halstabletten behandelt werden, die Benzocain oder Lidocain enthalten. Hier sind Lutschtabletten mit Mineralsalzen anderen Arzneimitteln vorzuziehen. Für erkrankte Säuglinge und Kleinkinder gelten besondere Empfehlungen, über die sich Eltern beim Arzt und Apotheker informieren können.

Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Schmerzmittel sind keine Heilmittel


Frankfurt am Main (landesapothekerkammer-hessen) – Ob Kopfweh oder Schmerzen in den Gelenken: Heute können Verbraucher eine große Auswahl verschiedener Schmerzmittel ohne Rezept in Apotheken kaufen. Häufig auftretende Schmerzen sind
-       Kopfschmerzen: Sie haben verschiedene Ursachen, bei denen die Auswahl des Schmerzmittels eine Rolle spielt.
-       Gelenk- und Muskelschmerzen: Sie können entzündlich oder durch Verletzung beziehungsweise Überanstrengung bedingt sein.
-       Schmerzen und Fieber begleitend zu Erkältungskrankheiten.
Nicht für jeden Schmerz ist ein eigenes, ganz spezielles Schmerzmittel notwendig. Die meisten Präparate sind für viele Schmerzen einsetzbar. Dennoch gibt es Unterschiede, die man bei der Auswahl berücksichtigen sollte. Dabei sollte jedoch unbedingt beachtet werden, dass in den allermeisten Fällen Schmerz an sich kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Warnsignal des Körpers ist. Die Landesapothekerkammer Hessen rät daher, Schmerzmittel nur mit Bedacht einzunehmen und der Ursache in jedem Fall auf den Grund zu gehen.
Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) ist der Klassiker unter den Schmerzmitteln und vielseitig einsetzbar. Er wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und  entzündungshemmend. Selbst wenn es für einzelne Schmerzarten spezifisch wirkende Mittel gibt, ist ASS grundsätzlich immer für die Anfangsbehandlung geeignet. Der Wirkungseintritt erfolgt nach etwa 30 Minuten und hält vier bis sechs Stunden an. Allerdings bewirkt ASS auch eine Blutverdünnung. Bei blutenden Wunden z.B. nach Verletzungen, Operationen und einer Zahnextraktion ist es also nicht das Mittel der ersten Wahl.
Diclofenac kommt in verschiedenen Verbindungen vor und hat eine entzündungshemmende, schmerzstillende und fiebersenkende Wirkung. Der Wirkungseintritt variiert zwischen einer halben und zwei Stunden, hält in der Regel sechs bis acht Stunden und damit länger als ASS. Diclofenac wird gerne zur Behandlung von Schmerzen verwendet, die im weitesten Sinne rheumatisch bedingt sind, so zum Beispiel bei Gelenk- und Muskelschmerzen.
Ibuprofen und Ibuprofenlysinat, im Wirkungsspektrum den beiden anderen ähnlich, werden sehr häufig zur Behandlung von Kopf-, Zahn-, Gelenk- und Muskelschmerzen verwendet, kommen aber auch bei Menstruationsbeschwerden zum Einsatz. Das Lysinat hat gegenüber dem Ibuprofen den Vorteil, dass die Wirkung bereits nach etwa 30 Minuten eintritt. Die Wirkdauer wird mit sechs bis acht Stunden angegeben.
Naproxen ist in seinem Wirkprofil am ehesten mit Diclofenac vergleichbar. Die Wirkung tritt, je nach gewählter Verbindung, nach ein bis zwei Stunden ein und hält bis zu zwölf Stunden an. Naproxen ist damit das am längsten wirkende der freiverkäuflichen Schmerzmittel.
Das Nebenwirkungsspektrum der genannten Mittel ist ähnlich. Eine Blutverdünnung tritt bei allen auf, bei ASS allerdings stärker. Bei allen Wirkstoffen ist nach längerer Einnahme mit Magenbeschwerden zu rechnen, je nach persönlicher Empfindlichkeit auch schon nach einer oder wenigen Tabletten. Alle schränken die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln ein, so dass bei häufiger Einnahme die Blutdruckmedikation angepasst werden muss – nicht in Eigenregie, sondern zusammen mit dem Arzt. Außerdem können alle vorhandene asthmatische Beschwerden verstärken. Bei allen Mitteln ist die auf dem Beipackzettel angegebene Dosierung einzuhalten. Sie ist praktisch immer so gewählt, dass eine Tablette drei bis vier Mal täglich eingenommen werden kann.
Paracetamol ist das etwas andere Schmerzmittel. Seine schmerzstillende Wirkung ist ähnlich dem der anderen, seine fiebersenkende Wirkung stärker ausgeprägt. Das Mittel wirkt nicht entzündungshemmend, zeichnet sich jedoch durch eine bessere Magenverträglichkeit aus. Die Wirkung tritt nach etwa einer halben Stunde ein und hält vier bis sechs Stunden an. Nachteil: die Leberschädlichkeit. Dabei schadet es nicht, wenn Menschen mit gesunder Leber gelegentlich Paracetamol-Tabletten einnehmen. Als Regel gilt: Die im Beipackzettel angegebene Tageshöchstmenge des jeweiligen Präparates darf nicht überschritten werden. Sie liegt meist bei sechs Tabletten zu 500 mg oder drei Portionen zu 1 g Paracetamol. Sind allerdings die Leberwerte nicht in Ordnung, wird gleichzeitig Alkohol konsumiert oder werden andere Medikamente eingenommen, die die Leber belasten, ist höchste Vorsicht geboten.
Bevor man zu einem Schmerzmittel greift, ist es unabdingbar, den Rat in der Apotheke einzuholen. Neben den genannten Nebenwirkungen kommen noch Unverträglichkeitsreaktionen mit anderen Arzneimitteln hinzu, die individuell in der Apotheke abgeklärt werden müssen. Außerdem ist zu beachten, dass die angegebenen Dosierungen für Erwachsene gelten. Die Tabletten dürfen für Kinder daher nicht einfach geteilt werden, denn Kinderdosen werden anders berechnet.
Eine Regel gilt immer: Schmerzmittel sind keine Heilmittel. Die Ursache des Schmerzes muss gesucht und nach Möglichkeit abgestellt werden. Ganz besonders, wenn ein Schmerz – auch Kopfschmerz - zum ersten Mal auftritt oder sich ein schon länger bestehender Schmerz plötzlich verstärkt.
Der Landesapothekerkammer Hessen gehören rund 5.800 Apothekerinnen und Apotheker an. Der Heilberuf des Apothekers unterliegt einem gesetzlichen Auftrag. Zu den Aufgaben der Landesapothekerkammer gehören die Förderung der Fort- und Weiterbildung und die Überwachung der Einhaltung der Berufspflichten durch ihre Mitglieder. Die Landesapothekerkammer stellt ebenso eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung in ganz Hessen mit Medikamenten sicher.

Dienstag, 13. Januar 2015

Wenn der eigene Körper zum Feind wird

Rheumatoide Arthritis: Auf eine schnelle Diagnose kommt es an

Hannover (apothekerkammer-niedersachsen) – Weiche Schwellungen der Gelenke, eine lang anhaltende Morgensteifheit sowie ein latentes Krankheitsgefühl können die ersten Anzeichen einer rheumatoiden Arthritis sein. Betroffene sollten sich unbedingt gründlich von einem Arzt untersuchen lassen. Eine frühe Diagnose und ein schneller Therapiebeginn können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Die individuelle Therapie richtet sich immer daran aus, die Beweglichkeit und damit auch die Lebensqualität des Patienten möglichst lange und gut zu erhalten, teilt die Apothekerkammer Niedersachsen mit.
Individuelle Verläufe
Rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunkrankheit, das heißt das Immunsystem der Betroffenen richtet sich gegen den eigenen Körper und verursacht schwere Entzündungen. Der Verlauf der Krankheit ist sehr individuell. Fest steht: Die rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar. Wird sie nicht frühzeitig angemessen therapiert, kann sich der Zustand der Patienten gerade zu Beginn innerhalb nur weniger Monate deutlich verschlechtern. Aus diesem Grund sind die Früherkennung sowie ein zügiger Therapiebeginn entscheidend für den Verlauf der Krankheit. Mehr als 80 Prozent der Schäden erfolgen in den ersten beiden Jahren, 40 Prozent sogar in den ersten sechs Monaten. Nach zehn Jahren wurden 17 Prozent der Betroffenen an großen Gelenken operiert, 10 Prozent der Patienten leiden unter schweren körperlichen Behinderungen. Ein optimales Behandlungsergebnis kann durch eine frühzeitige Therapieaufnahme 12 bis 16 Wochen nach Krankheitsbeginn erzielt werden.
Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind noch nicht gänzlich geklärt. Durchschnittlich ein Prozent der Deutschen leidet unter der Erkrankung, Frauen sind dabei dreimal häufiger betroffen als Männer. Als Auslöser wird ein Zusammenspiel von genetischen Faktoren und äußeren Einflüssen wie akuten Infektionen oder dem Rauchen vermutet, die zum Ausbruch der Krankheit führen. Für genetisch vorbelastete Personen, in deren Familie es Rheumapatienten gibt, ist daher eine besonders sorgfältige Mundhygiene ratsam. Eine Zahnfleischentzündung kann eine Eintrittspforte für Erreger sein.
Hilfe und Beratung in der Apotheke
Die Apotheker sind ein wichtiger Teil des therapeutischen Netzwerkes und für Rheumapatienten kompetente Ansprechpartner bei Fragen rund um die medikamentöse Therapie. Die Beratung durch den Apotheker ist umso wichtiger, da es sich bei den Arzneimitteln, die bei einer modernen und wirksamen Therapie der rheumatoiden Arthritis zum Einsatz kommen, um sehr starke Medikamente handelt. Außerdem kann in der Apotheke Hilfestellung geleistet werden, sei es bei der Vermittlung von Kontakten zu lokalen Selbsthilfegruppen oder wenn die Arzneimittelanwendung aufgrund eingeschränkter Handkraft oder –beweglichkeit Schwierigkeiten bereitet
Motivation und Unterstützung durch den Apotheker
Einmal ausgebrochen, muss die Krankheit möglichst rasch und angemessen medikamentös behandelt werden. Die therapeutische Begleitung erfolgt durch den Arzt und den Apotheker. Ein wichtiges Therapieziel ist es, die Entzündung zu stoppen und unter Kontrolle zu halten. Dazu müssen die entsprechenden Präparate dauerhaft eingenommen werden. Zu Beginn der Therapie benötigen diese sogenannten Basistherapeutika einige Wochen, manchmal sogar Monate, bis sie wirken. Apotheker sind in dieser Zeit hilfreiche Motivatoren für Patienten, sie klären auf und ermuntern zum Durchhalten. Denn nur die konsequente Einhaltung der Therapie gewährleistet einen langfristigen Erfolg. Erleidet der Patient trotzdem einen akuten Schub, steht die Schmerzlinderung im Vordergrund. Dafür stehen in erster Linie die sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zur Verfügung. Um den Krankheitsverlauf zu mildern, ist auch die Kontrolle des Gewichts hilfreich, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet. Letztendlich orientiert sich die Therapie der rheumatoiden Arthritis immer daran, die individuelle Lebensqualität des Patienten und dessen Beweglichkeit möglichst lange und gut zu erhalten. Der Apotheker steht den Patienten in jeder Phase ihrer Erkrankung unterstützend und beratend zur Seite.
Vorteil: Stammapotheke
Apotheker, die ihren Patienten und dessen Krankheitsbild kennen, sind in der Lage, eventuelle Nebenwirkungen der Rheumamedikamente oder ihre Interaktionen mit anderen Präparaten zu erkennen und zu beurteilen. Sie können so Unsicherheiten ausräumen und mit für einen reibungslosen Ablauf der Therapie sorgen. In jedem Fall bietet eine Stammapotheke bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis Unterstützung und Sicherheit.
Der Apothekerkammer Niedersachsen gehören rund 7.000 Mitglieder an. Der Apotheker ist ein fachlich unabhängiger Heilberufler. Der Gesetzgeber hat den selbstständigen Apothekern die sichere und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln übertragen. Der Beruf erfordert ein vierjähriges Pharmaziestudium an einer Universität und ein praktisches Jahr. Dabei erwirbt der Studierende Kenntnisse in pharmazeutischer Chemie und Biologie, Technologie, Pharmakologie und Toxikologie. Nach dem Staatsexamen erhält er eine Approbation. Nur mit dieser staatlichen Zulassung kann er eine öffentliche Apotheke führen. Als Spezialist für Gesundheit und Prävention berät der Apotheker seriös und unabhängig. Er begleitet den Patienten fachlich, unterstützt ihn menschlich und hilft ihm so, seine Therapie im Alltag umzusetzen.